Erfahrung Afrika: Nigeria - Reisebericht und Reiseplanung - Private Reiseberichte und Reiselinks aus aller Welt - Eric Gessmann - Hünxe 
Erfahrung Afrika: Nigeria -  Reisebericht und Reiseplanung - Private Reiseberichte und Reiselinks aus aller Welt - Eric Gessmann - Hünxe  Reisebericht und Reiseplanung - Private Reiseberichte und Reiselinks aus aller Welt - Eric Gessmann - Hünxe Erfahrung Afrika: Nigeria -
   Home  Reiseberichte ·  Reiseplanung ·  Reisen buchen     
Navigation
· Startseite
· Reiseplanung
· Feedback
· Impressum
· Empfehlen Sie uns
· Reiseberichte Top 10

Special Offers
· Urlaub Osterferien
· Urlaub Pfingsten
· Urlaub Sommerferien
· Urlaub Herbstferien

Reiseangebote
· Reisen Balearen
· Reisen Mallorca
· Reisen Kanaren
· Reisen Gran Canaria
· Reisen Fuerteventura
· Reisen Teneriffa
· Reisen Portugal
· Reisen Spanien
· Reisen Türkei
· Reisen Griechenland
· Reisen Italien
· Reisen Tunesien
· Reisen Bulgarien
· Reisen Ägypten
· Reisen Afrika
· Reisen Kuba
· Reisen Dom. Republik
· Reisen Karibik
· Reisen Mexico
· Reisen Asien

Reiseinfos
· Schüleraustausch mit iSt
· Seereise
· Reiseknaller
· Sylt Ferienwohnung
· Ferienhaus Urlaub
· Hotels für Messen
· Ferienimmobilien
· Ferienwohnung
· Reisetaschen
· Sprachreisen
· Kreuzfahrten
· Google Earth
· Reiseportal
· Billig Reisen
· Reise

Wer ist Online?
Zur Zeit sind 9 Gäste und 0 Mitglied(er) online.


Erfahrung Afrika: Nigeria

Nigeria

Nigeria, was haben wir nicht alles über dieses Land zu hören bekommen. Geschichten und Anekdoten über Kriminalität, Korruption und Willkür. Wohl kaum ein Reisender fühlt sich beim Grenzübertritt in dieses afrikanische Land wohl. Einst das Wirtschaftswunder des Schwarzen Kontinents, ist das Land nach Misswirtschaft und Ölpreisverfall in einen bodenlosen Abgrund gestürzt. Wie kaum anderswo bekommt der Reisende diese Missstände zu spüren. Nirgendwo sonst sind öffentliche Würdenträger schamloser als hier. Nigeria ist Abenteuer pur. Ein Abenteuer, auf das jeder gerne verzichten würde. Aber: kein Weg führt an Nigeria vorbei.

Der Grenzbeamte nimmt sogleich ein rüdes Verhalten an. "Die Pässe!". Keine Sorge, wir sind früh genug in Nigeria eingereist, um unser für 21 Tage gültiges Visum voll ausnutzen zu können. So lange wollen wir zwar nicht im Land bleiben, aber die lange Visadauer gibt uns das Gefühl der Sicherheit, bei Problemen nicht sofort unter Zeitdruck zu geraten. Der Beamte stempelt kommentarlos unsere Pässe ab. Neben dem Setzen der Einreisestempel besitzt er aber noch die Frechheit, unsere ursprünglichen Visa aus Mauretanien ungültig zu stempeln. Das neue Visum ist nur noch 48 Stunden gültig. "Neue Sonderregelung für Ausländer." "Die Verlängerung kann nur in Lagos vorgenommen werden". Dass wir nicht so dumm sein werden, freiwillig nach Lagos - in die gefährlichste Stadt Westafrikas - zu fahren, ist ihm wohl klar. Sechzig Mark sollen unsere "neuen" Visa kosten. Ein Witz. Aber unser cool lächelnder "Freund" sitzt am längeren Hebel. Ein neues Visum für die Rückkehr in den Niger haben wir nicht. Wir sitzen in seiner Falle. Die neue "Visagebühr" können wir noch auf die Hälfte drücken, aber tiefer geht es nimmer.

Der Zoll liegt erst im zwanzig Kilometer entfernten Damasak. Wir folgen der sandigen Piste und hoffen, dass der Zoll gnädiger mit uns verfährt. 48 Stunden, da bleibt uns keine Zeit für lange Diskussionen. Zwei Tage sind für die gut 300 Kilometer lange Etappe bis Kamerun zwar ausreichend, aber unsere beste Waffe, um uns gegen korrupte Beamte zu wehren - die Zeit, länger auszuharren als unser Gegenüber - ist uns verloren gegangen.

Auf halbem Weg springt ein kleiner, wild winkender und mit zerrissener Uniform bekleideter Mann auf die Piste. "Soll ich vorbei fahren oder anhalten?" Unser Unwissen, dass der Strolch nicht über Funk verfügt, lässt mich halten und somit einen der grössten Fehler der Reise machen.

Wir rollen langsam zu dem Einwanderungsbeamten. Ich kurbele die Scheibe herunter und halte dem Uniformierten unsere geöffneten Pässe mit der abgestempelten Seite hin. Für die Visa interessiert er sich gar nicht. Er zieht mir die Pässe lächelnd aus den Händen, trägt einige Daten in ein abgegriffenes Buch ein und steckt die Ausweise dann in die Brusttasche seines Hemds. Wir sollen ihn für seine "Arbeit" bezahlen. "Gib mir 100 US-$, sonst bekommt Ihr Euere Pässe nicht wieder. Du weisst, Nigeria ist ein schwieriges Land. Bezahle mich." Ich glaube, ich höre nicht recht! Wir steigen aus und ich gehe auf den kleinen, schmierigen Wicht zu. Der droht gleich unverhohlen: "Mach keine Schwierigkeiten, dort hinten ist mein Sicherheitsbeamter und der ist bewaffnet." Gibt es das? Nigeria, einmal und nie wieder! Hier wird man von den "Staatsdienern" so weit gebracht, dass man sie eigenhändig umbringen möchte. Wir diskutieren eine volle Stunde, gehen die ganze Litanei durch, von drohend bis Mitleid erheischend, aber nur ganz langsam fällt der geforderte Preis. Auch unsere Aussage, wir hätten nur Kreditkarte und Reiseschecks dabei, fruchtet nicht. Unser Peiniger droht sogar, uns den Wagen auszuräumen, da wir ohne Geld als Landstreicher festgenommen werden könnten. Gegen zwanzig Dollar bekommen wir am Ende unserer Ausdauer schliesslich unsere Pässe zurück.

Das Lake Chad Hotel ist eines der besten Hotels in der Maiduguri. Für knapp 30 Dollar bekommen wir einen luxuriösen Bungalow, vor dessen Fenster wir den Wagen parken können. Unsere Suite besteht aus mehreren Zimmern, alleine das Bett ist so gross wie unser ehemaliges Schlafzimmer. Seitdem Nigerias Wirtschaft in Turbulenzen geraten ist, sind durch die Abwertung der Naira alle Preise im Verhältnis zum Dollar erheblich gefallen. Unser einziger Vorteil in Nigeria. Trotz der desolaten Finanzlage sollte das Hotel aber sicher sein. Es gibt hohe, lückenlose Elektrozäune. Polizei, "Security Force" und eine private Wachgesellschaft patrouillieren pausenlos um das Hotelgelände. In der Nacht herrscht in Nigeria die Anarchie. Horrorszenarien aus Hollywoodfilmen, über das Leben in Los Angeles im Jahr 2010, sind hier bereits Realität geworden. Wir lassen uns das Abendessen auf unser Zimmer bringen. Welch ein Luxus in einem Land, das den Schritt vorwärts bereits getätigt hat, als es am Abgrund stand.

Das einzige was zählt, ist zeitgerecht nach Kamerun auszureisen. Lange Zeit sehen wir keine "Roadblocks" (Strassensperren). Dann werden wir das erste Mal gezwungen, anzuhalten. Die Strasse ist mit einigen Fässern, Steinen und Holzstämmen zu einer Fahrspur verengt. Der schmale Durchgang ist mit verrosteten Nagelbrettern blockiert. Im Schatten des nächsten Baumes hocken die Blutsauger und warten geduldig auf ihre Beute. Es folgen wieder Diskussionen und Forderungen. Wir erwehren uns unserer Haut so gut es eben geht. Polizei, Militär, Drogenfahndung, Geheimpolizei (die fahndet auf offener Strasse nach Spionen) und etliche Institutionen mehr, wollen unsere Papiere sehen und testen, ob sie uns nicht um einige Kleinigkeiten erleichtern können. Einzig Zoll und Einwanderungsbehörde versuchen dabei ernsthaft, uns etwas unterzuschieben. Mal soll das Carnet für Nigeria nicht gültig sein, mal hätten wir nicht das richtige Visum.

Die einzelnen Kontrollpunkte liegen bei dieser Schikane so eng aneinander, dass der nächste Posten hören kann, was bei uns bereits kontrolliert ist. Wir fühlen uns wie die Spielklötzchen im Malefiz-Spiel. Völlig erschöpft erreichen wir nach zwei Dutzend Hindernissen die Grenze. Unsere Spannung hält an. "Können wir überhaupt von Nigeria nach Kamerun einreisen?" Oder werden wir nicht raus oder rein gelassen? Kamerun und Nigeria liefern sich seit Wochen einen nicht unbedeutenden Krieg um eine ölreiche Halbinsel am Golf von Guinea. Durch die verschlossenen Türen des Zollamtes hören wir einen Zöllner brüllen, als wenn jemand brutal verhört werden würde. Mit gemischten Gefühlen betreten wir die verrauchte, lichtlose Baracke...

Fotos zum Bericht finden Sie unter der oben genannten URL.



Homepage: http://www.zebrastreifen.com/kamerun.htm

 
Angebote Nigeria
· Lastminute Nigeria

Info Reisebericht
Reiseland: Nigeria
Datum der Reise: 1999-2000
Dauer der Reise: 2 Jahre
Autor: Joly und Ingo Hoffmann
Aufrufe bisher: 1940

Mehr vom Autor
· Erfahrung Afrika: Angola
· Erfahrung Afrika: Botswana
· Erfahrung Afrika: Burkina Faso / Niger
· Erfahrung Afrika: Elfenbeinküste / Ivory Coast / Ghana
· Erfahrung Afrika: Nigeria
· Erfahrung Afrika: Kamerun
· Erfahrung Afrika: Kenia
· Erfahrung Afrika: Kongo
· Erfahrung Afrika: Senegal
· Erfahrung Afrika: Guinea
· Erfahrung Afrika: Sambia / Malawi
· Erfahrung Afrika: Marokko
· Erfahrung Afrika: Mauretanien
· Erfahrung Afrika: Namibia
· Erfahrung Afrika: Südafrika
· Erfahrung Afrika: Uganda
· Erfahrung Afrika: Zaire
· Erfahrung Afrika: Tanzania
· Erfahrung Afrika: Sansibar

Links zum Artikel
· Nigeria Wikipedia

Reiseberichte Nigeria
· Erfahrung Afrika: Nigeria

Verwandte Links
· Nachrichten von Joly und Ingo Hoffmann


Der meistgelesene Artikel zu dem Thema :
Costa Rica - Dschungel, Feuerkegel und Tukane


Reisebericht bewerten
Durchschnittliche Bewertung: 4
Stimmen: 1


Bitte bewerten Sie diesen Reisebericht:

weniger gut
normal
gut
sehr gut
hervorragend



Einstellungen

Druckbare Version  Druckbare Version

Diesen Artikel an einen Freund senden  Diesen Artikel an einen Freund senden



| Impressum | Last Minute Reisen | Allinclusive Reisen | Frühbucher Reisen | Urlaub Familie | Single Reisen | Nur Flug | Lastminute Reisen |
Alle Logos und Warenzeichen auf dieser Website sind Eigentum der jeweiligen Besitzer.
Die Inhalte und Reiseberichte unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren. © 1999-2010 Eric Gessmann - www.weit-weg.de
Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links.
Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.