Provence-Tour
Eine Woche (oder mehr) mit dem Auto durch Frankreichs Süden
Die Reise beginnt an der italienischen Grenze, man kann aber überall einsteigen oder abkürzen. Die beste Reisezeit ist im April oder Mai, außerhalb der französischen Schulferien (zwei Wochen im April, in drei Regionen unterteilt). Die Unterbringung erfolgt wahlweise in Jugendherbergen oder "Formule 1"- Hotels, einer Hotelkette, die Zimmer für bis zu drei Personen zum Preis von 139 FF anbietet. Duschen und WC sind auf dem Flur, aber recht ordentlich. Diese Hotels befinden sich immer außerhalb der Stadtzentren in der Nähe von Schnellstraßen.
Je nach dem, wieviel Zeit man hat, sollte man sich überlegen, ob man über die Autobahn fährt (gebührenpflichtig) oder die Küstenstraße nimmt. Diese ist nicht zu unterschätzen, denn auf der Karte sieht alles sehr nah aus, aber die kurvenreiche Straße fordert viel Zeit.
Ein erster Abstecher lohnt sich schon nach Monaco. Auch wenn hier immer viele Touristen sind, es gibt eine Menge zu sehen: Große Yachten im Hafen, das Casino und der Palast mit einem herrlichen Garten auf den Felsen. Weiter geht es nach Nizza, das eine schöne Altstadt und auch einige Museen zu bieten hat. Ebenso lohnt sich das Flanieren auf der Promenade des Anglais, der Küstenstraße, an der prachtvolle Hotels stehen. Über Antibes geht es nach Cannes, wo jährlich Anfang Mai die berühmten Filmfestspiele stattfinden. Der Esterel-Uferstraße folgend durch viele kleine Orte bis nach St. Raphaël/Fréjus. In Fréjus gibt es eine gute Jugendherberge, etwas außerhalb des Zentrums.
Zwischen Monaco und Fréjus sollte man nach Lust und Laune anhalten und übernachten, JH und Formule 1 gibt es in jeder Stadt.
Die nächste Etappe führt an der Küste entlang zunächst nach St. Tropez. Ein schöner Ort, aber Parken kann man nicht unter 13 FF die Stunde, also sollte man sich überlegen, entweder den Wagen außerhalb abzustellen oder sich die Zeit genau einteilen. In der Nähe von St. Tropez gibt es herrliche Strände, wenn man der Küstenstraße in Richtung Cavalaire und Le Lavandou folgt. Eine Übernachtungsmöglichkeit bietet das Formule 1 in Hyères. Von hier aus kann man am nächsten Tag die Presqu`île de Giens erkunden, die schöne Buchten bietet, und die man, wenn die Zeit es erlaubt, zu Fuß umrunden kann. Weiter geht's bis nach Cassis, einem Ort so schön wie (oder schöner als) St. Tropez, aber mit wesentlich weniger Touristen. Ein Highlight der Tour sind die Calanques, Buchten mit kristallklarem Wasser. Man verläßt Cassis über die D 559 in Richtung Marseille, und biegt nach wenigen Kilometern links ab. Dort geht es auch zur Jugenherberge. Man fährt über einen ziemlich schlechten Schotterweg bis man zu einem Parkplatz gelangt. Von hier erreicht man zu Fuß eine der Calanques in einer Stunde. Man sollte genügend Zeit und auch feste Schuhe haben, denn man muß ca. 400 m zuerst hinunter, und später auch wieder hoch gehen! Eine geeignete Tageszeit ist der Morgen oder Mittag, wenn in die Calnque die Sonne scheint. Es ist ein fantastischer Anblick.
Von dem Parkplatz erreicht man nach weiteren 2 km die JH, in der man sehr preiswert übernachten kann (gemischte Zimmer und keine Duschen, aber recht neu), aber der Vorteil der franz. JH: eine gut ausgestattete Küche.
Das nächste Ziel heißt Marseille, eine Großstadt, die einen schönen Hafen besitzt. Zu Gunsten der Schönheiten der Provence sollte man sich hier nicht zu lange aufhalten. Sehenswerter ist Aix-en-Provence im Norden von Marseille, zu erreichen über die A 7. Die Stadt bietet viele kleine Gässchen und Winkel im Zentrum, sowie die Flaniermeile "Cours de Mirabeau". Eine Übernachtungsmöglichkeit ist das Formule 1 in Salon-de-Provence, einem kleinen Städtchen, wo unter anderem das Haus von Nostradamus steht.
Weiter geht's von hier nach Arles, einem Ort, das noch eine Stadtmauer und ein Amphietheater besitzt, in dem zu Ostern eine Fiesta, ein Stierkampf stattfindet. Ebenso befindet sich dort das berühmte "Café de nuit" von Van Gogh.
Von Arles führt die Reise nach Avignon, wobei man noch einen Abstecher zum "Pont du Gard" machen kann, einem erhaltenen, sehr eindrucksvollen Aquädukt. Auch Avignon hat neben der berühmten "Pont d'Avignon" einiges zu bieten. Der Papstpalast sowie andere Museen laden zu einem Besuch ein. Ebenso gut kann man durch die kleinen Gassen spazieren und sich die Geschäfte ansehen. Zum Übernachten geht's in die JH in Fontaine-de-Vaucluse östlich von Avignon, zu erreichen über die N 100 bis L'Isle-sur-la-Sorgue, dann ist der Ort ausgeschildert. Er liegt auf dem Plateau de Vaucluse und hier entspringt die Sorgue aus dem Nichts.
Die letzte Etappe führt quer durch den Lubéron. Es lohnen sich Abstecher nach Gordes (Achtung, einen Parkplatz nicht im Zentrum suchen!) und nach Roussillon, ein Ort, der aus rotem Fels besteht. Hier kann man zu Fuß in den "Val des Fées" gehen und einem Pfad durch die bizarre Landschaft folgen (Rundweg, Dauer: ca. 45min). Es gibt rechts und links der N 100, die durch den Lubéron führt, jede Menge kleine Orte, die man sich ansehen kann. Am Ende der Nationalstraße trifft man auf die A 51, die Richtung Grenoble geht.
Diese Reise ist beliebig zu verkürzen oder zu verlängern, wie man die Zeit und die Lust hat, in verschiedenen Orten anzuhalten. Die Übernachtungsmöglichkeiten sind preiswert und so gut wie überall zu finden. Teuer sind nur die Parkplätze in touristenüberlaufenen Orten. Ebenso kann man die Gegend mehrmals erkunden, da es immer wieder etwas Neues zu sehen gibt.