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FLORIDA und NEW ORLEANS

FLORIDA und NEW ORLEANS (10.5.-24.5.1999)

Ich hatte bei einem Contest im Internet eine einwöchige Florida-Reise gewonnen, zu der ich nun zusammen mit Micha, meinem Freund, aufbrach. Hier ist mein Reisetagebuch.

10.5.
Wir waren ziemlich urlaubsreif, als wir am 10.5. im Flieger saßen, um ins - so hofften wir - sonnige Miami zu flattern. Alles verlief reibungslos, und wir kamen halbwegs pünktlich (mit 1 Stunde Verspätung) in Miami an. Nach den Einreiseformalitäten holten wir unser Mietauto, einen Nissan Sentra, und düsten ins Hotel nach Miami Beach, wo wir 17:00 Uhr ankamen. Viel stellten wir nicht mehr an, denn nach deutscher Zeit war es bereits 23:00 Uhr, und immerhin waren wir 4:30 Uhr aufgestanden.

11.5.
Die Zeitverschiebung steckte uns noch in den Knochen, und so beschlossen wir, es ruhig angehen zu lassen und erst mal zum Ocean Drive zu fahren um zu frühstücken. Um diese frühe Stunde war es allerdings noch ziemlich leer dort, keine Spur von den Reichen und Schönen. Dafür konnten wir in Ruhe die Art Deco-Gebäude anschauen.
Im Laufe des Tages gingen wir dann am Strand spazieren, lagen am und im Pool unseres Hotels, fuhren nach Bal Harbour und zum Coconut Groove, wo u. a. ein Planet Hollywood ist. Abends waren wir dann noch am Bayside Marketplace und dort im Hard Rock Café. Zum krönenden Abschluß des Tages fuhren wir auch noch mal am Ocean Drive entlang, wo zu dieser Zeit das Leben tobte.

12.5.
Heute frühstückten wir bei Taco Bell, meinem Lieblings-Fast Food-Laden. Es gibt dort mexikanische Sachen (Tacos, Nachos, Burritos, mexikanische Pizza). Für mich konnte der Tag kaum besser beginnen! Leider gibt es Taco Bell in Deutschland nicht.
Dann schauten wir uns Little Haiti und Opa-Locka an. Das war wirklich witzig, denn einige Gebäude sind im maurischen Stil erbaut, z. B. das Rathaus, und die Straßen heißen beispielsweise Ali Baba Boulevard.
Als nächstes kam eine weitere Kuriosität, denn sowas bringen wohl nur die Amis fertig! Ein Kloster aus dem 12. Jhd. aus Segovia in Spanien haben sie Stein für Stein abbauen, nach Amerika verschiffen und dort wieder aufbauen lassen! Wirklich Wahnsinn!!
Nachdem wir uns entschlossen hatten, in den Venetian Pools in Coral Gables baden zu gehen und gerade dort ankamen, fing es an zu regnen, wie auch schon am Vortag um die selbe Zeit, und wir dachten schon, na das kann ja heiter werden, wenn das jetzt jeden Tag so geht, aber glücklicherweise war dies der letzte Regen in diesem Urlaub.
So gingen wir natürlich nicht baden, sondern fuhren nach Little Havanna, wo man mit Spanisch viel besser als mit Englisch weiterkam.

13.5.
Diesen Tag begannen wir am Strand. Das Meer war herrlich, sauber und warm und ruhig, kaum Wellen. Als die Sonne zu sehr zu drücken begann, zogen wir uns an den Pool zurück und in den Schatten, denn Sonnenschirme gab es am Strand leider keine.
Gegen Mittag fuhren wir zu den Fairchild Tropical Gardens, einem großem Park mit botanischem Garten und gingen dort spazieren.

14.5.
Auch an diesem Tag waren wir bis mittags erst mal am Strand und am Pool bevor wir zum Monkey Jungle fuhren. Dort leben die Affen quasi frei, und die Besucher laufen hinter Gittern entlang, eine interessante Erfahrung.
Danach fuhren wir zurück und stellten unser Auto auf einen Supermarktparkplatz in der Nähe des Ocean Drive, auf dem wir dann ca. 90 Minuten entlangschlenderten und das pulsierende Leben beobachteten. Wir hatten im Supermarkt auch wirklich eingekauft, trotzdem kam das böse Erwachen bei der Rückkehr auf den Parkplatz, denn das Auto war weg, und ein Abschleppwagen stand herum. Besonders messer-scharf mußte man ja nun nicht mehr kombinieren, um sich denken zu können, wo denn wohl das Auto geblieben war. Der Spaß kostete uns 95$ und unsere gute Laune für den Rest des Tages. Sowas war uns noch nie passiert.

15.5.
Da wir nach Key West fahren wollten, mußten wir richtig zeitig aufstehen, denn 4 Stunden braucht man schon für eine Strecke. Außerdem ist die Fahrt sehr reizvoll, sie geht u. a. über die 7-Meilen-Brücke. In Key West war es noch heißer als in Miami, so daß wir uns zur Happy Hour (in dieser Bar von 13:00-15:00 Uhr(!)) erst mal abkühlen mußten, nachdem wir den südlichsten Punkt des US-amerikanischen Festlandes angeschaut hatten. Natürlich statteten wir auch dem Planet Hollywood und dem Hard Rock Café einen Besuch ab und schauten den Hafen an. Zum krönenden Abschluß badeten wir noch am südlichsten Strand bevor wir uns auf den 4-stündigen Rückweg begaben. Auf Key Largo besuchten wir noch eine Station für verletzte Vögel, dann wurde es aber schon dunkel. Wir gingen noch zu Taco Bell und einkaufen. 23:30 Uhr waren wir zurück am Hotel.
Es waren ca. 320 km vom Hotel in Miami Beach bis nach Key West.

16.5.
Unser letzter Tag in Miami brach an, und wir gingen vormittags wieder an den Strand und den Pool. Nachmittags besichtigten wir Downtown mittels Metromover, einer Magnetbahn, die sich ohne Fahrer bewegt. Wir gingen noch mal zum Bayside Marketplace und entschlossen uns kurzerhand, mit einem Segelschiff Richtung Key Biscayne mitzufahren in den Sonnenuntergang hinein. Das war wirklich eine feine Sache, es hat uns richtig Spaß gemacht. Es war auch ein schöner Abschluß unserer einwöchigen Floridareise.
Zum Glück war der Urlaub aber noch nicht vorbei, denn wir hängten auf eigene Faust und Kosten noch 1 Woche in New Orleans und Umgebung dran. Am 17.5. fuhren wir mit unserem Mietauto los.

17.5.
9:30 standen wir auf, und 11:30 fuhren wir dann los Richtung New Orleans. Wir schafften an diesem Tag ca. 1000 km. In De Funiak Springs (zwischen Tallahassee und Pensacola) suchten wir uns ein Motel für die Übernachtung. Glücklicherweise gab es einen Taco Bell, und Wein hatten wir auch noch dabei. De Funiak Springs war ein verschlafenes kleines Nest und lag in einer anderen Zeitzone wie Miami. So "gewannen" wir 1 Std.

18.5.
8:30 standen wir auf, frühstückten bei Taco Bell und fuhren durch die Bundesstaaten Alabama und Mississippi nach Lousiana. An der Staatsgrenze besorgten wir uns in der Toristeninfomation Kartenmaterial und Auskünfte über Übernachtungsmöglichkeiten in New Orleans. 14:00 kamen wir in New Orleans an. Es war natürlich alles andere als einfach, ein preiswertes Zimmer zu finden, und letztendlich landeten wir im YMCA. Wir hatten ein Zwei-Bett-Zimmer, aber Dusche und WC auf dem Flur, dafür lag es aber sehr nah am French Quarter, in 20 min war man gelaufen. Außerdem war die Straßenbahnhaltestelle mehr oder weniger direkt vor der Haustür.
Dann fuhren wir gleich mal mit dieser Straßenbahn, die hier Streetcar heißt, aus den 20er Jahren stammt und komplett unter Denkmalschutz steht. Die Fahrt führte durch den Garden District, und wir waren einfach begeistert. Man fühlte sich um 100-150 Jahre zurückversetzt. Wir stiegen auch mal aus, mit unserer 3-Tages-Karte alles kein Problem. An einer Bar nutzten wir die Happy Hour und tranken Frozen Daiquiris (White Russian und Baileys Capucchino) und teilten uns einen Po-Boy, ein dick belegtes Sandwich und waren richtig satt! In New Orleans, so merkten wir schnell, kann man prima essen, und so war es erst mal vorbei mit Fast Food und Taco Bell!
20:00 fuhren wir im Streetcar von der Bar los zum French Quarter. Die Fahrt dauerte 45 min. Wir guckten uns das Hard Rock Café an, und auf der Bourbon Street tobte das Leben, aus jeder Bar tönte andere Musik auf die Straße, einfach genial! Wir blieben bis 23:45 da.

19.5.
9:30 standen wir auf. Dann gingen wir erst mal zur Post, um endlich die uns noch fehlenden Briefmarken zu besorgen. Eigentlich ist diese Tatsache ja gar nicht so bemerkenswert, aber die Post war in einem öffentlichen Gebäude, so daß wir uns einer Sicherheitskontrolle wie am Flughafen unterziehen mußten, war schon seltsam.... Dann ging es per Streetcar zum Garden District. Dort stiegen wir aus und schauten uns um. Wir machten eine Tour, die in unserem Reiseführer beschrieben war anhand dieses Reiseführers, das klappte auch prima und war wirklich interessant.
Danach waren wir hungrig und gingen Gumbo essen, eine Suppe mit 1001 Zutat, jeder Koch hat seine eigene Variante, aber es ist eine Spezialität aus New Orleans und mußte natürlich von uns getestet werden. Es war auch sehr lecker. Wir schauten uns das Planet Hollywood an und gingen dann zum French Market, einer Ansammlung von Ständen mit Souvenirs, Lebensmitteln und allem möglichen anderen Kram. Weil wir ja unser 3-Tages-Ticket und müde Füße hatten, fuhren wir mit dem Riverside-Streetcar, einer Nachbildung des St. Charles-Streetcar aus den 20er Jahren, die paar Stationen zurück zur Canal Street, um nach Jeans zu gucken. Da uns aber der Hunger übermannte, legten wir eine kleine Pause in einem mexikanischen Restaurant ein und aßen Enchiladas, dazu gönnten wir uns eine Frozen Margarita. Gestärkt kauften wir uns dann Jeans-Hemden von Levi's und machten anhand unseres Reiseführers noch eine Tour durch den Warehouse-District. Nach einer Pause in unserer Unterkunft ging es wieder zur Bourbon Street, wo wir diesmal bis 1:30 ausharrten! Da nun die Straßenbahnen nicht mehr so häufig fuhren, und wir vor allem nicht wußten, wann genau, liefen wir zum YMCA zurück.

20.5.
9:30 standen wir auf und fuhren gleich ins French Quarter, das ist das älteste Stadtviertel von New Orleans. Dort schauten wir 2 Museen an. Es waren Wohnhäuser der kreolischen Oberschicht aus dem 18. bzw. 19. Jh., die man besichtigen konnte und in denen Möbel etc. aus dieser Zeit standen. Von 12:30 - 13:45 nutzten wir das All-you-can-eat-Buffet (=essen, soviel man will) einer Gaststätte im French Quarter. Es gab Shrimp Creole, Crawfish Etouffee (Crawfish=Flußkrebs, wird dort gefangen, E-touffee=dicke Sauce auf Kräuter- und Tomatenbasis), Gumbo, Jambalaya (ein Reisgericht, für das jeder sein eigenes Rezept zu haben scheint, sehr deftig) und Desserts. Es war wirklich alles sehr lecker und eine richtige Orgie!
Bis 17:00 machten wir anhand unseres Reiseführers noch eine Tour durch das French Quarter und gingen dann schwimmen und uns erfrischen in der Schwimmhalle des YMCA. 20:00 ging es wieder in die Stadt, also ins French Quarter. Wir leisteten uns ein nobles Abendessen mit Alligator nach Cajun Art und Crawfish Etouffee. Es war wirklich super und sein Geld wert. Dann schlenderten wir noch auf der Bourbon Street entlang und fuhren 23:30 zurück ins YMCA.

21.5.
8:45 standen wir auf und fuhren los, um Plantagen zu besichtigen. Das heißt natürlich, die Villen der reichen Pflanzerfamilien. Die Sklavenunterkünfte sind zum größten Teil nicht mehr erhalten, nur noch auf der Laurel Valley Plantation. Dort sind alle diese Hütten noch erhalten. Sie bilden um einen See herum gruppiert ein Holzhüttendorf für ca. 500 Personen. Die Tour war sehr gut im Reiseführer beschrieben, und wir fanden eigentlich alles auf Anhieb. 8 Plantagen sahen wir, 2 davon besichtigten wir richtig. D.h. wir machten Führungen durch 2 Pflanzervillen mit, und zwar in der Destrehan und der San Francisco Plantation. Weiterhin sahen wir von die außen Tezcuco Plantation, Houmas House, Bocage, Nottoway, Madewood und die Laurel Valley Plantation.
21:30 waren wir zurück, wir gingen noch Crawfish Etouffee essen, diesmal bei einem Schnellimbiß. Dieses Gericht hatte es uns wirklich angetan!!!

22.5.
8:00 standen wir auf. Nach einer nervigen Suche nach einem kostenlosen Parkplatz in der Innenstadt, die wenigstens von Erfolg gekrönt war, besorgten wir uns Tickets für den Schaufelraddampfer Natchez. Da noch Zeit war, gingen wir noch eine Muffuletta essen, die andere Sandwichspezialität aus New Orleans. Dieses Sandwich ist mit Käse, Mortadella und Olivensalat und geht auf italienische Einwanderer zurück.
Von 11:30-13:30 schipperten wir dann auf der Natchez auf dem Mississippi entlang und durch den Hafen von New Orleans. Es gefiel uns prima. Als krönenden Abschluß aßen wir noch mal Crawfish Etouffee in einem Schnellimbiß und verließen dann New Orleans Richtung Miami.
Unterwegs machten wir jedoch noch einmal halt und von 16:00-17:45 eine Tour auf einem Boot durch die Sümpfe mit. Dabei sahen wir eine Menge Alligatoren und andere Tiere, die dort leben. Ein Alligator kam dicht ans Boot. Der Ranger kannte ihn und umgekehrt. Das war schon witzig!
Dann fuhren wir aber wirklich los und noch bis De Funiak Springs, wo wir 21:45 ankamen und nun wieder Taco Bell angesagt war. Bis 0:30 saßen wir noch und tranken Wein und genossen den letzten Abend in Florida.

23.5.
8:30 standen wir auf, frühstückten bei Taco Bell und fuhren ohne große Pausen diesmal eine andere Strecke. Auf der Hinfahrt hatten wir die gebührenpflichtige Turnpike genommen, nun fuhren wir an der Ostküste entlang, vorbei an St. Augustine. Dort waren wir vor 7 Jahren schon gewesen, und wir erinnerten uns, daß wir damals super günstig Levi's Jeans in einem Fabrikverkauf gekauft hatten. Dort fuhren wir wieder ran, und kauften noch mal ein. Es war, als wären keine 7 Jahre vergangen, sondern nur ein paar Tage, seit wir das letzte Mal da waren. Es hatte sich nichts verändert! Die Route an der Ostküste entlang war übrigens auch nur 30 km länger als über die Turnpike, das hatten wir leider auf der Hinfahrt falsch eingeschätzt anhand der Karte. Dann hielten wir noch mal bei Taco Bell, zum letzten Mal für diesen Urlaub, und fuhren dann in West Palm Beach von der Autobahn ab, um noch mal die Häuser der Reichen und Schönen zu sehen. Wir sahen noch einen herrlichen Sonnenuntergang über dem Meer, und dann ging's zur Mietwagenstation und dann zum Flughafen. Es war wieder mal knapp, wie immer eigentlich, 22:00 waren wir am Flughafen, und 23:20 startete unsere Maschine nach Paris. Es gab wieder Champagner satt. 13:55 am 24.5. kamen wir in Paris an, 15:45 ging's weiter, und 16:55 landeten wir in wieder in Düsseldorf.
Der Urlaub war wie immer zu kurz, in New Orleans und Umgebung hätte man noch jede Menge mehr machen können. Aber es war wirklich schön.


 
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Info Reisebericht
Reiseland: USA
Datum der Reise: Mai 1999
Dauer der Reise: 2 Wochen
Autor: Kristina
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