Thailand: Koh Samui
Silke und Alexander waren schon in Sri Lanka. Pauschal. Thailand kannten sie noch nicht. Samui kannten wir noch nicht. Sie wurden von uns überredet. Nur: Wie die Termine, wegen Urlaub nehmen, alle unter einen Hut bringen?
Dann ging es doch: Mitte Januar. Aber: Wir beide fliegen eigentlich immer aufs Geradewohl, und das geht nicht, wenn man einen festen Reisetermin einhalten muß. Was tun? Unser Reisebüro zeigte uns einen Ausweg: Flug und ein Hotel pauschal mit Frühstück für 12 Nächte buchen, aber drei Wochen auf Samui bleiben und sich für die Restzeit selbst ein Hotel suchen. Und welches Hotel war im Katalog? Na ja, das Samui Maria Resort (damals drei Sterne) und Flug mit Garuda.
Gut, der Preis war in Ordnung und weil wir uns eine Freude machen wollten buchten wir "Super Tourist Class" (heisst seit Mitte 1999: "Premium Economy"), d.h. Business-Class-Sitze mit Tourist-Class-Essen, und das für nur 400,- DM p.P. hin und zurück als Aufpreis. Nun ja, das sind umgerechnet pro Person 16,- DM die Flugstunde mehr. Lohnt sich das? Wollen mal sehen.
Erkundigungen einziehen über Internet und News-Groups: Die Meinungen waren gespalten: Ja, lohnt sich... bis Nein, ist rausgeworfenes Geld. Dazu: Garuda hätte fast immer starke Verspätungen, und da wir ja den Anschlußflug mit Bangkok Airways nach Samui kriegen wollten, war das ja nicht gerade beruhigend.
Ankunft Bangkok 08.50 Uhr, Abflug nach Samui 11.10 Uhr. Reicht das?
4 Wochen lang haben wir über Videotext die tatsächlichen Zeiten der Garuda in Frankfurt beobachtet. Meist pünktlich, aber ab und zu auch mal 2 Stunden und mehr Verspätung. Na ja, ab nach Frankfurt mit der S-Bahn, erste Überraschung: Eigener Abfertigungsschalter für Super Tourist!
Und der Flieger kam auch pünktlich aus London, wir rein: Riiiesensitze und TV-Schirm mit 6 Filmprogrammen an jedem Platz!
Nun saßen wir da, die Abflugzeit kam und nichts geschah. 20 Minuten nach Starttermin die Borddurchsage: Wegen Schwierigkeiten mit der Klimaanlage haben wir leider etwas Verspätung, wir hoffen jedoch, daß in einer halben Stunde der Schaden behoben ist.
Oh, oh, oh! Zittern, zagen, warten. Und siehe: Genau eine Stunde und 10 Minuten nach der Startzeit hoben wir ab. Reicht es?
Es reichte, denn die voraussichtliche Ankunftszeit Bangkok wurde nur um eine halbe Stunde später als geplant angegeben.
Der Flug selbst war sehr angenehm: Freundliches und sehr aufmerksames Personal, die bequemen und breiten Sitze, der eigene TV-Schirm und eine nette Gesellschaft (Gudrun freundete sich mit Philippe aus Belgien an und ich ertrank meinen Liebeskummer mit drei anderen Mitreisenden stehenderweise an der Bordbar).
Butterweiche Landung in Bangkok. Raus aus dem Flieger und zu Fuß durch den 650 m langen Verbindungsschlauch vom International zum Domestic Airport. Man fühlte sich schon fast wieder wie zuhause.
Ab zum Check-in-Schalter der Bangkok Airways und weiter ins Flugzeug: Hübsches kleines 2-motoriges Propeller-Maschinchen, 70 Sitze, geht ab wir die Post, fliegt in nur 4000-5000 m Höhe über den Golf von Siam direktemang nach Samui, schöne Sicht auf die kleinen Inseln, auf die Schiffe und Fischerboote.
Anderthalb Stunden Flug brutto, und wir waren da: Samui, das Paradies. Temperatur: 30° C, zu Hause 3°C. Und ein Traum von einem Flughafen: alles rundum offen, schnuckelig, zum Verlieben.
Wir wurden abgeholt. Ach ja, es war ja pauschal gebucht! Nur: der Fahrer fuhr uns zuerst zu einem falschen Hotel, nicht so schlimm, alles im Preis drin, und dann zum Samui Maria.
Erster Eindruck: 200 m von der Straße entfernt mit Schlamm-Zufahrt und kein Dörfchen in der Nähe.
Gute Zimmer (Bungalows) im tropischen Garten. Restaurant geht so. Und etwas teurer als der Durchschnitt Samuis. Bitte aber nicht vergessen: kein Vergleich zu den Preisen in Deutschland!
Strand? Klein, nicht sehr sauber, unattraktiv, zum Baden und Schwimmen weniger geeignet. Traurig sein, weil wir jetzt einige Tage bleiben mußten? Nein, es gibt ja die zahlreichen preiswerten Leihmopeds überall in Thailand und so auch hier.
Am nächsten Morgen buchten Silke, Alexander und wir im Hotel 2 Mopeds, und ab gings: Erste Eindrücke von Samui: Ringstraße gut, Lamai und Chaweng unter aller Sau (die Straßen)!!!!!
Es war noch halbe Regenzeit, jeden zweiten Tag regnete es, kurz, aber heftig, und Straßen in stark bevölkerten Touristenorten sollten doch wohl befestigt sein, aber nicht hier!!!! Faustregel für Samui: Je mehr Betrieb in der Stadt, um so schlimmer die Straßen (Ausnahme Nathon).
Im Süden der Insel sind kaum Touristen, dafür sind die Straßen hervorragend ausgebaut.
In Chaweng und Lamai, den beiden Hauptstränden, erstecken sich nach einem Regenguß riesige Schlamm- und Wasserwüsten, teilweise bis 50 cm tief. Verheerend.
Wir erhielten Informationen, daß sich um den Bau dieser nicht vorhandenen Straßen Orts, Kreis-, Regional- und Staatsregierung streiten würden. Und so sieht es auch aus. Immer wieder wird vertröstet: Jetzt fangen wir an! Jetzt bedeutet irgendwann mal.
Die nächsten Tage waren wir beide allein und erforschten den Süden der Insel, ganz einsame Eckchen und Winkel, schöne Buchten und freundliche Thailänder: Dort ist Samui wirklich ein Paradies!
Silke und Alexander lernten in diesen Tagen Tauchen: Preiswerter 4-Tage-Vollzeit-Tauchkurs mit allem drum und dran. Sie schwärmen noch heute davon!
Abends fuhren wir dann natürlich gemeinsam nach Lamai zum Essen: Na ja, Jubel, Trubel Heiterkeit, Rüdesheimer Drosselgasse und Hofbräuhaus gleichzeitig, schöner Strand, etwas überlaufen und einigermaßen preiswertes Essen und Getränke, aber kein Ort zum Erholen, Relaxen und Faulenzen. Das gleiche gilt für Chaweng. (Alexander ließ es sich nicht nehmen, seine Fotosammlung:"Klos in aller Welt" um einige Exemplare zu bereichern.)
An einem Abend in Lamai beim Abendessen geschah das unerwartete: Plötzlich standen Moni und Otto vor uns!
Sie waren von Phuket, wo die beiden Urlaub machten, mit dem Bus rübergefahren nach Samui, um uns zu besuchen. Und rein zufällig fanden sie uns an diesem Abend mitten im Trubel von Lamai !!!!!
Unsere immer weiter weg führenden Mopedausflüge zeigten uns nach und nach die ganze Insel: Bophut, Big Buddha, Maenam, Nathon und vieles andere mehr. Wir wollten doch eine Unterkunft für den weiteren Aufenthalt finden!
Und in Choeng Mon wurden wir fündig: Der schönste Strand der ganzen Insel, traumhaft gelegen, ruhig, einige Bungalow-Anlagen, etwa 10 Restaurants, fast alle direkt am Strand! Das war's !!!!!!
Probeweise blieben wir gemeinsam mit Moni und Otto über Nacht in einer der Anlagen, bevor die beiden wieder nach Phuket abdüsten.
Man soll es nicht glauben, daß nur 5 km nördlich von Chaweng und 3 km westlich vom Big Buddha sich ein solch ruhiger, schöner, gemütlicher, hübscher Geheimtip-Strand befindet! Und die Resorts bieten jedem etwas: Von Luxus (White House, Boathouse) bis preiswert einfach.
Was soll ich jetzt noch viel erzählen: hinfahren, angucken, bleiben!
Während Silke und Alexander mit ihrer Tauchschule noch einige Tauchgänge absolvierten, wollten wir uns Koh Phangan oder Koh Tao anschauen. Leider ist (wenn man kein Schnellboot nimmt) Koh Tao zu weit entfernt und man hätte mindestens 4 Tage einplanen müssen. So entschieden wir uns für Koh Phangan.
Morgens früh ab zur Fähre und los ging's zur Insel. Überfahrt eine gute Stunde, hohe Wellen! Auf Koh Phangan ein Moped gemietet und weiter die Küste entlang.
Also: manche Steigungen und Gefällstrecken auf der Küstenstraße sind etwas für Todesmutige.
Trotzdem ist die Insel sehenswert, wesentlich einfacher und ruhiger als Samui, dafür aber etwas ursprünglicher. Große Ausnahme: die Full-Moon-Partys, die man besser meiden sollte, wenn man nicht unbedingt Woodstock à la Thailand erleben will.
Zum Übernachten fanden wir eine kleine, sehr, sehr einfache Anlage (Bungalow 12,- DM), aber dafür nur 2 Meter von der Wasserlinie entfernt. Strom gabs erst ab 19 Uhr und nur für den Ventilator (10 Umdrehungen pro Minute) und im Restaurant für die Beleuchtung und den obligatorischen Fernseher.
Robinson und Freitag hatten etwas mehr Komfort. Fazit: Koh Phangan mal angucken, aber nicht unbedingt zwei Wochen bleiben (Inselkoller).
Die zwei Tage auf dieser Insel reichten uns aber vorerst mal für den ersten Eindruck.
Irgendwann kam dann der Tag des Abschieds. 3 1/2 Wochen sind ja auch reichlich genug.
Am letzten Tag bekamen wir noch einmal Einkaufsanfälle: Ab nach Chaweng und noch das kaufen, was man gerne haben wollte. Selbstverständlich fand mein Schatz genau an diesem letzten Tag die richtigen Schuhe, die sie sich schon immer gewünscht hatte, nur der Laden war heute geschlossen. Macht nix.
Ab zum "Samui International Airport", hinein in den Propellerapparat und weg nach Bangkok. Gepäck abholen, hinein in den Fußgängerschlauch und bei Garuda wieder einchecken.
Leider war unser Billig-Restaurant, das wir beim Rückflug im März 1998 gefunden hatten, schon geschlossen. Geheimtip für alle, die in Bangkok Airport etwas Zeit haben: Nepp muß nicht sein und ein Weizenbier für 12 DM auch nicht:
Am Beginn der 650-m-langen Fußgängerschlauchtunnelüberführung zwischen International Airport und des Domestic Aiport befindet sich ein relativ großes Restaurant mit den günstigsten Preisen im ganzen Flughafen. Teilweise ausgeschildert mit "Food Center", aber dennoch leicht zu finden: Die allerletzten beiden Türen rechts, bevor der Glas-Tunnel anfängt! Macht aber schon um 21 Uhr zu!!
Über den Rückflug mit Garuda in der Super Tourist Class konnte man wiederum sagen: Angenehm und sein Geld wert. Und sogar pünktlich.
Alles in allem war es wieder ein wunderschöner Urlaub, den wir in 2000 fortsetzen wollen.
Auf Wiedersehen, Thailand!
Fazit: ein Urlaub, fast nichts geplant und im Voraus gebucht, und deswegen ein Traumerlebnis. NACHMACHEN!