Mallorca entdecken: Die schönsten Seiten der Insel
Mallorca ist weit mehr als ein Sommerziel mit Strand und Sonne. Die größte Insel der Balearen überrascht mit einer Vielfalt, die sich erst zeigt, wenn man sich Zeit nimmt. Zwischen schroffen Bergen, stillen Dörfern, lebendigen Städten und abgelegenen Buchten entfaltet sich ein Landschaftsbild, das zu den abwechslungsreichsten im Mittelmeerraum zählt. Wer Mallorca wirklich kennenlernen möchte, sollte sich auf Entdeckungen abseits der bekannten Routen einlassen.
Palma de Mallorca: Geschichte, Leben und Meer
Der erste Eindruck der Insel führt viele Besucher nach Palma. Die Hauptstadt verbindet historische Tiefe mit urbanem Leben. Über allem erhebt sich die Kathedrale La Seu, deren Sandsteinfassade im Licht je nach Tageszeit ihre Farbe verändert. Im Inneren öffnet sich ein hoher Raum, geprägt von Licht und klaren Linien. Direkt daneben liegt der Palast Almudaina, der einen Einblick in die maurische und christliche Geschichte der Insel gibt.
Die Altstadt von Palma ist ein Geflecht aus schmalen Gassen, kleinen Plätzen und Innenhöfen. Hier wechseln sich Cafés, Galerien und Wohnhäuser ab. Wer durch das Viertel La Lonja spaziert oder entlang der alten Stadtmauer geht, erlebt Palma als lebendige Stadt mit mediterranem Rhythmus und Nähe zum Meer.
Die Serra de Tramuntana: Rückgrat der Insel
Im Westen Mallorcas zieht sich die Serra de Tramuntana entlang der Küste. Dieses Gebirge prägt nicht nur die Landschaft, sondern auch das Klima und die Kultur der Insel. Steinterrassen, Olivenhaine und alte Trockenmauern zeugen von jahrhundertealter Landwirtschaft.
Orte wie Valldemossa, Deià oder Fornalutx liegen eingebettet in die Berghänge. Valldemossa ist bekannt für sein Kartäuserkloster und seine ruhige Atmosphäre. Deià zieht seit Jahrzehnten Künstler und Schriftsteller an. Fornalutx gilt als eines der gepflegtesten Dörfer der Insel mit engen Gassen und Blicken auf Zitronenbäume und Berge.
Wanderwege eröffnen weite Ausblicke auf das Meer und führen durch Schluchten, Wälder und Hochplateaus. Auch kurze Spaziergänge lohnen sich, um die Stille und Weite dieser Region zu erleben.
Cap de Formentor: Wo die Insel endet
Ganz im Norden liegt das Cap de Formentor. Die schmale Straße dorthin windet sich über Felsen und eröffnet immer wieder neue Perspektiven auf das Meer. Steile Klippen fallen hier direkt ins Wasser, während der Wind fast ständig präsent ist.
Am Leuchtturm angekommen öffnet sich der Blick auf das offene Mittelmeer. Besonders in den frühen Morgenstunden oder kurz vor Sonnenuntergang zeigt sich dieser Ort von seiner eindrucksvollsten Seite. In der Nähe befinden sich kleinere Buchten und Aussichtspunkte, die zum Verweilen einladen.
Das Landesinnere: Ursprüngliches Mallorca
Abseits der Küste zeigt sich Mallorca ruhiger und bodenständiger. Das Landesinnere ist geprägt von Feldern, Windmühlen und kleinen Ortschaften. Orte wie Sineu, Petra oder Santanyí vermitteln einen Eindruck vom Alltag jenseits des Tourismus.
Auf Wochenmärkten werden lokale Produkte angeboten, von frischem Gemüse über Käse bis hin zu handwerklichen Erzeugnissen. Hier lassen sich Gespräche führen und regionale Spezialitäten entdecken. Die Landschaft ist sanft gewellt und eignet sich gut für Radtouren oder ruhige Fahrten über Nebenstraßen.
Cuevas del Drach: Die Welt unter der Erde
An der Ostküste Mallorcas liegen die Drachenhöhlen, ein weitläufiges Höhlensystem mit unterirdischen Seen. Die Formationen aus Stalaktiten und Stalagmiten haben sich über Jahrtausende gebildet. Besonders bekannt ist der Martelsee, einer der größten unterirdischen Seen Europas.
Der Besuch führt durch beleuchtete Gänge und große Hallen. Die Temperatur bleibt konstant kühl, was einen starken Kontrast zur oft warmen Außenwelt bildet. Die Höhlen vermitteln ein Gefühl für die geologischen Kräfte, die Mallorca geprägt haben.
Calas und Strände: Vielfalt am Wasser
Mallorca bietet eine große Bandbreite an Stränden. Lange Sandstrände wie Es Trenc im Süden stehen im Kontrast zu kleinen Calas, die oft nur zu Fuß oder über schmale Wege erreichbar sind. Cala Figuera, Cala Llombards oder Cala Tuent sind Beispiele für Buchten mit klarem Wasser und felsiger Umgebung.
Die Küste verändert sich je nach Region. Während der Süden flach und offen ist, zeigt sich der Norden und Westen rauer und ursprünglicher. Wer unterschiedliche Seiten der Insel sehen möchte, sollte mehrere Küstenabschnitte besuchen.
Pollença und Alcúdia: Geschichte im Norden
Im Norden der Insel liegen die Orte Pollença und Alcúdia. Pollença ist bekannt für seine Treppe zum Kalvarienberg mit 365 Stufen. Oben angekommen bietet sich ein weiter Blick über Dächer, Felder und das Meer. Der Ort selbst wirkt ruhig und traditionsbewusst.
Alcúdia besitzt eine gut erhaltene Stadtmauer und römische Ausgrabungen. Die Altstadt ist kompakt und lässt sich gut zu Fuß erkunden. In der Umgebung finden sich sowohl Strände als auch Naturparks, die Raum für Spaziergänge und Vogelbeobachtungen bieten.
Mallorca in Ruhe erleben
Mallorca belohnt jene, die sich Zeit nehmen. Die Insel ist kein Ort, den man vollständig abhaken kann. Vielmehr entfaltet sie ihren Reiz in Momenten. Ein Kaffee auf einem Dorfplatz, ein Blick vom Küstenpfad oder das Läuten der Kirchenglocken am Abend.
Zwischen Meer und Bergen, Geschichte und Gegenwart zeigt Mallorca viele Gesichter. Wer offen bleibt und nicht nur bekannten Namen folgt, entdeckt eine Insel, die leise und eindrucksvoll zugleich ist.

