Thailand: Koh Phuket März 1998
Zwei Freunde, Moni und Otto, waren Mitte Dezember bis Ende Januar dort: Sie schwärmten uns vor von den herrlichen Stränden, den freundlichen Thailändern und den günstigen Preisen. Auch Helene und Eugen, die schon über zehn mal in Pattaya Urlaub machten, rieten uns zu.
-Gudrun?
-Ja, sagte mein Schatz, dahin wollen wir auch fliegen.
Gesagt, getan. Wer hat das günstigste Flugangebot? Damals war es die Thai Airways mit ihrem Partnertarif (Companion Fare): Eine Person zahlt voll, eine zweite die Hälfte. Und so erstanden wir für nur 1150,- DM pro Person den Flug mit Thai von Frankfurt nach Phuket. Der Abflug am 9.März war überaus pünktlich, 14 Uhr 10. Und daß wir in Bangkok den Flieger wechseln mußten, war uns schon bekannt, denn der Weiterflug mit der gleichen Maschine war ausgebucht. Nicht so schlimm, denn dann kamen wir eine Stunde früher nach Phuket. Unwissenderweise gingen wir in Bangkok durch den Zoll (das Gepäck war bereits in Frankfurt nach Phuket durchgecheckt worden) und durch den langen Schlauch zum Inlands-Airport.
Auf den letzten Drücker, zehn Minuten vor Abflug, erreichten wir den Abflug-Gate und gelangten ins Flugzeug. Aber warum flog es nicht ab? Das Rätsel löste sich nach weiteren zehn Minuten: Die Fluggäste aus unserer Maschine, die ebenfalls mit diesem Flieger weiterwollten, kamen erst jetzt mit einem Bus an. Sie mußten derweil über anderthalb Stunden in einem Wartekämmerchen schmoren, bis sie zum Anschlußflug gekarrt wurden. Wir hatten in dieser Zeit schon einen ersten Eindruck vom Bangkoker Flughafen gewonnen.
Ein bischen rächte sich jedoch unsere Umsteig-Voreiligkeit: Auf Phuket angekommen, konnten wir unser Gepäck nicht direkt in Empfang nehmen, da wir bereits 'Inländer' waren, unser Gepäck aber noch im 'Ausland' lag: Zuerst gingen wir ohne Kontrolle durch den Inlands-Ausgang, dann um den ganzen Flughafen herum zum Auslands-Ausgang und durften uns dort zum Zoll durchfragen, der dann unserem Koffer seinen Segen gab.
Und nun? In dieser Hitze? Ein Taxi oder einen Sammelbus oder ein Tuk-Tuk nach Patong für etwa 25 Kilometer? Wir entschieden uns zuerst mal für das Taxi, der Fahrer ließ während der gesamten Fahrt nicht locker, uns zu erzählen, daß alle Hotels voll seien und daß nur er die wenigen freien Hotels wüßte und daß sein Schwager jemand kennt, der usw. usw..... Weil wir nicht auf ihn hörten, ließ er uns widerwillig am Holiday Resort in Patong raus und ärgerte sich, daß es noch jede Menge freier Bungalows hatte. Ohne Trinkgeld zu nehmen zog er ab.
Es war eine wunderschöne Anlage: ein tropischer Garten mit Pool, gepflegte Bungalows mit AC, TV und Kühlschrank/Minibar. Koffer ausladen und ab in den Trubel: Unbeschreiblich! Entlang der Uferstraße ein hektisches Leben und Treiben! Nach einem ausgiebigen Abendessen gings dann ab in die Falle.
Am nächsten Tag betrachteten wir ausgiebig Patong, die Stadt und den vollen Strand: Und wir entschieden, daß es hier doch ein wenig zu quirlig war. Und nachdem wir an diesem zweiten Tag wegen der Zeitverschiebung und des langen Fluges doch etwas füher in die Falle fielen, als wir vorhatten, nahmen wir Tags darauf ein Tuk-Tuk nach Karon, dem nächsten Strand im Süden von Patong. Und dort fanden wir genau das, was wir wollten: Ruhe und trotzdem viele, viele leckere Restaurants, günstigere Preise, jede Menge Geschäfte aller Richtungen, sauberen, weiten, nicht überlaufenen Strand und die gleichen überaus netten Leute, wie in ganz Thailand: Wir suchten uns das Karon View Resort aus und buchten für den nächsten Tag.
Das Hotel war klein und schnuckelig: Rund um den 4-mal-8-Meter-Pool waren die geräumigen Bungalow-Zimmer angeordnet, inmitten von einem Blütenmeer. Zwar waren es zum Strand 200 Meter, doch es tat unserer Freude keinen Abbruch: Hier blieben wir für die nächsten drei Wochen!
Die Tage waren nun ausgefüllt: Moped mieten und die Insel erkunden, faulenzen, am Strand schmoren, schnorcheln, bummeln, schwimmen, am Pool relaxen, sich im Air-Condition-Zimmer mal herunterkühlen lassen (draußen waren es 42° !!!) und vor allem: Essen, Trinken, Essen, Trinken ....... Thai-Küche in allen Variationen und dazu das gute Singha-Bier oder Mehkong-Whisky mit Eis und Cola.
Bei unseren Ausflügen mit dem Moped fanden wir noch weitere wunderschöne Strände im Südosten der Insel, an denen wir es uns gutgehen ließen. Die Straßen auf der Insel sind hervorragend ausgebaut, nur an den Linksverkehr muß man sich gewöhnen, aber nach wenigen Minuten hat man es geschnallt. Und daß ohne-Helm-fahren eine Einnahmequelle der örtlichen Polizei ist, durften wir auch erfahren: 15 Mark einschließlich eines halbstündigen Fußmarsches zur Polizeistation zum Bezahlen und wieder zurück.
Selbstverständlich durften auch größere Ausflüge nicht fehlen. Bei einer unserer Fahrten mit dem örtlichen Bus nach Phuket-Town erstanden wir uns für 4 DM pro Person die Fahrkarten mit dem Air-Condition-Bus nach Krabi, 180 km entfernt. Der zentrale Busbahnhof in Phuket Town ist schon eine Sehenswürdigkeit für sich: Was für andere Städte mit 200000 Einwohnern der (Eisenbahn-)Bahnhof, ist für diese Stadt der Busbahnhof, zahlreiche Überlandverbindungen in alle Richtungen.
Die Fahrt nach Krabi , 3 Stunden durch die herrliche Landschaft um Phangga (James-Bond-Felsen) war angenehm, und Krabi selber, bzw. der Hauptstrand dort sind schon ein Erlebnis: Blumen, Palmen, Felsen, Strand und Sonne!
Allein die kleine Strandtaverne 'Last Café' ist schon eine Reise wert: Ganz unter schattigen Palmen direkt am Strand, ohne Strom, dafür aber mit genug Eis, Mehkong und Singha! Und daß man auch in Krabi und Umgebung vorzüglich essen kann, ist wohl eine Selbstverständlichkeit. Und auf der wiederum 3-stündigen Rückfahrt nach Karon schliefen wir im Bus den Schlaf der Gerechten.
Eine weitere Fahrt unternahmen wir nach Phi-Phi, den beiden Palmen-Trauminseln, doch abgesehen von der wunderschönen Landschaft waren wir enttäuscht. Leider zu viele Tagestouristen (wir selber waren ja auch welche) und daher tagsüber zu überlaufen. Wer dort seinen Urlaub verbringen will, muß trotz Paradies gute Nerven haben, wenn er nicht schon nach ein paar Tagen den Inselkoller kriegt.
Der Hafen von Phuket-Town, von wo aus wir Richtung Phi-Phi in See stachen, ist schon ein Erlebnis: Hühner, Hunde, Kinder, Schrottautos und im Hintergrund das Ufer, an dem etwa 300 Fischerboote liegen, Schlamm, Gestank und Dreck: Das andere Gesicht von Phuket, das nur wenige sehen (wollen).
Alles in allem war es ein wunderschöner Urlaub, den wir im Januar 1999 wieder in Thailand, und zwar in Koh Samui fortsetzen werden.
Auf Wiedersehen, Thailand!
Fazit: ein Urlaub, nicht geplant, nichts im voraus gebucht und deswegen ein Traumerlebnis. NACHMACHEN!