Australien - Tasmanien - Singapur - Reisebericht und Reiseplanung - Private Reiseberichte und Reiselinks aus aller Welt - Eric Gessmann - Hünxe 
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Australien - Tasmanien - Singapur


Australien / Tasmanien / Singapur
Reiseeindrücke November/Dezember 1998

Ayersrock Tasmanien  

Reiseroute

Stopover Singapur
Tag 1 Frankfurt - Singapur
Tag 2 Singapur
Tag 3 Singapur - Darwin

Northern Territory -
Tag 4 Darwin und Umgebung
Tag 5 Litchfield National Park - Kakadu National Park
Tag 6 Kakadu National Park
Tag 7 Kakadu National Park - Katherine Gorge
Tag 8 Katherine Gorge - Tennant Creek

Red Centre
Tag 9 Tennant Creek - Alice Springs - West MacDonnell National Park
Tag 10 West Mac Donnell National Park - Rainbow Valley
Tag 11 Alice Springs
Tag 12 Kings Canyon
Tag 13 Uluru-Kata Tjuta National Park (Olgas)
Tag 14 Uluru-Kata Tjuta National Park (Ayers Rock) - Sydney

Tasmanien
Tag 15 Sydney - Hobart (Tasmanien)
Tag 16 Mount Field National Park - Gordon River
Tag 17 Hamilton - Strahan
Tag 18 Cradle Mountain -Lake St. Clair National Park
Tag 19 Asbestos Range National Park - St. Helens
Tag 20 Ostküste- Freycinet National Park
Tag 21 Maria Island National Park
Tag 22 Port Arthur
Tag 23Hastings - Hobart - Sydney

Sydney und Umgebung
Tag 24 Sydney
Tag 25 Sydney
Tag 26 Blue Mountains
Tag 27 Sydney - Frankfurt - Hamburg


Tag 1: Frankfurt - Singapur

Mit Singapore Airlines geht es von Frankfurt nach Singapur, wo wir einige Stunden Aufenthalt eingeplant haben. Die Zeit wollen wir für eine Stadtrundfahrt nutzen. Da wir jedoch die Reiseanstrengungen etwas unterschätzt haben, quartieren wir uns erst einmal für vier Stunden in einem Transferhotel ein, um etwas Schlaf nachzuholen. Auf dem Flug war uns dieser einerseits aus Platzmangel, andererseits aber auch aufgrund stundenlanger -Tetris--Spiele auf der Spielekonsole, die es bei Singapore Airlines sogar in der Economy-Class gibt, entgangen.

Nach der kurzen Ruhezeit etwas erholt buchen wir am Flughafen eine Stadtrundfahrt, die uns die aufwändigen Immigrations-Formalitäten erspart. Mit dem Bus geht es in die City, wo eine Bootsfahrt auf dem Singapore River auf uns Vom Wasser aus werden uns viele Betonansichten und wohl dosiertes asiatisches Flair dar geboten. Wenige interessante Gebäude werden uns anschließend per Bus vorgeführt, bevor es schon wieder zurück zum Flughafen geht. Wir sind ehrlich gesagt auch ziemlich froh darüber, da Australien schließlich ruft und Singapur nicht besonders reizvoll erschien. Dachten wir!

Nach einer kurzen Stärkung am Flughafen machen wir uns auf zum Gate für den Weiterflug. Komischerweise zeigt aber keine Anzeigetafel und kein Bildschirm unseren Weiterflug an. Also stellen wir uns am Transferschalter an. Während der Wartezeit schauen wir noch mal auf unser Ticket. Sekunden vergehen, bevor wir realisieren, dass das Datum unseres Fluges nach Darwin erst zwei Tage später ist. Ungläubig konzedieren wir, dass der Stress im Vorfeld des Urlaubes wohl etwas hoch war und man im Reisebüro doch etwas genauer hinschauen sollte. Ein alternativer vorgezogener Flug mit British Airways ist exorbitant teuer, so dass wir beschließen, in den sauren Apfel zu beißen und den unerwarteten Aufenthalt in Singapur zu organisieren. Leider ist unser Gepäck nach Darwin durchgecheckt worden und trotz intensiver Bemühungen des freundlichen Personals nicht auffindbar; es gibt einfach zu viele schwarze Delsey Taschen.

Ausgestattet mit einem kleinen Rucksack mit rudimentären Überlebensartikeln (Zahnbürste, Unterwäsche) und bekleidet mit Jeans und Wanderschuhen (bei ca. 30 Grad) buchen wir ein Hotel in der Stadt (Robertson Quay) und steigen - nachdem wir natürlich die aufwändigen Immigrations-Formalitäten erledigt haben - ins Taxi. Schon wieder reichlich erledigt schlendern wir am Abend zum North Boat Quay, einer touristischen Restaurantmeile am Wasser und kaufen unterwegs auf einem Weihnachtsmarkt spät am Abend T-Shirts respektive Kleider (Reine Seide für 10,00 Euro) sowie einen Reiseführer ein.

Tag 2: Singapur

Singapur Etwas später am Vormittag des folgenden Tages machen wir uns zu Fuß auf den Weg, die Stadt zu erkunden und vielleicht die erste negative Erfahrung des Vortages auszulöschen. Singapur ist allerdings nicht besonders geeignet für Fußmärsche. Die meisten fahren doch eher Auto. Wieder am North Boat Quay fahren wir mit einem Aufzug zur 36. Etage des UOB Plaza Gebäudes, ein 60 Stockwerke hoher Wolkenkratzers eines japanischen Architekten. Aus derSky Lobby im 37. Stock blicken wir über den nördlichen Teil der Stadt.

An der Stelle, wo der Singapore River in die Marina Bay fließt, steht das Wahrzeichen der Stadt, der Merlion - eine mythische weiße Figur, halb Löwe und halb Fisch. Laut einer Legende glaubte ein Prinz aus Sumatra im tropischen Urwald einen Löwen zu sehen und nannte den Ort am Südende Malaysias Singa Pura, was soviel wie die Löwenstadt bedeutet.

Auf der anderen Seite des Flusses, die man man über die Cavenagh Brücke erreicht, finden sich einige koloniale Gebäude, z.B. das Empress Place Building, das ein Museum beherbergt oder das Parlamentsgebäude.

Auf knapp 6.500 qkm leben rund 4,3 Mio. Menschen, überwiegend chinesischer Abstammung. Singapur ist eine parlamentarische Republik und eines der reichsten asiatischen Länder. 1965 erlangte der Stadtstaat die volle Unabhängigkeit von England. Doubtful Sound

Wir beschließen uns auf die Suche nach den asiatischen Wurzeln der Stadt zu machen und machen uns auf nach Chinatown. Allerdings handelt es sich eher um ein museales Erlebnis denn um quirliges Leben auf den Strassen. Die Häuser wurden restauriert und schauen schön bunt aus, aber wer andere asiatische Großstädte kennt, ist enttäuscht. Immerhin kontrastieren bunte Tempel im Vordergrund mit Hochhausfassaden im Hintergrund. Mitten in Chinatown schauen wir uns unter anderem den indischen Sri Mariamman Tempel und den Thian Hock Keng Tempel an, die älteste Anlage der Stadt. Den Hauch einer anderen Kultur kann man noch erahnen.

Alt werden wir auch heute nicht und nach einem Abendessen am Boat Quay beenden wir den Tag.

Tag 3: Singapur - Darwin

Heute widmen wir uns zunächst dem Eldorado aller Singapurians, der Orchard Road. Dies ist die Einkaufsmeile der Stadt und getreu dem Motto -Shop till you drop- schlendern wir von einem klimatisiertem Einkaufszentrum zum nächsten, alle sind im Reiseführer enthusiastisch beschrieben. Westliche Designerprodukte sind zwar reichlich vorhanden, aber nicht wirklich preiswerter als in Deutschland, "no name"-Ware ist allerdings sehr günstig und das bei ordentlicher Qualität. Der Hitze Tribut zollend erwerben wir daher noch Shorts.

Bei hochsommerlichen Temperaturen Weihnachtsdekorationen zu sehen, finden wir etwas befremdent. Um dem vorweihnachtlichen Gewusel zu entfliehen machen wir uns auf zur Hafenrundfahrt. Auf einem einer alten Dschunke nachempfundenen Schiff namens -Cheng Ho- geht es am Hafen vorbei, der weltweit das größte Frachtaufkommen besitzt und an dessen Einfahrt unzählige Schiffe auf ihre Abfertigung warten, weiter zu einer Insel namens Kusu, auf der wir einige Zeit am Strand verbringen und domestizierten Schildkröten zuschauen.

Zugegeben etwas erleichtert fahren wir dann gegen Abend zum Flughafen in voller Vorfreude, nun endlich nach Australien weiterzureisen, dem eigentlichen Ziel unserer Reise. Das Fazit zu Singapur fällt eher nüchtern aus. Sicher kann man sich hier einige Tage lang gut beschäftigen, die große Begeisterung kommt bei uns aber aufgrund der Sterilität der Stadt (die Straßen und Gehsteige sind wie geleckt und mit einem Verbots-Schilder-Wald bepflanzt) des puren Konsumfetischismus nicht auf, obwohl wir uns sicherlich auch nicht als die großen Kapitalismushasser outen wollen.

Tag 4: Darwin und Umgebung

Noch im Flieger nehmen wir unsere Reiseunterlagen genauer unter die Lupe, um weiteren Überraschungen vorzubeugen. Aber das Reisebüro hat alle Buchungen wenigstens in sich konsistent vorgenommen. Gegen drei Uhr morgens landen wir in Darwin auf dem sogenannten fünften Kontinent, einem Kontinent, der auf einer Fläche fast von der Größe der USA gerade einmal 17,7 Mio. Menschen beherbergt.

Darwin ist die Hauptstadt des Northern Territory, einem Gebiet, das 20% der australischen Fläche ausmacht, aber auf dem nur 175.000 (davon 38.000 Aboriginals) Menschen leben, so dass es sich -vor allem im Landesinneren- um das mit am dünnsten besiedelte Gebiet der Erde handelt.

Da wir unseren Bush-Camper erst um neun Uhr abholen können und der kleine Flughafen nun gar keine Zeitüberbrückungsmöglichkeit bot, beschließen wir, per Taxi in die Stadt zu fahren, um den Sonnenaufgang am Meer zu bewundern. Der Taxifahrer fährt uns zu einem Hotel (Novotel Atrium), in dessen Lobby man bereits ab fünf Uhr Kaffee und Frühstück bekommt. Bei zwar lauer Sommerluft schlendern wir zum Lamaroo Beach, aber viele Wolken verhindern einen schönen Sonnenaufgang. Unterwegs stören wir noch Paar beim Outdoor-Liebesspiel. In der noch ausgestorbenen Stadt lungern einige Aboriginals herum, die uns durch ihr bedrohliches Äußeres etwas Unwohlsein bereiten. Insbesondere die von den Stämmen ausgestoßenen Aboriginals finden kaum Arbeit und ein Dach über dem Kopf.

Den Reisebürounterlagen entnehmen wir die Adresse des Autovermieters (Maui) und freuen uns, dass diese in Fußnähe des Frühstückshotels liegt. Leider stellen wir dann fest, dass dort zwar eine Autovermietung residiert, nicht aber die gesuchte. Unfreundlich werden wir darüber informiert, dass wir wieder zurück in Flughafennähe müssen. Immerhin funktioniert tatsächlich unser deutsches Handy in Australien und wir können telefonisch Kontakt aufnehmen. 30 Dollar ärmer nehmen wir dann den Camper entgegen, ein allradgetriebener Toyota Land Cruiser. In unserem übermüdeten Trancezustand versuchen wir, uns all die technischen Raffinessen, insbesondere bei der Zuschaltung des Allradantriebs, zu merken. Im Fahrzeug liegt eine kleine Straßenkarte, die nur wenige Strassen zeigt, zu unserer Überraschung aber doch angeblich alle wichtigen Verkehrsverbindungen beinhalten soll. Bevor wir uns ins Outback wagen, plündern wir erst einmal einen Supermarkt. An das LKW-ähnliche Fahrgefühl auf der linken Straßenseite müssen wir uns erst gewöhnen, genauso wie an die große Hitze (ca. 35 Grad).

Doubtful Sound Darwin selbst hat keine Sehenswürdigkeiten zu bieten, so dass wir direkt zu der 40 km außerhalb am Stuart Highway gelegenen Darwin Crocodile Farm fahren. Dort bewundern wir 7000 Krokodile, von denen 2.000 pro Jahr getötet werden wegen ihres Fleisches und natürlich für entsprechende Taschen. Die Fütterung zeigt uns, dass wir in freier Wildbahn diesen wunderbaren Tieren lieber nicht begegnen wollen. Wir fahren weiter in Richtung Litchfield National Park. Im Berry Springs Nature Park baden wir in einem garantiert krokodilfreien natürlichen Pool. Nicht viel später und zunehmend müde steuern wir unser erstes Nachtquartier an, den Tumbling Waters Deer & Van Park, ein wunderschöner Camping Platz mit einer Fülle von Tieren (Pfauen, Wallabies und nette Süsswasserkrokodile) auf dem Gelände. Meterhohe Termitenhügel sehen wir hier zum ersten Mal. Ein erstes selbst gekochtes Outdoor-Abendessen genießen wir früh und bauen unsere schmalen Betten im Fahrzeug auf. Bei gefühlt 50 Grad schlafen wir erschöpft ein.

Tag 5: Litchfield National Park - Kakadu National Park

Heute steht der erste Nationalpark auf unserem Programm, der Litchfield National Park. Er ist 146 qkm gross und liegt etwa 115 km südöstlich von Darwin. Kurz vor dem Parkeingang werden wir von einem Ranger angehalten, der uns auf frisches Obst hin kontrolliert. Die Tomaten im Kühlschrank verschweigen wir und erwähnen nur die Bananen. Am Ende der Kontrolle fahren wir dann mit mehreren geöffneten Bananen weiter, nachdem feststand, dass sie keine Fruchtfliegen unter der Schale enthalten. Ein gesunder Tag mit einer Bananenorgie lag vor uns.

Im Park machen wir dann zum ersten Mal Bekanntschaft mit der wet season. Schlecht vorbereitet wie wir waren erfahren wir, dass die Regenzeit begonnen hat. Dies führte dazu, dass einige der Sehenswürdigkeiten auch mit unserem Bush Camper nicht mehr zu erreichen waren. Wir starten an den Wangi Falls, der populärsten Attraktion des Parks. Die Wasserfälle befüllen ganzjährig einen kleinen See, der zum Schwimmen einlädt. Da aufgrund der Regensaison bereits viel Wasser im See war und damit auch Strömungen auftreten, ist das Schwimmen jedoch leider verboten. Statt dessen nehmen wir einen 1,5 km langen Wanderweg, der uns zur Spitze der Wasserfälle führt. Unterwegs sehen wir die ersten -Flying Dogs-, wie hier die Fledermäuse genannt werden. Die angegebene Zeit von 1,5 Stunden unterbieten wir locker. Nächstes Ziel sind die Tolmer Falls. Der direkte Zugang ist zum Schutz der verschiedenen Fledermausarten nicht mehr möglich. Ein 400 m Spazierweg zu einem Aussichtspunkt ist aber möglich. Anschließend geht es zu einem kleinen Sumpfgebiet (Tabletop Swamp), in dem man gut Wasservögel beobachten können soll. Die finden wir nicht, aber wir begegnen einem verrückten Radfahrer, der alle Autofahrer anmacht, weil sie die Umwelt belasten. Er selbst durchquert Australien per Fahrrad und hat sein ganzen Gepäck dabei. Für den kleinen Fußmarsch zum Sumpfgebiet hat es bei ihm aber nicht gereicht. Nächste Ziele sind das Buley Rockhole, ein schöner Schwimmplatz sowie weitere Wasserfälle, die Florence Falls.

Doubtful Sound Zum Abschluss geht es zum einem großen Feld von Termitenhügel, das an einen Friedhof erinnert. Dutzende bis zu 2 m hohe braun-graue Hügel sind von den Termiten gebildet worden, die nur auf Auen aktiv sind und sich durch die Hügel vor den Überflutungen schützen. Da die übrigen Sehenswürdigkeiten nicht zugänglich sind, beschließen wir am späten Nachmittag, uns doch noch auf den Weg in Richtung Kakadu National Park zu machen.

Nach einigen Stunden beeindruckender Fahrerei durch Niemandsland schaffen wir es bis zum Einbruch der Dunkelheit noch bis in den Park und beziehen unser Quartier im Frontier Kakadu Village. Am Pool der Anlage entspannen wir uns, während sich ein Gewitter zusammenbraut und der ganze Himmel von Blitzen illuminiert wird, ohne dass es aber donnert. Später werden wir noch gepflegt von Mücken zerstochen, obwohl wir nur wenige Minuten ohne Insektenschutz im Freien verbringen.

Tag 6: Kakadu National Park

Der Name des Nationalparks stammt aus der Sprache der traditionellen Besitzer des Landes, dem Aboriginal Stamm der Gagadaju. Ein Grossteil der Fläche ist heute wieder im Besitz verschiedener Stämme und an den Staat verpachtet, um es als Nationalpark zu nutzen. Menschen leben seit rd. 50.000 Jahren in der Region und haben entsprechend ihre Spuren hinterlassen. Mit 22.000 qkm ist es der größte Nationalpark Australiens. Neben dem Tourismus gibt es hier noch Uran-Bergbau. Das Klima ist tropisch mit starken Schwankungen zwischen Regen- und Trockenzeit.

Da die Regenzeit bereits begonnen hat und damit ähnlich wie im Litchfield National Park einige der touristischen Highlights nicht mehr zugänglich sind, erkundigen wir uns früh am Morgen in unserem Village, ob eines unserer Hauptziele, die Jim-Jim Falls und die Twin Falls noch zugänglich sind. Es heißt, dass zumindest die Jim-Jim Falls noch geöffnet sind, eine endgültige Aussage aber nur am Bowali Information Center zu erhalten sei.

Ubirr Dennoch beginnen wir unsere heutige Rundfahrt mit einer Fahrt nach Ubirr, wo spektakuläre Felsenmalereien auf uns warten. Vom Parkplatz führt uns ein leicht begehbarer Weg zu den Galerien, wo uralte Bilder von Wallabies (wie kleine Kängurus in Australien heißen), Opossums aber auch Menschen zu bewundern sind. Die ältesten Bilder sind 20.000 Jahre alt! Ein leichter Aufstieg auf einen Felsen führt uns zu einem Aussichtspunkt, der herrliche Ausblicke über grüne Auen bietet.

Urlaub ist bekanntlich kein Vergnügen und so geht es schnell weiter. Wenige Kilometer entfernt steigen wir in ein kleines Boot und unternehmen eine knapp zweistündige Fahrt auf dem East Alligator River. Neben den Naturschönheiten steht ein Einblick in die Aboriginal Kultur auf dem Programm, so zum Beispiel erste Versuche, auf dem Didgeridoo zu spielen. Seinem Namen macht der Fluss zu dieser Jahreszeit nicht alle Ehre. Wir sehen nur ein mickriges kleines Krokodil. Aber die einsame Landschaft ist dennoch einen Besuch wert.

Ubirr Gegen Mittag fahren wir dann zum Hauptquartier des Parks, gleichzeitig das Informationszentrum des Parks. Hier erfahren wir zu unserer grossen Freude, das die -dirt road- zu den Jim-Jim Falls noch befahrbar ist. Leider sind die noch etwas weiter im Parkinneren liegenden Twin Falls dagegen bereits geschlossen. Vom geteerten Kakadu Highway geht es ab auf die Schotterpiste. Vorher schalten wir erst einmal den Allradantrieb ein. Dann werden wir 60 km lang gut durchgeschaukelt, die letzten 10 km davon geht es über Baumwurzeln und durch Wasserlöcher. Man muss sich erst daran gewöhnen, dass man hier wirklich durchkommen kann. Am Parkplatz angekommen finden wir nur wenige andere Fahrzeuge vor. Den letzten Kilometer müssen wir wandern. Belästigt durch unzählige Mücken und Fliegen, vor denen wir uns kaum schützen können, marschieren wir durch einen Monsunwald und über Felsen zum Wasserfall und dem darunter liegenden Pool. Da die Sonne gerade von hinten genau in die Schlucht scheint, erleben wir einen Regenbogen vor dem Wasserfall. Als wir am schönen kühlen Pool ankommen, sind wir bereits alleine, da in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit die übrigen Besucher sich wieder auf den Rückweg gemacht haben. Das Wasser stürzt über 215 m hinab und da die Regenzeit begonnen hat, gibt es auch schon wieder welches, denn gegen Ende der Trockenzeit kommt es auch schon einmal vor, dass der Wasserfall -anders als der Twin Falls- ausgetrocknet ist. Als es bereits leicht zu dämmern beginnt, reißen wir uns endlich los und kehren zum Wagen zurück. Auf dem Rückweg lesen wir noch einen Straßenarbeiter auf, dessen LKW eine Panne hat. Hocherfreut, dass er nicht in seinem Wagen übernachten muss, erzählt er uns während der Rückfahrt im Dunkeln (gefühlt noch holpriger als auf dem Hinweg) etwas aus seinem Leben in dieser Einsamkeit. An der Gagudju Cooinda Lodge, wo wir nach einem langen Tag auch unser Nachtquartier beziehen, trennen sich unsere Wege wieder.

Tag 7: Kakadu National Park - Katherine Gorge

Wetlands Vogel Früh am nächsten Morgen sind wir bereits wieder fit für die anstehenden Aktivitäten. Los geht es wieder mit einer Bootsfahrt, diesmal in die Yellow Water wetlands, eine Aue des South Alligator River. Die Tatsache, dass es sich bei diesem Ausflug um die beliebteste und ganzjährig zugängliche Aktivität im Nationalpark handelt, verspricht viel, hält es aber auch. Neben Krokodilen (Süßwasserkrokodile, die es nur in Australien gibt) bewundern wir vor allem zahlreiche Wasservögel wie z.B. Schlangenhalsvögel, die ihre Flügel in der Sonne trocknen, Kraniche, Wildenten, Seeadler, Gänsearten u.v.m. Besonders angetan hat es uns der -Jesus Bird- (engl. Jacana, keine Übersetzung gefunden), der aufgrund seines niedrigen Gewichts auf im Wasser schwimmenden Blättern stehen kann. Außerdem gibt es viele Bäume zu sehen, die im Wasser stehen, sowie Blumen (Lotus- und Wasserlilien). Insgesamt ein toller Trip mit sehr kompetenter und motivierter Reiseleitung. Ein Muss!

Nach zwei Stunden Bootsfahrt fahren wir einige Kilometer weiter zum Warradjan Aboriginal Cultural Center, wo wir viel Informatives zum Leben und der Kultur der Ureinwohner erfahren.

Nourlangie Nächstes Ziel in großer Mittagshitze ist dann Nourlangie. Hier gibt es einen großen Felsen, wo uns wieder Felsenmalereien erwarten. Der Platz gilt den Einheimischen als mysteriös und heilig. Auf dem 1,5 km langen -Art site walk- betreten wir zunächst eine Art offenen Schutzraum, in dem bis zu 30 Menschen Zuflucht finden konnten. Lightning man Seit 6.000 Jahren ist dieser Platz in Benutzung. Die zahlreichen Malereien, von denen uns besonders der -Lightning Man- gefällt, einer Figur, die für die Blitze während der Regenzeit verantwortlich gemacht wurde, wurden in den 60er Jahren nachgemalt, so dass sie heutzutage sehr gut zu erkennen sind. Weiter geht es mal wieder zu einem Aussichtspunkt auf dem Felsen, von dem aus man einen herrlichen Blick über das -Arnhem- Land hat, alles Eigentum der Aboriginals und nur mit einer speziellen Genehmigung zu betreten.

Gunlom Wasserfall Aufgrund der Hitze verzichten wir auf weitere kleine Spaziergänge und fahren statt dessen weiter in Richtung Süden. Links des Highways geht es dann ab auf eine Schotterpiste, die unglaublich rot aussieht und die uns zum Parkplatz der Gunlom Camping Area führt.
Ein schöner Wasserfall fällt in einen ebenso schönen kleinen See, in dem man herrlich schwimmen kann und im Wasser auch die vielen Mücken vorübergehend vergessen kann. Nach der Erfrischung steigen wir auf einem ziemlich steilen Weg hoch zur Spitze des Wasserfalls, der oben treppenförmig angelegt ist, was man von unten nicht sehen kann. Von dort aus haben wir einen tollen Blick über den grünen südlichen Part des Kakadu Nationalparks.

Buschfeuer Am späten Nachmittag überlegen wir uns, wie es weitergehen soll. Wir haben zwar viele kleinere Spots des Parks ausgelassen, beschließen dann aber doch, den Park nach Süden hin in Richtung Katherine zu verlassen. Es ist -wie an vielen Stellen im Northern Territory- sehr schade, dass wir so wenig Zeit haben. Eine Woche könnte man sicher locker im fantastischen Kakadu Nationalpark verbringen ohne sich auch nur im geringsten zu langweilen.

Nach dem Parkausgang geht es zunächst durch Wälder, in denen kleinere Buschfeuer lodern, und durch die kleine Siedlung Pine Creek, immerhin schon mehr als 150 km vorher ausgeschildert, ein Überbleibsel aus Goldrauschzeiten, wo uns nur der schöne kleine Bahnhof auffällt.
Obwohl nur 1 km weit entfernt von der einzigen richtigen Nord-Süd Verbindung, dem Stuart Highway, ist alles sehr ruhig und wir fragen uns, wovon denn die Menschen leben mögen. Wir fahren weiter nach Katherine und biegen links ab in Richtung Katherine Gorge. Spät abends erreichen wir unser Quartier, den -Gorge Caravan Park-.

Tag 8: Katherine Gorge - Tennant Creek

Katherine Gorge Schon wieder recht früh am Morgen -so lange kann man in so einem Bushcamper nicht schlafen- starten wir zu unserer Bootstour in die Katherine Gorge, eine 13 km lange Schlucht, die durch den gleichnamigen Fluss ausgespült wird. Der Fluss wird durch eine Vielzahl von Stromschnellen unterbrochen.

Die wunderschöne Landschaft liegt im Nitmiluk National Park, rund 30 km von der Stadt Katherine entfernt. Zwei Stunden dauert die Tour durch den Canyon, auf der wir einmal das Boot wechseln und dabei eine Stromschnelle umwandern müssen. Außerdem erfahren wir, dass der erste australische Farbfilm hier gedreht wurde und bewundern wieder Felsenmalereien der Eingeborener. Besser gewesen wäre es aber wohl, sich ein Kanu zu mieten und in aller Stille und allein durch die Landschaft zu fahren. Auch zu den unzähligen möglichen Wanderungen in dieser Gegend kommen wir leider nicht.

mataranka Auf unserem Weg weiter Richtung Süden fahren wir nach Mataranka, wo 7 km abseits des Highways der gleichnamige Mataranka Pool Nature Park liegt. Eine kristallklare Thermalquelle erwartet uns und trotz des heißen Wetters nehmen im 34 Grad warmen Wasser ein Bad. 16.000 Liter Wasser pro Minute speisen den Pool. Anschließend schlendern noch etwas durch den umgebenden Regenwald.

Entspannt und erfrischt begeben wir uns wieder auf den Highway und fahren weiter nach Süden. Unser nächstes Ziel ist eine verlassene Ortschaft namens Newcastle Waters am alten Stuart Highway. Ein verlassenes Hotel und ein ebenso verlassenes Geschäft erinnern an bessere Zeiten, als hier die Telegraphenleitungen entlang liefen. Ein, zwei noch bewohnte Häuser beherbergen Familien, die für einer Wasserfirma arbeiten. Was für eine Einöde, denn die Landschaft ist inzwischen schon ziemlich karg geworden. Weiter südlich in Elliot treffen wir beim Tanken einen Berliner Tankwart, der aus deutscher Nostalgie heraus immerhin überteuerte Kinder-Überraschungseier verkauft. Vor lauter Heimatgefühle vergessen wir unseren Tankdeckel, was uns leider aber erst viele Kilometer später auffällt. Unser Übernachtungsziel Tennant Creek erreichen wir wenig später. Schlappe 3.550 Einwohner wohnen hier in einer kleinen Stadt, die immerhin auf fast jedem Globus erwähnt wird und in der es doch tatsächlich sogar ein Mobilfunknetz gibt. Im Outback Caravan Park etwas abseits des Highways beziehen wir unser Quartier.

Tag 9: Tennant Creek - Alice Springs- West MacDonnell National Park

devilsmarbles Heute steht ein längerer Fahrtag nach Alice Springs an. Die im Reiseführer erwähnten Sehenswürdigkeiten in und um Tennant Creek lassen wir weg. Die Städte, so sie sich denn so nennen, sind für europäische Verhältnisse eher uninteressant. Auf dem Stuart Highway kommen wir nach 100 km zunächst zum Devil´s Marbles Conservation Reserve. Direkt an der Strasse liegen riesige Granitfelsbrocken, die angeblich schon seit 1.800 Millionen Jahren der Atmosphäre ausgesetzt sind und durch die Witterungsbedingungen abgeschliffen sind. Nach kurzem Stopp geht es weiter.

Autowracks In Wycliffe Well sind auf einem kleinen Parkplatz einige Autowracks aufgereiht. Es wäre bestimmt interessant, die Geschichte der Fahrzeuge von der Produktion bis heute nachzuvollziehen.

Etwas später kommen wir nach Barrow Creek, wo wir an einer Tankstelle eine dazugehörige kleine Bar aus den 30er Jahren betreten und uns über Wände voll von Geldscheinen aus aller Welt wundern. Wer mehr Zeit hat, kann noch die Telegraphenstation von 1872 nebenan besichtigen.

Einige Stunden später erreichen wir dann Alice Springs, zwei Tage bevor wir unseren Bush Camper abgeben müssen. Die hinter uns liegenden 1.481 km zwischen Darwin und Alice Springs (ohne all die Umwege in die Nationalparks) waren wesentlich weniger anstrengend als gedacht. Es war faszinierend zu beobachten, wie sich im Laufe der Fahrt die Vegetation verändert hat - vom Regenwald im Norden hin zu einer wüstenähnlichen Landschaft fast ohne Pflanzen. In Alice Springs steuern wir zunächst das Touristenbüro an, um uns Anregungen für Aktivitäten der nächsten beiden Tage zu holen und um unsere Weiterreise nach Ayers Rock zu organisieren. Unseren Weiterflug haben wir ab Ayers Rock gebucht. Unseren Bush Camper, der uns bereits ans Herz gewachsen ist, müssen in Alice Springs zurückgeben, da der Vermieter leider keine Station in Ayers Rock hat. In der Touristeninformation empfiehlt uns eine Holländerin sehr freundlich -aber nicht ganz uneigennützig- eine Camping-Bustour, denn der Inhaber des Unternehmens ist ihr Ehemann (später mehr dazu). Aber ihre Empfehlungen für die kommenden beiden Tagen entpuppen sich als Volltreffer. Auch gelingt es uns, den Mietwagen noch für zwei Tage zu verlängern.

Nachdem wir den fehlenden Tankdeckel nachgekauft haben, setzen wir uns am Nachmittag wieder in Bewegung und zwar in Richtung West MacDonnell National Park Im Vorfeld des Urlaubes hatten wir uns auf die Umgebung von Alice Springs nicht vorbereitet. Umso begeisterter sind wir von den Eindrücken, die uns im folgenden erwarten. Dieser Nationalpark wurde erst Anfang der 90er Jahre eingerichtet und umfasst auf einer Länge von 170 km zahlreiche Schluchten und Wasserlöcher. Noch kurz vor dem Parkeingang besuchen wir Simpsons Gap, eine rote Schlucht mit emporragenden Klippen. Danach biegen wir ab zur Standley Chasm, benannt nach einer Lehrerin, die als erste Europäerin diese Erdspalte zu Gesicht bekam. Optimaler Zeitpunkt für die Besichtigung ist der Mittag, da dann die Sonne die schmale Spalte erleuchtet. Auch wenn das Timing nicht optimal ist, ist unser kleiner Spaziergang durch die Schlucht und die dahinter liegenden Gebiete sehr sehenswert. Kleine Wallabies begleiten uns zeitweise.

Da die Sonne uns langsam verlässt, suchen wir uns einen sehr einfachen Campingplatz (mit Plumpsklo, das auf Englich übrigens pit toilets heisst) am Ellery Creek Bighole, wo es einen populären Schwimmplatz gibt, von wo aus wir den Sonnenuntergang bewundern. Als wir abends unter Mondschein draußen sitzen und zu Abend essen, beginnen die Dingos (australischer Wildhund) zu heulen. Als von der anderen Seite direkt eine heulende Antwort kommt, wird es uns dann doch etwas unheimlich und wir ziehen uns in unseren Camper zurück.

Tag 10: West Mac Donnell National Park - Rainbow Valley

Die erste Schlucht am nächsten Morgen, die wir besuchen, ist die Serpentine Gorge. Eine kurze Wanderung führt uns zu einem bitterkalten See. Das Bad verkneifen wir uns, obwohl man nach dem Durchschwimmen am anderen Ende hätte weiterwandern können. Statt dessen klettern wir hoch zu einem Aussichtspunkt und bewundern die Landschaft von oben.

Ochrepits Anschließend geht es weiter zu den Ochre Pits, wundervollen Felsformationen, in denen sich über Millionen von Jahren schichtweise Kalksteinablagerungen gebildet haben, die aufgrund unterschiedlichen Eisengehaltes in verschiedenen Farben schillern. Für die Aboriginals hat der Ocker (nicht die Farbe!) eine besondere Bedeutung sowohl für medizinische Zwecke (ein Balsam wurde hieraus gewonnen ) als auch als Handelsware.

Weiter auf unserer Parkrundfahrt kommen wir zur Ormiston Gorge, wo uns schon wieder ein schöner See erwartet, in dem wir immerhin ein Fußbad nehmen. Viele Tiere soll es hier geben, aber außer ein paar Vögeln bleiben sie uns verborgen. Aber bei stahlblauem Himmel kontrastieren die steil aufragenden rötlichen Felsen wunderbar.

Etwas schluchtenmüde streifen wir die Glen Helen Gorge nur kurz und fahren über eine Schotterpiste weiter zum Tnorala (Gosse Bluff) Conservation Reserve. Hier ist vor 130 Millionen ein Komet eingeschlagen und hat einen riesigen Krater mit einem Durchmesser von ursprünglich 20 km hinterlassen. Heute beträgt er nur noch 5 km und liegt auch nicht mehr 2 km unterhalb der umgebenden Erdoberfläche - aber immer noch sehr sehenswert und etwas mystisch. Diese Gegend ist für die Aboriginals heilig und Teile des Reservats sind nur mit einer Genehmigung zugänglich.

Rainbow Valley Inzwischen ist es Nachmittag und wir überlegen uns, wie wir den Rest des Tages verbringen wollen. Nach einigem Abwägen entscheiden wir uns für eine stressige Variante. Wir steuern das Rainbow Valley Conservation Reserve an, was nicht nur bedeutet, nach Alice Springs zurückzufahren (150 km), sondern von dort auch noch weitere 120 km Richtung Süden. Von hier aus könnte man aber auch über den Kings Canyon nach Ayers Rock fahren, aber leider müssen wir ja unseren Wagen am folgenden Tag abgeben. Die Herausforderung ist nun, das Rainbow Valley noch pünktlich um Sonneuntergang zu erreichen, denn dann soll es dort am schönsten sein. Mit Geschwindigkeiten bis zu 130 km/h brettern wir los. Vom Stuart Highway geht es dann die letzten 22 km wieder über eine Schotterpiste. Auch die Abzweigung findet nur, wer einen guten Reiseführer hat und die Kilometer auf dem Highway abzählt, denn es gibt kein Schild an der Strasse. Wir schaffen es so gerade noch rechtzeitig bis zum Parkplatz und setzen uns - mit einem Whiskeyglas in der Hand - auf unsere Campingstühle und bewundern den Sonnenuntergang, der die Sandsteinfelsformation in ein Atem beraubendes Licht taucht. Wir sind alleine auf weiter Flur (alle organisierten Touren sind schon wieder weg) und das bleibt auch so bis zum nächsten Morgen, denn hier beziehen wir unser Nachtquartier. Die Pasta und der Rotwein schmecken besonders lecker bei Mondschein und unter dem unglaublichen Sternenhimmel. Ein Klavierkonzert von Beethoven begleitet uns aus der Fahrerkabine. Ein absoluter Traum. Diesen zauberhaften Platz sollte keiner verpassen. Hätte man mehr Zeit, dann könnte man auch einige Tage bleiben und sich die Landschaft der anrainenden James Ranges wandernd erschließen.

Tag 11: Alice Springs

Den nächsten Tag beginnen wir mit einem Abstecher zum Henbury Meteorite Craters Conservation Center. Ebenfalls nicht allzu weit vom Highway entfernt liegt hier eine Anhäufung von 12 kleinen Kratern, die ebenfalls von einem Meteoriteneinschlag verursacht wurde. Viel gibt es leider nicht zu sehen, sondern nur zu erahnen - man muss nicht unbedingt hierher kommen.

Wir machen uns auf den Rückweg nach Alice Springs. Beim Toyota Händler, wo wir bereits unseren Tankdeckel gekauft haben, haben wir einen Termin für eine Autowäsche vereinbart, denn den Camper müssen wir gereinigt zurück geben. Leider bleibt uns die Innenreinigung bei Temperaturen von gefühlt 50 Grad nicht erspart. Bei der Rückgabe des Autos heißt es dann noch, wir sollten die Teerflecken mit Spiritus reinigen. Aber wir weigern uns erfolgreich mit Hinweis auf die erfolgte professionelle Reinigung durch Toyota. Natürlich wissen wir, dass besagte Flecken von unseren hohen Geschwindigkeiten auf frisch geteerten Strassen kommen. Aber wir hatten uns schon vorher etwas geärgert, denn bei kleineren Vermietern vor Ort hätten wir vergleichbare Fahrzeuge für deutlich weniger Geld bekommen können. Dennoch befällt uns Wehmut, als wir per Taxi aufmachen zu unserem Bed & Breakfast namens Bed Rock, das der bereits erwähnten Holländerin aus dem Touristenbüro und ihrem Mann gehört.

Wir genießen nach langer Zeit wieder eine komfortable Dusche in dem wunderschönen, mit viel Liebe eingerichtetem Haus. Anschließend machen wir uns in die Stadt auf. Zunächst bummeln wir durch die Stadt und gucken uns in einigen Geschäften um. Abends freuen wir uns auf ein Essen in einem Restaurant (wir können keine Sandwiches mehr sehen) um uns dort mit Krokodil-, Emu-, Känguru- und Kamelfleisch den Magen (zu) voll schlagen. Dann freuen wir uns schon auf ein richtiges Bett...

Tag 12: Kings Canyon

Kings Canyon Leider müssen wir früh am Morgen bereits um 5.30 Uhr schon wieder aufstehen. Nach kurzem Frühstück werden wir um 6.00 Uhr abgeholt vom Tourbus von Adventure Tours, dem Reiseunternehmen unserer umtriebigen Vermieter. Nachdem noch einige andere Gäste eingesammelt wurden (vor allem junge Engländer), geht es los. Erster Zwischenstopp ist eine unangenehm touristische Kamelfarm, wo sich einige Gruppenmitglieder tatsächlich auf einem Kamel auf einem lächerlichen Rundkurs im Kreis herumführen lassen. Nachdem es endlich weitergeht gelangen wir in praller Mittagshitze zum Kings Canyon. Gelegen im Watarrka National Park findet sich mal wieder eine 1 km lange Schlucht, die wunderbare Wander- und Fotogelegenheiten bietet. Vor 20.000 Jahren sollen hier schon Ureinwohner gelebt haben. 600 verschiedene Pflanzenarten soll m an hier finden können, was für diese trockene Gegend schon beeindruckend ist. Die meisten finden sich im -Garden of Eden-, den man auf dem vierstündigen Kings Canyon Wanderweg erreichen kann. Früh am Morgen ist die beste Zeit für diese Wanderung, denn es beginnt mit einem rechts steilen Aufstieg. Unser junger Reiseleiter hat ganz offensichtlich keine Lust auf die lange Wanderung in der Mittagshitze, so dass es die Gruppe davon überzeugt, dass auch der Weg entlang des kleinen Flusses unten in der Schlucht toll sei und man am Ende belohnt wird mit einem Bad in einem kleinen Pool. Etwas widerwillig folgen wir der Gruppe. Aber nach einiger Zeit wird deutlich, dass es sich doch eher um ein abenteuerliches Klettern über Felsbrocken handelt, so dass Detlef die Wanderung vorzeitig abbricht und ziemlich angefressen zurückkehrt. Die Aussicht ist mit Sicherheit bei weitem nicht so schön wie sie oben an der Klippe wäre.

Am späten Nachmittag erreichen wir bereits unser Quartier, die Kings Creek Station, natürlich nicht ohne vorher entsprechende Biervorräte für die mitreisenden Engländer zu kaufen (das gepflegte Vorurteil wird bestätigt!). Unangenehm berührt erfahren wir, dass wir keine eigenen Schlafsäcke für die 3 Nächte erhalten, sondern uns aus einem Pool gebrauchter und nicht frisch gewaschener Exemplare bedienen müssen. Angeekelt schleichen wir in unser Zelt, das wir immerhin nicht auch noch mit anderen teilen müssen. Ja, wir sind manchmal furchtbar spießig! Anschließend müssen wir auch beim Kochen helfen, was bei den eingesetzten Kochgeschirr nicht gerade unseren Hunger steigert. Unsere Stimmung steigert sich etwas, als wir die auf dem Gelände des Campingplatzes befindlichen Kängurus in ihrem Gehege beobachten und dabei auch einen schönen Sonnenuntergang erleben. Die Nacht wird erwartungsgemäß unruhig. Wir ärgern uns, dass wir aus Kostengründen diese Tour gebucht haben. Noch besser wäre es gewesen, den Mietwagen zu behalten, auch wenn wir nach Alice Springs hätten zurückbringen müssen.

Tag 13: Uluru-Kata Tjuta National Park (Olgas)

Um 5.30 Uhr stehen wir auf und machen uns auf die Busfahrt nach Ayers Rock in den Uluru-Kata Tjuta National Park. Die Fahrt ist zwar nicht so furchtbar weit, aber viele kurze Stopps ziehen sie in die Länge. Immerhin hat unser Reiseführer schon ein großes Wissen über seine Heimat und erzählt uns auch interessante Geschichte hierüber. Als erstes steuern wir den Campingplatz und die bereits aufgebauten Zelte für die nächste Nacht an, den Ayers Rock Campground.

Gunlom Wasserfall Nach dem Ausladen steigen wir wieder in den Bus und fahren einige Kilometer weiter nach Kata Tjuta, auch genannt die Olgas. Eine Ansammlung kleinerer und größerer runder Felsen laden zu Wanderungen ein und bieten sensationelle Farben und Formen. Verglichen mit Ayers Rock geht es hier beschaulich zu. Geschickt hatte unser Guide die Zeit herausgezögert, um nun wieder mit dem Argument zu kommen, dass es nun zu heiß und zu spät sei, um die dreistündige Wanderung durch das Valley of the Winds zu unternehmen. Statt dessen schlendern wir nur einige hundert Meter in die Olga Gorge, was uns aber trotzdem gut gefällt, auch wenn wir zugegebenermaßen immer wütender werden über die bewusst schlechte Planung.

Nach dem Lunch auf dem Campingplatz besuchen wir das Besucherzentrum in Yulara, dem Ort, wo sich die zahlreichen Hotels für die Tausende von Touristen befinden. Schöne Bilder vom Ayers Rock bei verschiedenen Witterungsbedingungen gibt es zu sehen. Als die anderen mal wieder einen Swimmingpool aufsuchen, steigen wir auf zu einem Aussichtspunkt nahe des Campingplatzes und sehen Uluru (=Ayers Rock) immerhin einmal im Sonnenschein. Ansonsten fehlt uns die Mobilität und wir vertändeln einige Stunden auf dem Campingplatz. Um ein erneutes selbst gekochtes Gruppenabendessen zu vermeiden, lassen wir uns vom Reiseleiter wieder nach Yulara fahren, wo wir ziemlich wütend ein ordentliches Abendessen verspeisen und einige Postkarten schreiben (eben, wir sind etwas spießig). Die Nacht wird ein Gräuel, da andere Campingplatzbewohner eine Art Technomusik die ganze Nacht dröhnen lassen und wir uns in den gebrauchten Schlafsäcken wälzen.

Tag 14: Uluru-Kata Tjuta National Park (Ayers Rock) - Sydney

Ayers Rock Der Nationalpark gehört sicherlich zu den besonderen Sehenswürdigkeiten Australiens, auch wenn wir zu Anfang dachten, dass wir nicht dahin fahren wollen, wo alle hinfahren und dass auch nur, um einen Felsen zu besichtigen. Das wäre aber definitiv ein Fehler gewesen!

Den Aboriginals bedeutet der Park kulturell besonders viel. Seit mindestens 10.000 Jahren leben sie in dieser Gegend und auch heute ist der Park in ihrem Eigentum, aber an den australischen Staat vermietet worden. Zahlreiche Legenden ranken sich um Uluru und die Entstehung. Geologisch jedoch handelt es sich um einen grobkörnigen Sandsteinfelsen, der sich über einen Zeitraum von 600 Millionen Jahren aus den Ablagerungen von Granitfelsen gebildet hat. 348 Meter ragt Uluru aus der ihn umgebenen Ebene auf bei einem Umfang am Boden von 9,4 km. Die heutigen Oberflächenformen kamen durch Wasser, Wind und Erosion zustande.

Mal wieder extrem früh stehen wir auf (4 Uhr), um den Sonnenaufgang zu bewundern, der den Erzählungen nach eine Vielfalt von Farben auf den Ayers Rock zaubern soll. Zusammen mit einigen Tausend Bustouristen (vorwiegend japanischer Provenienz) und wenigen Individualurlaubern warten wir vergeblich auf das Naturspektakel. Dichte Wolken lassen nur einmal kurz erahnen, wie es bei schönem Wetter aussehen würde.

Trotz des Wetters, der Übermüdung und dem Verstoß gegen die Sitten der Aboriginals entschließen wir uns, den Aufstieg zu wagen. Das ist nicht ganz ungefährlich, denn selbst an der flachsten Stelle ist der Aufstieg extrem steil und das auf glattem Untergrund. Eine Kette in Kniehöhe ist nur eine Hilfe für Kleinwüchsige. Wir wundern uns ob der Massen an gänzlich unerfahrenen Bergsteigern. Das erklärt aber, dass in den letzten 30 Jahren 28 Menschen ihr Leben lassen mussten. Sollte Regen drohen oder die Hitze zu hoch werden (größer 38 Grad), ist der Aufstieg verboten. Bei uns ist es eher umgekehrt. Bekleidet lediglich mit einem T-Shirt beginnen wir auf dem Gipfel angekommen schnell zu frieren. Aber der spektakuläre Ausblick auf die Ebene und die in 30 km Entfernung liegenden Olgas belohnen uns für die Anstrengung. Der Abstieg schont zwar das Herz, nicht aber die Knie und die Muskeln. Menschen mit Höhenangst ist der Aufstieg nicht zu empfehlen.

Nach unserem glücklichen Abstieg treffen wir unseren Reiseleiter wieder, der mit uns noch einen kleinen Teil des Rundweges macht und dabei viel über die Sagen und Mythen der Aboriginals erzählt. Auch von unten ist der Monolith faszinierend in seiner Vielfalt an Formen und Farben. Im Anschluss daran besuchen wir noch das Culture Center des Nationalparks und genießen neben dem üblichen Kunsthandwerk für japanische Besucher, aber auch guten Informationen über den Park vor allem ein kleines verspätetes Frühstück und ruhen unsere müden Muskeln aus. Mittags lassen wir uns dann am kleinen Flughafen von Yulara absetzen. Den Mitfahrern, die noch zurück nach Alice Springs müssen, trauern wir nicht nach. Es sei allen empfohlen, in dieser Gegend nicht nur individuell zu reisen, sondern auch ausreichend Zeit einzuplanen, denn 3 volle Tage kann man sicherlich sehr gut beschäftigen.

Ansett Australia transportiert uns sicher nach Sydney. Unterwegs bewundern wir wieder die absolute Einsamkeit über der Wüste, die wir überfliegen. Nach dem Einchecken ins Hotel Rex am Kings Cross reicht es nur noch für ein günstiges und gutes indisches Abendessen in der Nähe, bevor wird völlig ermüdet in die Federn sinken.

Tag 15: Sydney - Hobart (Tasmanien)

Am folgenden Morgen nutzen wir zunächst den hoteleigenen Swimming Pool, bevor es zum französischen Frühstück ums Eck geht. Anschließend folgt ein erster kurzen Stadtbummel. Vom Hotel aus geht es los Richtung Hafen. Durch die hübschen königlichen botanischen Gärten mit vielen importierten exotischen Pflanzen schlendern wir zum berühmtesten Gebäude der Stadt, dem Opernhaus. Exponiert gelegen ragen die Dachmuscheln hoch in den Himmel zum Wasser hin ausgerichtet. Zahlreiche Veranstaltungen in mehreren Räumlichkeiten bieten unterschiedliche Möglichkeiten, das Gebäude nicht nur von außen zu bewundern. Beim vorherigen Besuch 1995 hatte Detlef die Gelegenheit genutzt und sich Turandot von Puccini angeschaut. Wenn dann noch die Sonne über der Harbour Bridge untergeht, ist die Stadtidylle fast perfekt. Ein dänischer Architekt gewann 1957 den Wettbewerb für das Opernhaus, aber erst 1973 und nach vielen Schwierigkeiten bei der Realisierung wurde dann die Einweihung gefeiert. Uns treibt es bald per Einschienenbahn weiter zum Darling Harbour, einem neuen, quirligen Stadtteil für junge Leute mit vielen Restaurants, Bars, aber auch Museen. Zu mehr als einem kurzem Kaffee reicht es aber nicht, denn wir müssen schon wieder zum Flughafen. Aber wir werden ja in einer Woche wiederkommen.

Am Nachmittag fliegen wir dann weiter nach Hobart, der Hauptstadt des australischen Bundeslandes Tasmanien. 240 km südlich von Melbourne, vom Festland durch die rauhe Bass Strait getrennt, liegt der kleinste Bundesstaat Australiens. Die Insel mit den für australische Verhältnisse winzigen Ausmaßen von maximal 315 km Breite und 296 km Länge und knapp 69.000 qkm (zum Vergleich: Schweiz 41.300 qkm) Fläche gilt als ein noch recht unbekanntes Ziel im internationalen Tourismus. Reizvoll wird Tasmanien für Australienreisende durch ein stark ozeanisch geprägtes Klima und Landschaften, die man so nirgends sonst in Australien findet. Extreme Temperaturen wie auf dem Festland gibt es in Tasmanien nicht. Tasmanien besitzt ein gemässigtes Klima. Die Durchschnittstemperatur liegt im Sommer (Dezember bis Februar) bei 21 ºC, im Winter (Juni bis August) bei 12 ºC. Die jährlichen Regenfälle variieren von 3000 mm an der Westküste (die Zahl der niederschlagsfreien Tage ist kaum einer Erwähnung wert) bis 600 mm in Hobart, das lediglich 120 km weiter östlich liegt und die zweittrockenste australische Hauptstadt ist. Das Klima an der Ostküste ist angenehm trocken und mild. Die von Seeleuten gefürchteten Westwinde, die Roaring Forties, sorgen dafür, dass Tasmanien zum reinen Wasser absolut saubere Luft hat. Ein Grossteil der Insel ist Nationalpark. Insbesondere der Südwesten ist in weiten Gebieten unter Schutz gestellt. Die höchsten Berge ragen rund 1.600 m hinauf.
Die Insel hat ihren Namen von Abel J. Tasman, der das von Aborigines bewohnte Land 1642 "entdeckte". Doch bis 1846 wurde Tasmanien nach einem holländischen Seefahrer Van Diemen's Land genannt. Der Name wurde aber später auf Tasmanien geändert, weil im Commonwealth das Van Diemens Land einen schlechten Ruf als Sträflingskolonie erhielt. Ab 1803 wurde die Strafkolonie der englischen Krone auch von freien Schafzüchtern besiedelt. Seit 1900 gehört Tasmanien zu Australien. Mit nicht einmal einer halben Million Einwohnern ist Tasmanien sehr dünn besiedelt und hat zudem unter Abwanderung zu leiden. Die beiden grössten Städte sind Launceston (90 000 Einwohner) im Norden und Hobart (185 000 Einwohner, zweitälteste Siedlung Australiens) im Süden der Insel. Beide liegen an breiten Flussmündungen, die sich zum Meer hin öffnen.

Nachdem wir unseren koreanischen Mietwagen in Empfang genommen haben, fahren wir in die Stadt und suchen uns eine Unterkunft. Fündig werden wir bei einer B&B Unterkunft am Battery Point. Unser Zimmer bietet einen wunderbaren Blick auf das Wasser. Am Abend fahren wir noch kurz zum Salamanca Place, wo wir speisen, einen kräftigen Whiskey konsumieren und der ein oder anderen noch geöffneten Kunstgalerie einen Besuch abstatten.

450.000 Menschen vorwiegend britischer Herkunft leben auf Tasmanien, die meisten davon in der Hauptstadt Hobart. Die Fläche der Insel entspricht etwa der Größe Bayerns. Ernähren können sich die Menschen durch Bergbau und Landwirtschaft (Äpfel).

Tag 16: Mount Field National Park - Gordon River

Wie meistens ins Australien lohnt es sich nicht wirklich, lange Zeit in den Städten zu verbringen, da hat Europa sicherlich eindeutig mehr zu bieten. Also steuern wir wieder die Natur an. Westlich von Hobart machen wir einen ersten kurzen Stopp in New Norfolk, um die älteste tasmanische Kirche aus dem Jahr 1823 zu besichtigen. Aber ehrlich gesagt, man kann sich den Abstecher auch sparen.

>Mt. Field Farne Unser ersten Tagesziel ist der Mount Field National Park, der nur 80 km von Hobart entfernt liegt. Vielfältige Wandermöglichkeiten, eine herrliche Berglandschaft, Regenwald und Moorlandschaften bietet der Park. Wir entscheiden uns für eine leichte, zweistündige Wanderung, die uns zunächst zu den Russell Falls führt. Umrahmt von Farnen und Eukalyptusbäumen fällt das Wasser über 40 m stufenförmig herab. Weiter führt uns der Weg zu den weniger spektakulären Horseshoe Falls und dann durch einen Wald mit riesigen Eukalyptusbäumen, zu deren Spitzen man mittels bereitstehender Ferngläsern hochschauen kann. Der dritte Wasserfall auf unserer Runde ist der Lady Barron Falls, bevor wir nach zwei Stunden zurück zum Ausgangspunkt gelangen.

Auf einer 16 km langen Schotterpiste (Lake Dobson Road) fahren wir dann bergauf durch verschiedene Waldarten und subalpines -woodland- zunächst zum Lake Fenton, dann bis zum Lake Gordon. Da es doch recht feuchtkalt ist, halten wir uns aber nicht sehr lange auf, sondern spazieren noch einige Minuten durch so genannte alpine Mosaiken, die uns sehr an die Lüneburger Heide erinnern, wenn diese denn in einer Alpenlandschaft liegen würde.

Nun ist es kurz nach Mittag und überlegen uns das weitere Tagesprogramm. Da wir die Insel im Uhrzeigersinn umrunden wollen, schauen wir kurz auf die Karte, finden auch eine Strasse und machen uns auf den Weg. Das wird ein Fehler sein, aber dazu später mehr.

Es geht zunächst viele Kilometer über eine extrem kurvige, aber immerhin geteerte Strasse, vorbei am Lake Pedder zum Lake Gordon und insbesondere zum Gordon Dam, mitten in der Wildnis des tasmanischen Südwesten. Die von uns benutzte Strasse wurde seinerzeit gebaut, um das riesige Wasserkraftwerk zu bauen und zu bedienen. Sonst gibt es nichts hier. Die Landschaft wurde das Staudammprojekt dramatisch verändert und es heißt, dass es nur durchgezogen wurde, weil hierdurch über mehrere Jahre Arbeitsplätze geschaffen wurden. Dennoch wirkt es auf uns sehr natürlich und herrlich einsam. Am Besucherzentrum neben dem riesigen Gordon Staudamm informieren wir uns über das Projekt und können auf dem Damm entlang laufen. Dieser Damm ist einer von vieren, aber mit einer Höhe von 140 m und gelegen zwischen zwei Felsen besonders beeindruckend.

Mit Schrecken und ziemlich ungläubig müssen wir dann realisieren, dass die Strasse hier endet. Die kleine Siedlung Strathgordon beherbergt heute noch 14 Menschen, verständlicherweise sind die meisten der in Spitzenzeiten 2.000 Menschen wieder weggezogen, nachdem das Projekt abgeschlossen war. Das einzige verfügbare Quartier, das Lake Pedder Motor Inn ist so öde, dass wir nach langem Hin und Her beschließen, diese 100 km lange Sackgasse doch wieder zurückzufahren. Ziemlich gestresst und nach zweimal vergeblicher Quartiersuche landen wir schließlich in Hamilton. Der historische Gasthof Hamilton Inn bietet uns sogar noch ein Abendessen zum Bier und zum hauseigenen Mineralwasser und das unmittelbar bevor die Küche schließt. Es ist 19.30 Uhr! Lärmende Vögel auf dem Dach verhindern einen ruhigen Schlaf.

Tag 17: Hamilton - Strahan

Entsprechend unausgeschlafen starten wir an diesem Morgen, um weitere Nationalparks -abzuklappern-. Es geht in Richtung Nordwesten entlang der A 10. Unzählige Kurven begleiten uns auch heute wieder, bevor wir den Franklin-Gordon Wild Rivers National Park erreichen. Die Landschaft ist weitläufig, hügelig bis bergig und unglaublich grün. Am Lake St. Clair stoppen wir kurz und beobachten zahlreiche Wanderer, die am Anfang oder am Ende des Overland Tracks sind, einer mehrtägigen Wanderung durch den Cradle Mountain - Lake St. Clair National Park. Das muss ein tolles Erlebnis sein, die Schönheit der Landschaft sehen wir am folgenden Tag dann von oben.

Von der Strasse aus hat man auch einen schönen Blick auf Frenchmans Cap, ein von Gletschern geschaffener Berg, der Tasmaniens höchste Kliffs bietet. Vier bis fünf Tage würde eine Besteigung dauern. Auch Rafting auf dem F



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Info Reisebericht
Reiseland: Australien
Datum der Reise: 2004
Dauer der Reise:
Autor: Anke Schlingemann
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