
Das lombardische Ufer des Lago MaggioreDas Ufer des Lago Maggiore hat auf der Seite der Lombardei ein anderes Gesicht als in Piemont. Das Land ist hier ebener, die Hügel sind sanfter und die Strände länger. Auch der Wind weht auf dieser Seite stärker und macht das Gebiet zum idealen Revier für Surfer und Segler.

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 Hafen von Laveno.
Foto: Handelskammer Varese
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Mittelpunkt des Küstenstreifens ist der Ort Laveno Mombello: seine günstige Lage macht ihn zum Verkehrsknotenpunkt für Zug- und Schiffslinien und zur Verbindung mit der Schweiz, dem Piemont und den Inseln des Sees. Schon seit dem 18. Jahrhundert kommen Touristen über die Alpenpässe in das Städtchen mit der anmutigen Kulisse. Von hier aus können sie den Sasso del Ferro erklimmen, der gleich hinter dem Ort 1036 Meter aufragt und von dessen Gipfel sich ein atemberaubender Panoramablick bietet. Die lange Tradition der Keramikkunst hat den Namen Laveno Mombello über Italien hinaus berühmt gemacht. Die erste Fabrik für Töpferwaren wurde 1856 gegründet und auch in schwierigen Zeiten überlebte das Handwerk während der folgenden Jahrzehnte. Heute führen zahlreiche kleinere Betriebe in der Umgebung die alte Tradition weiter.
Am südlichsten Ende des Lago Maggiore, am Übergang zum Fluss Ticino, liegt das Industriestädtchen Sesto Calende. Der ehemals bedeutende Ort ist heute hauptsächlich ein Verkehrsknotenpunkt. Seine Sehenswürdigkeiten sind die Abtei des Heiligen Donato, eine romanische Kirche aus dem 9. Jahrhundert, außerdem das Archäologische Museum mit den Zeugnisse der Zivilisation von Golasecca aus der Eisenzeit.

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 Rocca di Angera.
Foto: Handelskammer Varese
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Nördlich entlang des Sees erreicht man an einer kleinen Bucht Angera. Seit der Gründung durch die Römer erlebte der Ort verschiedenste Machthaber. Deutliche Spuren hat die lange Herrschaft der Borromäer hinterlassen: die Festung Rocca d'Angera, das imposanteste und historisch bedeutsamste Bauwerk der Stadt, befindet sich noch heute im Besitz dieser Familie. Einige Säle bilden eine Gemäldegalerie, in der kunstvolle Fresken lombardischer Künstler ausgestellt sind. Außerdem beherbergt die Festung ein riesiges Puppenmuseum aus den letzten drei Jahrhunderten. Nach einem Spaziergang über die elegante Seepromenade erreicht man die Wallfahrtskirche Madonna di Riva, deren ursprünglich gigantisch geplanter Bau 1657 begonnen aber nie zu Ende geführt wurde.
Weiter in Richtung Norden, vorbei an Laveno Mombello, liegt das schöne Städtchen Porto Valtravaglia. Früher berühmt für seine Glasindustrie, lebt die Stadt heute dank ihrer idyllischen Umgebung hauptsächlich vom Tourismus. Während das Bild des Ortskerns von Geschäften und Hotels bestimmt wird, sind in der näheren Umgebung der Stadt noch zahlreiche historischen Dörfer und prunkvolle Herrenhäuser zu finden.

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 Hafen von Luino.
Foto: Provincia di Varese
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Die größte Stadt der lombardischen Uferseite ist das elegante Luino. Es blickt auf eine lebhafte Geschichte zurück, die ihre Höhepunkte in Garibaldis Schlacht gegen die Österreicher im August 1848 und im Volksaufstand im Mai 1898 fand. Im Laufe der Zeit war der Ort die Heimat verschiedener berühmter Persönlichkeiten: Der Dichter Vittorio Sereni und der Schriftsteller Piero Chiara wurden hier geboren, Dario Fo lebte hier und gab sein Debüt im Teatro Sociale und Ernest Hemingway erwähnt die Stadt in seinem Roman "In einem anderen Land". Heute ist Luino ein lebhaftes Tourismus- und Industriezentrum mit schöner Altstadt und Seepromenade sowie einem alten Hafen. Neben den Kirchen des Ortes ist für Besucher besonders der Markttag interessant, ein Spektakel, zu dem sich schon seit dem 16. Jahrhundert die Menschen der Umgebung zusammenfinden.
Der letzte größere Ort vor der schweizer Grenze ist Maccagno, das ebenfalls eine lange Geschichte besitzt und im Mittelalter sein eigenes Münzrecht hatte. Das blühende und ruhige kleine Ferienstädtchen liegt an der Mündung des Flüsschens Giona. Sehenswert ist der historische Stadtkern und die Ortsteile auf halber Höhe in Richtung der Täler Veddasca und Dumentina.
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