Andalusien (2.-16.4.2000)
Im April 2000 flogen Micha (mein Freund) und ich für 2 Wochen nach Andalusien. Wir waren vor 5 Jahren schon mal hier gewesen, und es hatte uns gut gefallen. Der maurische Einfluß in der Architektur hatte mich tief beeindruckt, und so zog es uns ein weiteres Mal hierher. Hier ist mein Reisetagebuch.
2.4.
12:50 per S-Bahn zum Flughafen Düsseldorf, 15:30 mit 20 min Verspätung Start, 18:20 Ankunft in Malaga; es gab im Flieger was Warmes zu essen, war auch echt lecker!!!
Geld getauscht und per Zug nach Fuengirola, dort Zimmer gesucht, noch was essen gegangen (Knoblauchbrot mit Anchovis und Hühnerleber in Sahnesauce mit Knoblauchkartoffeln, dazu leckeren Rotwein; also war super lecker!); 0:00 ins Bett
Wetter: bei Ankunft, 20°C, sonnig, nach Einbruch der Dunkelheit Abkühlung auf vielleicht 10°C
Aber es war bis 20:45 hell!!!
3.4.
10:00 auf, bewölkt, regnerisch, trotzdem spazieren gegangen und auch schön naß geworden, unseren Mietwagen klar gemacht, eingekauft (bißchen was zum Frühstücken und Wein für abends), 2x essen gewesen, 1x chinesisch und 1x indisch, beide Male hatte ich Krabben dabei, war echt lecker, 0:00 ins Bett
4.4.
10:00 auf und zum Markttag in Fuengirola gegangen, Sandalen gekauft und Oliven zum Gleich-Essen, rumgeschlendert, ein Krabbencocktail essen gegangen, dann per Bus nach Marbella, in die Altstadt zum Orangenplatz, die 10 Dali-Skulpturen in Meeresnähe angeschaut und lange an der Strandpromenade spazieren gegangen, da war noch nicht viel los, es war ja noch Vorsaison, aber es war echt schön, sonnig, leicht windig, ca. 25°C
Gegen 18:30 zurück nach Fuengirola per Bus, in Gaststätte vom 2.4. was essen gegangen, deren Betreiber Finnen (!) sind
Ca. 22:30 wieder auf dem Zimmer, noch Wein getrunken
5.4.
9:30 auf, Mietwagen abgeholt und nach Torcal gefahren, unterwegs Mittagspause in Villanueva de la Conception, wir aßen Tapas und tranken Rotwein, und es war überhaupt nicht touristisch, klasse!!! Für alles zusammen zahlten wir 12,- DM und wurden satt! Tapas sind kleine Appetitshäppchen aller Art, z.B. Oliven in verschiedenen Variationen, Schinkenscheibchen, frittierte Fischchen, Artischocken,... Die Auswahl ist groß.
Weiter nach El Torcal, einem mächtigen in Höhen zwischen 1100 bis 1370 m aufragenden Kalkplateau, welches 17 km2 umfaßt. Es wurde 1989 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Hier kann man bizarre Formen und Figuren, Felstürme und Plattenschichten sehen, die die Erosion aus dem unterschiedlich weichen Kalkstein formte. Ein ca. 1,5 km langer Rundwanderweg führt mittendurch.
Dann nach Antequera und als erstes zu den Felsengräbern aus der Jungsteinzeit (2500-1800 v.u.Z.). Die waren echt riesig (bis zu 25 m lang), und man fragt sich, wie die Leute zu dieser Zeit so etwas zustande brachten.
Antequera selbst ist ein nettes Landstädtchen mit der angeblich höchsten Kirchendichte Spaniens und einem alten Kastell auf dem Stadthügel.
Dann noch zu Lagune Fuente Piedra, einem Salzsee mit Flamingos und Reihern, dann durch eine schöne Berglandschaft zu der Schlucht Garganta del Chorro und den Ruinen des Bobastro. Es sind Ruinen einer Siedlung aus dem 10. Jhd., die einst als Festung eines legendären Gesetzlosen diente. Omar-Ben Hafsum hatte seinerzeit gegen das Kalifat von Cordoba rebelliert und eine große Schar Anhänger um sich versammelt. Ende des 10. Bis Anfang des 11. Jhd. gelang ihm eine Reihe von spektakulären Siegen über das Kalifat, und zeitweise beherrschte er einen guten Teil Andalusiens. Die Fahrt dorthin ist landschaftlich schon sehr reizvoll und führt über ein schmales Bergsträßchen. Dann muß man noch ein paar Minuten laufen.
Über Ardales zurück auf die Autobahn, in Mijas Costa noch was essen gegangen (Muscheln und Schwertfisch), 22:45 im Zimmer, 0:00 ins Bett
Wetter: sonnig, warm
6.4.
Ca. 11:00 losgefahren nach Granada, dort bestimmt 90 min ein Zimmer gesucht, es gibt viele Einbahnstraßen, was das Sich-Zurechtfinden wirklich erschwert, und wir verfranzten uns ständig und waren ziemlich genervt. Außerdem war die Ausschilderung schlecht. Eigentlich sorgte sie für mehr Verwirrung, als sie hilfreich war....
Dann hatten wir aber letztendlich doch noch ein preiswertes Zimmer (ca. 36 DM), das auch noch recht zentrumsnah war, gefunden und gingen erst mal ein paar Tapas essen, denn wir waren ziemlich hungrig, und immerhin war es mittlerweile schon 15:00. Dann zur Kathedrale und zur Teegasse, die wir schon von vor 5 Jahren kannten. Dort gibt es eine Teestube an der anderen, und man kann x verschieden Sorten Tee trinken, und alles verströmt eine orientalische Atmosphäre. Mir hatte es damals schon so klasse hier gefallen, so daß wir sofort wieder hier hin mußten. Dann was essen gegangen (Artischocken mit Schinken, Sprotten, frittierten Fisch und Gazpacho (=eine kalte Suppe aus Tomaten, Gurken, Paprikaschoten, Öl, Salz, Knoblauch und Essig, eine Spezialität Andalusiens))
Ca. 22:00 per Stadtbus zur Alhambra hoch und die Nachtbesichtigung gemacht. Man kommt nur in den Nasridenpalast rein, aber das ist ja der Höhepunkt der Alhambra, und außerdem waren wir ja vor 5 Jahren auch schon hier gewesen. Damals jedenfalls war der Nasridenpalast total überlaufen. Das war in der Nacht anders, und die Besichtigung war ein Genuß!!! Man hatte richtig Zeit, sich alles in Ruhe anzuschauen, echt toll! Auch die Atmosphäre war natürlich märchenhaft, weil alles angestrahlt war und so einen besonderen Charme versprühte.
Zu Fuß dann wieder zurück in die Stadt, noch durch die Altstadt geschlendert und dann in unser Zimmer
Wetter: sonnig, warm
7.4.
9:30 auf, arabische Bäder angeschaut. Sie waren vollständig restauriert und stammen aus dem 11. Jhd.
Durch den Albayzin gegangen, das war in maurischer Zeit der Seidenbasar, und auch heute noch herrscht hier eine schöne Atmosphäre, dann zum Kloster Isabel La Real, das aber leider geschlossen hatte wegen Renovierungsarbeiten
Gegen 13:00 los nach Guadix, dort Stadtbesichtigung und Besichtigung der Höhlenwohnungen und des Höhlenmuseums. Diese Höhlen wurden in den weichen Löß gegraben und haben Im Sommer und im Winter konstant um die 20°C.
Zurück nach Granada, dort zum Sacromonte, wo viele Zigeuner leben und viele Flamenco-Shows stattfinden, aber es soll auch viel Nepp und Schlepp dabei sein
Weiter zum Aussichtspunkt San Nicolas, von wo man einen super Blick auf die Alhambra hat, dann in die Altstadt, beim Libanesen zu Abend gegessen (Fisch, Fallafel (=Kichererbsenbreibällchen, das hatte ich in Israel damals fast jeden Tag gegessen und fand es da schon klasse) und Suppe, alles super lecker!
Dann noch auf einen Tee in eine der zahlreichen Teestuben, und dann noch mal in das Restaurant vom Vorabend, wo wir noch mal Artischocken mit Schinken und Gazpacho aßen, es war am Vorabend so lecker gewesen, das mußte einfach noch mal sein!!!
Bis 2:00 noch mit Wein an der Plaza Nueva gesessen, wo das Leben pulsierte, die Jugend der Stadt traf sich dort, es war richtig was los.
Wetter: sonnig, warm
8.4.
9:30 auf, Richtung Cordoba gefahren, unterwegs ein paar Tapas gegessen, in Cordoba war es dann das gleiche Drama mit der Ausschilderung und den Einbahnstraßen wie in Granada, und zudem waren noch alle Pensionen ausgebucht, nach langer Suche fanden wir dann doch noch eine in der Altstadt, nur 5-10 min zu Fuß von der Mezquita weg
Dann Altstadtrundgang und Besichtigung der Mezquita, einer Moschee aus den Tagen des Kalifats Cordoba, die immer wieder erweitert wurde und riesengroß ist. Sie entstand zwischen 785 und 1009. Leider bauten die christlichen Rückeroberer eine Kathedrale da hinein; die sehr störend wirkt, aber immer noch besser, als wenn man die Moschee abgerissen hätte, um Platz für die Kathedrale zu haben. Jedenfalls war die Besichtigung wieder sehr beeindruckend, ich konnte mich kaum trennen, obwohl wir vor 5 Jahren auch schon hier gewesen waren.
Gegen 21:00 was essen gegangen. Es war super gut und preiswert, ein Menü für ca. 17,- DM Pro Person. Es gab Salat, Champignons in Sherrysauce, Lende mit Bohnengemüse und Pommes Frittes und als Nachtisch noch frische Erdbeeren und dazu noch 1 Glas Rotwein. Dann noch durch die Altstadt geschlendert, und dann wollten wir noch eine Flasche Wein aus dem Auto holen und mußten leider feststellen, daß man sie geklaut hatte. Wir hatten noch ca. 10 Flaschen im Auto gehabt, die nun alle weg waren. C'est la vie, es gibt Schlimmeres. Wenigstens war die Tür nicht beschädigt durch den Einbruch, und alles andere hatten wir sowieso im Hotel gehabt, so daß sich der Schaden in Grenzen hielt. Also gingen wir noch in eine Bar und tranken einen trockenen Montanilla ,ein sherryähnliches Getränk, das in der Region Cordoba produziert wird. Total klasse Zeug!
Gegen Mitternacht gingen wir dann schlafen.
Wetter: regnerisch, wenn die Sonne mal raus kam, aber richtig warm
9.4.
9:30 aufgestanden, per Auto zum Madinat-Al-Zahara gefahren, das ist eine Ausgrabungsstätte aus dem 10./11. Jhd. Abd ar-Rahman III., der erste Kalif von Cordoba ließ diese Palaststadt ab 936 ca. 9 km westlich Cordobas errichten. Die Bauarbeiten dauerten 25 Jahre, und es war die größte Residenz, die es je in Spanien gab. Leider ist nicht mehr viel erhalten und auch noch nicht so viel restauriert, aber doch schon wesentlich mehr, als vor 5 Jahren. Deshalb lohnte sich dieser zweite Besuch hier auf jeden Fall. Leider regnete es auch ab und zu.
Dann zurück nach Cordoba und ins Museum im "magischen Turm von Calahorra". Es war eine Ausstellung über das Leben im maurischen Andalusien (Kultur, Wissenschaften, Landwirtschaft, bedeutende Philosophen). Das war wirklich spitze. Man bekam einen Kopfhörer, und immer wenn man einen neuen Raum betrat, hörte man Erklärungen dazu. Es gab sogar eine deutsche Version. Das alles wurde infrarotgesteuert. Man erfuhr wirklich viel und konnte sich ein gutes Bild über das damalige Leben machen. Ich war total begeistert und konnte mich wieder mal nur schwer trennen!
Da es nun in Strömen goß und keine Besserung abzusehen war, fuhren wir gegen 15:00 los Richtung Sevilla, obwohl wir eigentlich noch mal durch die Altstadt hatten schlendern wollen. In Ecija machten wir Halt und schauten uns die sogenannte Stadt der Türme an. Ecija ist eine nette Kleinstadt. Es gibt hier viele Baudenkmäler aus verschiedenen Epochen, Paläste, Kirchen, und auf diesen sieht man oft die blau-weiß-gekachelten Kirchtürme, die für diesen Beinamen verantwortlich sind. Ein anderer Beiname ist Bratpfanne Andalusiens, aber davon war für uns leider nichts zu spüren, aber wenigstens regnete es nicht. Wir gingen noch ein paar Tapas essen und fuhren dann weiter nach Carmona, wo wir auch übernachten wollten, denn nach unseren Erfahrungen in Granada und Cordoba hatten wir beschlossen, lieber nicht in Sevillas Altstadt mit dem Auto rein zu fahren, um Zeit zu sparen und unsere Nerven zu schonen. Wir fanden auch problemlos ein Zimmer, und auch so erwies es sich als Glücksgriff, in Carmona geblieben zu sein. Die Stadt war wirklich hübsch und hatte noch wesentlich mehr Baudenkmäler aus verschiedenen Epochen zu bieten als Ecija. Wir besichtigten schon ein paar davon und gingen dann ca. 20:00 in eine Tapas-Bar, denn es fing schon wieder an zu regnen. Wir blieben bis ca. 22:00, dann erst ließ der Regen nach. Zeit genug, um die Weinkarte von oben bis unten durchzutesten! Es waren auch diverse Sherrysorten dabei, und irgendwie war es ganz lustig und auch interessant. 23:00 legten wir uns dann hin.
10.4.
9:00 auf und nach Sevilla gefahren, am Park Maria Luisa geparkt und den spanischen Pavillon der ibero-amerikanischen Ausstellung von 1929, der sogenannten Plaza de Espana, an der verschiedene bedeutende Szenen der spanischen Geschichte in Kacheln dargestellt sind, angeschaut. Zum Alcazar gelaufen, dem Schloß, daß sich der spanische König Pedro III., "der Grausame" nach maurischem Vorbild von maurischen Baumeistern aus dem Königreich Granada ab 1364 erbauen ließ. Leider hatte es montags geschlossen, und so schlenderten wir durch das Barrio Santa Cruz, das wahrscheinlich früher das Judenviertel war. Weiter nördlich davon aßen wir ein paar Tapas und tranken Rotwein und gingen dann zum Haus des Pilatos, das deswegen so heißt, weil es nach dem Vorbild des Amtsgebäudes des Pontius Pilatus in Jerusalem errichtet worden sein soll. Eine Annahme, die wohl doch eher in das Reich der Legenden zu verweisen ist. Erbaut wurde das Haus des Pilatos im 15. und 16. Jhd. als Privatpalast. Es war jedenfalls total genial, und ich erinnerte mich an die Ausgrabungen in Pompeji und Hercaluneum, wo mir manchmal schon die Vorstellungskraft gefehlt hatte, wie die Ruinen wohl früher als intakte Häuser ausgesehen haben mochten, aber nun schloß sich der Kreis.
Dann weiter zum Alfalfa-Platz und dem San Salvador-Platz, wo das Zentrum der Tapas-Kultur Sevillas ist, und es gefiel mir hier auch wirklich gut. Es war noch relativ wenig touristisch, und das machte es so angenehm. Wir tranken frisch gepreßten Orangensaft und Micha ein Bier und besichtigten dann die Kathedrale, wo sich auch das Grab des Kolumbus befindet. Wir stiegen auf die Giralda hoch, den Glockenturm der Kathedrale, der früher das Minarett der Hauptmoschee Sevillas gewesen war, die sich an der Stelle der Kathedrale befunden hatte. Die Aussicht war grandios. Mir gefiel auch die Giralda von außen unheimlich gut, ich konnte mich gar nicht an ihr satt sehen und fotografierte sie aus allen möglichen Blickwinkeln.
Dann zum Ufer des Flusses gegangen. Es war ein Tretbootverleih da, und wir entschlossen uns spontan, für 30 min eins zu mieten. Dann zurück Richtung Auto, noch durch den Park Maria Luisa spaziert, der hübsch angelegt ist, und 19:30 dann los zurück nach Carmona; 20:30 waren wir da, schlenderten noch ein bißchen durch die Stadt und gingen 21:30 was essen (Artischocken mit Schinken, Champignons und Gazpacho), im Zimmer noch Wein getrunken, den wir uns beim Lidl besorgt hatten. Die haben in Andalusien irre viel Filialen! Und der Wein war wirklich lecker und verursachte auch keinen dicken Kopf.
Wetter: bewölkt, aber trocken
11.4.
9:30 auf, noch mal durch die Stadt geschlendert und das römische Mosaik im Rathaus angeschaut. Es stellt einen Medusenkopf dar und ist noch super gut erhalten.
Dann den Markt entdeckt und dort Churros (ein Fettgebäck, ähnlich wie Spritzkuchen) mit Schokolade gegessen, das war lecker, und wir waren total satt!
Dann zur Nekropole und Gräber aus römischer und sogar karthagischer Zeit angeschaut, dann noch mal nach Sevilla, wieder am Park Maria Luisa geparkt und gleich zum Alcazar gegangen. Auch hier waren wir vor 5 Jahren schon gewesen, aber es hatte uns dermaßen gut gefallen, und auch diesmal waren wir wieder begeistert, nur leider war der Höhepunkt, das Glanzstück des Palastes, der Gesandtensaal, gerade in Restaurierung. Noch mal durch das Barrio Santa Cruz geschlendert und ein paar Tapas gegessen
Gegen 17:00 los nach Palmar de Troya, wo sich der "Gegenpapst" ab 1968 eine Kathedrale erbauen ließ. Leider kam man nicht rein, aber von außen sah sie ziemlich überladen aus.
Dann zurück nach Carmona und unsere Sachen geholt, die wir im Hotel untergestellt hatten. Nach unserer Erfahrung mit den Weinflaschen hatten wir sie nicht im Auto in Sevilla lassen wollen, man weiß ja nie....
Dann nach Moguer gefahren, unterwegs verfranzten wir uns noch x mal, denn die Ausschilderung war wieder mal hervorragend. Im Dunkeln kamen wir an, und alle Pensionen waren voll, also weiter nach Palos de la Frontera, wo wir nur noch im ersten Haus am Platze etwas bekamen und 90,- DM für das Zimmer berappen mußten. Die preiswerte Alternative war auch schon ausgebucht. Noch was essen gegangen, wenigstens das war preiswert und auch gut (das Tagesmenü gab's für ca. 8,- DM, ich hatte Krabben mit Rührei und Cordon Bleu und Pommes Frittes und Salat, Micha hatte Schwertfisch mit Pommes Frittes und Salat). Dann im Hotel noch unseren Lidl-Wein im super noblen Aufenthaltsraum getrunken, denn wir mußten ja den ungewollten Luxus auch nutzen! 1:00 dann ins Bett
Wetter: bewölkt, aber trocken
12.4.
9:30 auf, dann Stadtbesichtigung. Wir sahen die Kirche San Jorge, wo die Besatzung der 3 Schiffe, mit denen Kolumbus aufbrach, um westwärts nach Indien zu segeln, ihre letzte Messe vor der großen Fahrt gefeiert hat, und den Brunnen, wo Wasser für die Fahrt geschöpft wurde und der direkt am Hafen lag. Heute gibt der Brunnen kein Wasser mehr, und der Hafen ist versandet. Dann nach La Rabida, dem Kloster, wo Kolumbus zeitweise wohnte und die so dringend benötigte Unterstützung von dem Mönch Fray Juan Perez erhielt. Er stellte den Kontakt zu dem Reeder Pinzon her. La Rabida liegt nur einige km südlich von Palos de la Frontera. Das Kloster selbst ist sehr sehenswert und die Ausstellung sehr interessant. Es sind dort handschriftliche Dokumente von Kolumbus und den katholischen Königen (Isabella und Ferdinand) ausgestellt, Nachbildungen der 3 Schiffe, mit denen Kolumbus nach Amerika segelte und zahlreiche Gemälde. Dann zurück nach Palos de la Frontera und dort ins Geburtshaus der Brüder Pinzon, die als Reeder Kolumbus ihre Schiffe zur Verfügung stellten, für die nötige Besatzung sorgten und selbst als Kapitäne auf der "Pinta" und der "Nina" mitsegelten. Es hatte vorher noch geschlossen gehabt. Dann wieder nach Rabida und dort ins Museum der Seefahrt, wo die Nachbauten der 3 Schiffe, mit denen Kolumbus nach Amerika segelte, in Originalgröße liegen. Man kann auch darauf herumlaufen, und es stehen menschengroße Puppen da, die das Leben an Bord veranschaulichen. Außerdem läuft ein Tonband mit Geräuschen, z.B. von Wasser, das gegen das Schiff schlägt und anderen Geräuschen, die an Bord eines fahrenden Schiffes so auftreten können. Wirklich große Klasse!!! Diese Nachbauten sind auch schon nach Amerika gesegelt zur 500-Jahr-Feier seiner Entdeckung. Eigentlich kann man sich gar nicht vorstellen, mit diesen "Nußschalen" über den Atlantik zu segeln. Da gehörte wirklich schon viel Mut dazu!
Dann zum modernen und überaus häßlichen Kolumbus-Denkmal an der Schnellstraße Richtung Huelva, weiter nach Moguer, das Kloster, das wir besichtigen wollten, hatte leider geschlossen, also nur noch ein paar Tapas essen gegangen und dann weiter nach El Rocio. Dort erst mal ein Zimmer gesucht, denn das Fiasko vom Vortag sollte sich nicht wiederholen. Dann zum Besucherzentrum, denn El Rocio ist ein berühmter Wallfahrtsort und Ausgangspunkt für Exkursionen in den Nationalpark Coto Donana. Das ist ein Vogelschutzpark an der Costa de la Luz, der größte in Europa. Weiter zum Besucherzentrum in Acebuche und dort Jeepsafari durch den Park für den nächsten Morgen gebucht. Dann noch eine Wanderung hinter dem Besucherzentrum gemacht, es war sehr entspannend, alles war so ruhig, einfach schön. Wir beobachteten noch ein paar Vögel und genossen die Abendstimmung. 20:00 dann nach Matalascanas, einem Touristenort mit Strandpromenade und vielen Hotels, wo wir hofften, was zu essen zu bekommen, aber Fehlanzeige. Wirklich alles war noch dicht, tiefste Vorsaison eben... Es war fast wie in einer Geisterstadt. So schlenderten wir trotzdem 1 Std. an der Strandpromenade entlang und beobachteten den Sonnenuntergang. Dann zurück nach El Rocio, dort zum Glück noch eine geöffnete Gaststätte gefunden und was gegessen (Fisch), in unserer Pension noch in dem wunderschönen blumenüberwucherten Innenhof gesessen (mediterranes Ambiente pur, ein Refugium an Romantik!) und Wein getrunken, 1:00 ins Bett.
Wetter: bewölkt, aber trocken
13.4.
7:15 auf, nach Acebuche gefahren, 8:00 da, 8:30 Start der Jeepsafari durch den Park, der 3 verschieden Ökosysteme hat. Besonders gelohnt hat sich diese 3 ½-stündige Tour aber nicht, ich kann sie auf keinen Fall weiterempfehlen. Wir machten noch ein paar Wanderungen in den Randgebieten des Parks. Das war 1000x besser! Dann noch mal nach El Rocio zurück und dort die Wallfahrtskirche besichtigt. Dann preiswert Mittag gegessen (frittierte Gemüse und Thunfischsteak für ca. 11,-DM). Weiter nach Niebla. Hier existiert noch der komplette Mauerring um die Stadt. Er ist z.T. 14 m dick! Außerdem besichtigten wir eine Kirche im Mudejarstil und ein Hospital aus dem 15. Jhd. Dann noch mal nach Sevilla. Ich ging in eine Ausstellung über Frauen im maurischen Andalusien und Vasen der Alhambra, Micha schlenderte so durch die Stadt. 20:30 trafen wir uns wieder da, wo wir immer geparkt hatten und fuhren dann los Richtung Costa del Sol. In Osuna legten wir noch einen Stop ein. Leider war es schon dunkel, eine Stadtbesichtigung hätte sich sonst sicher gelohnt. So gingen wir nur ein paar Tapas essen in einer absolut typischen Bar. Touristen sahen wir gar keine. Der Preis war sehr moderat, für 7 Tapas, 2 Bier und 2 Fanta zahlten wir 12,- DM. Dann durchgefahren bis Fuengirola, 0:00 da, ein Zimmer bekommen und 3:00 ins Bett.
Wetter: bewölkt, aber trocken
14.4.
11:00 auf und nach Mijas gefahren. Das ist ein weißes Dorf mit Küstenblick in 430 m Höhe, nur 4 km von Fuengirola weg. An der Küste war Sonne, aber in Mijas suchten uns öfter mal Regenschauer heim, es war trotzdem ganz nett. Wir gingen was essen, wir nahmen auch wieder das Tagesmenü, es war super reichlich und lecker, ich hatte Fisch, Micha Fleisch, beide als Vorspeise Gazpacho und als Nachtisch Eis und Joghurt. Dann nach Benalmadena gefahren, aber nicht in den Teil an der Küste, sondern nach Arroyo de la Miel, dort herumgeschlendert, dann riß die Wolkendecke auf, und wir fuhren noch mal nach Mijas hoch und spazierten durch den Botanischen Garten, der wirklich hübsch war. Dann wieder zurück nach Benalmadena, wir machten noch mal Halt im ältesten Teil Benalmadenas, Benalmadena-Pueblo. Dort schlenderten wir entlang, es war auch sehr ansprechend hier. In Mijas waren Unmengen von Touristen gewesen, aber hier waren fast gar keine. Weiter nach Arroyo de la Miel und dort gegen 21:30 zum Chinesen. Es gab ein Tagesmenü für 7,- DM mit 3 Gängen und noch 2 Gläser Likör pro Person dazu, und alles war super lecker und auch reichlich. Eine Flasche Wein des Hauses kostete 7,50 DM. Da kann man echt nicht meckern!!! Dann zurück in unser Zimmer und noch Wein getrunken, 3:00 ins Bett
15.4.
Micha stand 9:30 auf und brachte das Mietauto weg, ich blieb liegen bis 11:00. Es war sowieso bewölkt, also versäumte man draußen nichts. Wir blieben im Zimmer und lasen. 14:00 dann kam die Sonne raus, und wir setzten uns draußen hin. Gegen 18:00 gingen wir dann nach Fuengirola rein, schlenderten herum, sahen uns den Sporthafen an und gingen 1 Liter Sangria trinken, den ersten in diesem Urlaub!!! Aber wenn man schon in Spanien ist, muß das einfach wenigstens 1x sein... Dazu aßen wir jeder einen Knoblauchtoast. Später gingen wir dann wieder zu einem Chinesen, der auch so ein supergünstiges Angebot für 7,50 DM hatte wie der in Arroyo de la Miel. Es war auch lecker und reichlich. Dann auf dem Zimmer noch Wein getrunken und 1:30 ins Bett.
16.4.
9:30 auf, Sachen gepackt, von 10:30-12:00 noch draußen rumgesessen, 13:15 per Zug zum Flughafen Malaga, 14:55 dann Start, 17:40 Landung in Düsseldorf, hier waren 15°C und Sonne
Alles in allem war es ein schöner Urlaub, das Wetter hätte ein bißchen besser sein können, aber wir haben viel gesehen und uns ganz gut erholt.