Australien - Tasmanien - Singapur
Australien / Tasmanien / Singapur
Reiseeindrücke November/Dezember 1998
Reiseroute
Tag 1: Frankfurt - Singapur
Mit Singapore Airlines geht es von Frankfurt nach Singapur, wo wir einige Stunden Aufenthalt
eingeplant haben. Die Zeit wollen wir für eine Stadtrundfahrt nutzen. Da wir jedoch die
Reiseanstrengungen etwas unterschätzt haben, quartieren wir uns erst einmal für vier Stunden
in einem Transferhotel ein, um etwas Schlaf nachzuholen. Auf dem Flug war uns dieser einerseits
aus Platzmangel, andererseits aber auch aufgrund stundenlanger -Tetris--Spiele auf der
Spielekonsole, die es bei Singapore Airlines sogar in der Economy-Class gibt, entgangen.
Nach der kurzen Ruhezeit etwas erholt buchen wir am Flughafen eine Stadtrundfahrt, die uns
die aufwändigen Immigrations-Formalitäten erspart. Mit dem Bus geht es in die City, wo eine
Bootsfahrt auf dem Singapore River auf uns Vom Wasser aus werden uns viele Betonansichten und
wohl dosiertes asiatisches Flair dar geboten. Wenige interessante Gebäude
werden uns anschließend per Bus vorgeführt, bevor es schon wieder zurück zum Flughafen geht.
Wir sind ehrlich gesagt auch ziemlich froh darüber, da Australien schließlich ruft und Singapur
nicht besonders reizvoll erschien. Dachten wir!
Nach einer kurzen Stärkung am Flughafen machen wir uns auf zum Gate für den Weiterflug.
Komischerweise zeigt aber keine Anzeigetafel und kein Bildschirm unseren Weiterflug an.
Also stellen wir uns am Transferschalter an. Während der Wartezeit schauen wir noch mal auf
unser Ticket. Sekunden vergehen, bevor wir realisieren, dass das Datum unseres Fluges nach
Darwin erst zwei Tage später ist. Ungläubig konzedieren wir, dass
der Stress im Vorfeld des Urlaubes wohl etwas hoch war und man im Reisebüro doch etwas genauer
hinschauen sollte. Ein alternativer vorgezogener Flug mit British Airways ist exorbitant teuer,
so dass wir beschließen, in den sauren Apfel zu beißen und den unerwarteten Aufenthalt in
Singapur zu organisieren. Leider ist unser Gepäck nach Darwin durchgecheckt worden und trotz
intensiver Bemühungen des freundlichen Personals nicht auffindbar; es gibt einfach zu viele
schwarze Delsey Taschen.
Ausgestattet mit einem kleinen Rucksack mit rudimentären Überlebensartikeln (Zahnbürste,
Unterwäsche) und bekleidet mit Jeans und Wanderschuhen (bei ca. 30 Grad) buchen wir ein Hotel
in der Stadt (Robertson Quay) und steigen - nachdem wir natürlich die aufwändigen
Immigrations-Formalitäten erledigt haben - ins Taxi. Schon wieder reichlich erledigt schlendern wir am
Abend zum North Boat Quay, einer touristischen Restaurantmeile am Wasser und kaufen unterwegs
auf einem Weihnachtsmarkt spät am Abend T-Shirts respektive Kleider (Reine Seide für 10,00 Euro)
sowie einen Reiseführer ein.
Tag 2: Singapur
Etwas später am Vormittag des folgenden Tages machen wir uns zu Fuß auf den Weg, die Stadt zu
erkunden und vielleicht die erste negative Erfahrung des Vortages auszulöschen. Singapur ist
allerdings nicht besonders geeignet für Fußmärsche. Die meisten fahren doch eher Auto.
Wieder am North Boat Quay fahren wir mit einem Aufzug zur 36. Etage des UOB Plaza Gebäudes,
ein 60 Stockwerke hoher Wolkenkratzers eines japanischen Architekten. Aus derSky Lobby
im 37. Stock blicken wir über den nördlichen Teil der Stadt.
An der Stelle, wo der Singapore River in die Marina Bay fließt, steht das Wahrzeichen der Stadt,
der Merlion - eine mythische weiße Figur, halb Löwe und halb Fisch. Laut einer Legende glaubte
ein Prinz aus Sumatra im tropischen Urwald einen Löwen zu sehen und nannte den Ort am Südende
Malaysias Singa Pura, was soviel wie die Löwenstadt bedeutet.
Auf der anderen Seite des Flusses, die man man über die Cavenagh Brücke erreicht, finden sich
einige koloniale Gebäude, z.B. das Empress Place Building, das ein Museum beherbergt oder das
Parlamentsgebäude.
Auf knapp 6.500 qkm leben rund 4,3 Mio. Menschen, überwiegend chinesischer Abstammung.
Singapur ist eine parlamentarische Republik und eines der reichsten asiatischen Länder.
1965 erlangte der Stadtstaat die volle Unabhängigkeit von England.
Wir beschließen uns auf die Suche nach den asiatischen Wurzeln der Stadt zu machen und
machen uns auf nach Chinatown. Allerdings handelt es sich eher um ein museales Erlebnis
denn um quirliges Leben auf den Strassen. Die Häuser wurden restauriert und schauen schön bunt
aus, aber wer andere asiatische Großstädte kennt, ist enttäuscht. Immerhin kontrastieren bunte
Tempel im Vordergrund mit Hochhausfassaden im Hintergrund. Mitten in Chinatown schauen wir uns
unter anderem den indischen Sri Mariamman Tempel und den Thian Hock Keng Tempel an, die älteste
Anlage der Stadt. Den Hauch einer anderen Kultur kann man noch erahnen.
Alt werden wir auch heute nicht und nach einem Abendessen am Boat Quay beenden wir den Tag.
Tag 3: Singapur - Darwin
Heute widmen wir uns zunächst dem Eldorado aller Singapurians, der Orchard Road.
Dies ist die Einkaufsmeile der Stadt und getreu dem Motto -Shop till you drop- schlendern wir
von einem klimatisiertem Einkaufszentrum zum nächsten, alle sind im Reiseführer enthusiastisch
beschrieben. Westliche Designerprodukte sind zwar reichlich vorhanden, aber nicht wirklich
preiswerter als in Deutschland, "no name"-Ware ist allerdings sehr günstig und das bei
ordentlicher Qualität. Der Hitze Tribut zollend erwerben wir daher noch Shorts.
Bei hochsommerlichen Temperaturen Weihnachtsdekorationen zu sehen, finden wir etwas befremdent.
Um dem vorweihnachtlichen Gewusel zu entfliehen machen wir uns auf zur Hafenrundfahrt.
Auf einem einer alten Dschunke nachempfundenen Schiff namens -Cheng Ho- geht es am Hafen
vorbei, der weltweit das größte Frachtaufkommen besitzt und an dessen Einfahrt unzählige
Schiffe auf ihre Abfertigung warten, weiter zu einer Insel namens Kusu, auf der wir einige
Zeit am Strand verbringen und domestizierten Schildkröten zuschauen.
Zugegeben etwas erleichtert fahren wir dann gegen Abend zum Flughafen in voller Vorfreude,
nun endlich nach Australien weiterzureisen, dem eigentlichen Ziel unserer Reise.
Das Fazit zu Singapur fällt eher nüchtern aus. Sicher kann man sich hier einige Tage lang gut
beschäftigen, die große Begeisterung kommt bei uns aber aufgrund der Sterilität der Stadt (die
Straßen und Gehsteige sind wie geleckt und mit einem Verbots-Schilder-Wald bepflanzt)
des puren Konsumfetischismus nicht auf, obwohl wir uns sicherlich auch nicht als die großen
Kapitalismushasser outen wollen.
Tag 4: Darwin und Umgebung
Noch im Flieger nehmen wir unsere Reiseunterlagen genauer unter die Lupe, um weiteren Überraschungen vorzubeugen.
Aber das Reisebüro hat alle Buchungen wenigstens in sich konsistent vorgenommen. Gegen drei Uhr morgens landen wir
in Darwin auf dem sogenannten fünften Kontinent, einem Kontinent, der auf einer Fläche fast von der Größe der USA
gerade einmal 17,7 Mio. Menschen beherbergt.
Darwin ist die Hauptstadt des Northern Territory, einem
Gebiet, das 20% der australischen Fläche ausmacht, aber auf dem nur 175.000 (davon 38.000 Aboriginals) Menschen leben,
so dass es sich -vor allem im Landesinneren- um das mit am dünnsten besiedelte Gebiet der Erde handelt.
Da wir unseren Bush-Camper erst um neun Uhr abholen können und der kleine Flughafen nun gar keine Zeitüberbrückungsmöglichkeit
bot, beschließen wir, per Taxi in die Stadt zu fahren, um den Sonnenaufgang am Meer zu bewundern. Der Taxifahrer fährt uns
zu einem Hotel (Novotel Atrium), in dessen Lobby man bereits ab fünf Uhr Kaffee und Frühstück bekommt. Bei zwar lauer
Sommerluft schlendern wir zum Lamaroo Beach, aber viele Wolken verhindern einen schönen Sonnenaufgang. Unterwegs stören
wir noch Paar beim Outdoor-Liebesspiel. In der noch ausgestorbenen Stadt lungern einige Aboriginals herum, die uns durch
ihr bedrohliches Äußeres etwas Unwohlsein bereiten. Insbesondere die von den Stämmen ausgestoßenen Aboriginals finden
kaum Arbeit und ein Dach über dem Kopf.
Den Reisebürounterlagen entnehmen wir die Adresse des Autovermieters (Maui) und freuen uns, dass diese in Fußnähe des
Frühstückshotels liegt. Leider stellen wir dann fest, dass dort zwar eine Autovermietung residiert, nicht aber die gesuchte.
Unfreundlich werden wir darüber informiert, dass wir wieder zurück in Flughafennähe müssen. Immerhin funktioniert
tatsächlich unser deutsches Handy in Australien und wir können telefonisch Kontakt aufnehmen. 30 Dollar ärmer nehmen wir
dann den Camper entgegen, ein allradgetriebener Toyota Land Cruiser. In unserem übermüdeten Trancezustand versuchen wir,
uns all die technischen Raffinessen, insbesondere bei der Zuschaltung des Allradantriebs, zu merken. Im Fahrzeug liegt eine
kleine Straßenkarte, die nur wenige Strassen zeigt, zu unserer Überraschung aber doch angeblich alle wichtigen
Verkehrsverbindungen beinhalten soll. Bevor wir uns ins Outback wagen, plündern wir erst einmal einen Supermarkt. An das
LKW-ähnliche Fahrgefühl auf der linken Straßenseite müssen wir uns erst gewöhnen, genauso wie an die große Hitze
(ca. 35 Grad).
Darwin selbst hat keine Sehenswürdigkeiten zu bieten, so dass wir direkt zu der 40 km außerhalb am Stuart Highway gelegenen
Darwin Crocodile Farm fahren. Dort bewundern wir 7000 Krokodile, von denen 2.000 pro Jahr getötet werden wegen
ihres Fleisches und natürlich für entsprechende Taschen. Die Fütterung zeigt uns, dass wir in freier Wildbahn diesen
wunderbaren Tieren lieber nicht begegnen wollen. Wir fahren weiter in Richtung Litchfield National Park.
Im Berry Springs Nature Park baden wir in einem garantiert krokodilfreien natürlichen Pool. Nicht viel später und
zunehmend müde steuern wir unser erstes Nachtquartier an, den Tumbling Waters Deer & Van Park, ein wunderschöner
Camping Platz mit einer Fülle von Tieren (Pfauen, Wallabies und nette Süsswasserkrokodile) auf dem Gelände. Meterhohe
Termitenhügel sehen wir hier zum ersten Mal. Ein erstes selbst gekochtes Outdoor-Abendessen genießen wir früh und bauen
unsere schmalen Betten im Fahrzeug auf. Bei gefühlt 50 Grad schlafen wir erschöpft ein.
Tag 5: Litchfield National Park - Kakadu National Park
Heute steht der erste Nationalpark auf unserem Programm, der Litchfield National Park. Er ist 146 qkm gross und liegt etwa
115 km südöstlich von Darwin. Kurz vor dem Parkeingang werden wir von einem Ranger angehalten, der uns auf frisches Obst
hin kontrolliert. Die Tomaten im Kühlschrank verschweigen wir und erwähnen nur die Bananen. Am Ende der Kontrolle fahren
wir dann mit mehreren geöffneten Bananen weiter, nachdem feststand, dass sie keine Fruchtfliegen unter der Schale enthalten.
Ein gesunder Tag mit einer Bananenorgie lag vor uns.
Im Park machen wir dann zum ersten Mal Bekanntschaft mit der wet season. Schlecht vorbereitet wie wir waren erfahren wir,
dass die Regenzeit begonnen hat. Dies führte dazu, dass einige der Sehenswürdigkeiten auch mit unserem Bush Camper nicht
mehr zu erreichen waren. Wir starten an den Wangi Falls, der populärsten Attraktion des Parks. Die Wasserfälle
befüllen ganzjährig einen kleinen See, der zum Schwimmen einlädt. Da aufgrund der Regensaison bereits viel Wasser im See
war und damit auch Strömungen auftreten, ist das Schwimmen jedoch leider verboten. Statt dessen nehmen wir einen 1,5 km
langen Wanderweg, der uns zur Spitze der Wasserfälle führt. Unterwegs sehen wir die ersten -Flying Dogs-, wie hier die
Fledermäuse genannt werden. Die angegebene Zeit von 1,5 Stunden unterbieten wir locker. Nächstes Ziel sind die Tolmer
Falls. Der direkte Zugang ist zum Schutz der verschiedenen Fledermausarten nicht mehr möglich. Ein 400 m Spazierweg zu
einem Aussichtspunkt ist aber möglich. Anschließend geht es zu einem kleinen Sumpfgebiet (Tabletop Swamp), in dem man gut
Wasservögel beobachten können soll. Die finden wir nicht, aber wir begegnen einem verrückten Radfahrer, der alle Autofahrer
anmacht, weil sie die Umwelt belasten. Er selbst durchquert Australien per Fahrrad und hat sein ganzen Gepäck dabei. Für
den kleinen Fußmarsch zum Sumpfgebiet hat es bei ihm aber nicht gereicht. Nächste Ziele sind das Buley Rockhole,
ein schöner Schwimmplatz sowie weitere Wasserfälle, die Florence Falls.
Zum Abschluss geht es zum einem großen Feld von Termitenhügel, das an einen Friedhof erinnert. Dutzende bis zu 2 m
hohe braun-graue Hügel sind von den Termiten gebildet worden, die nur auf Auen aktiv sind und sich durch die Hügel vor den
Überflutungen schützen. Da die übrigen Sehenswürdigkeiten nicht zugänglich sind, beschließen wir am späten Nachmittag, uns
doch noch auf den Weg in Richtung Kakadu National Park zu machen.
Nach einigen Stunden beeindruckender Fahrerei durch Niemandsland schaffen wir es bis zum Einbruch der Dunkelheit noch bis
in den Park und beziehen unser Quartier im Frontier Kakadu Village. Am Pool der Anlage entspannen wir uns, während
sich ein Gewitter zusammenbraut und der ganze Himmel von Blitzen illuminiert wird, ohne dass es aber donnert. Später werden
wir noch gepflegt von Mücken zerstochen, obwohl wir nur wenige Minuten ohne Insektenschutz im Freien verbringen.
Tag 6: Kakadu National Park
Der Name des Nationalparks stammt aus der Sprache der traditionellen Besitzer des Landes, dem Aboriginal Stamm der Gagadaju.
Ein Grossteil der Fläche ist heute wieder im Besitz verschiedener Stämme und an den Staat verpachtet, um es als Nationalpark
zu nutzen. Menschen leben seit rd. 50.000 Jahren in der Region und haben entsprechend ihre Spuren hinterlassen. Mit 22.000
qkm ist es der größte Nationalpark Australiens. Neben dem Tourismus gibt es hier noch Uran-Bergbau. Das Klima ist tropisch
mit starken Schwankungen zwischen Regen- und Trockenzeit.
Da die Regenzeit bereits begonnen hat und damit ähnlich wie im Litchfield National Park einige der touristischen Highlights
nicht mehr zugänglich sind, erkundigen wir uns früh am Morgen in unserem Village, ob eines unserer Hauptziele, die
Jim-Jim Falls und die Twin Falls noch zugänglich sind. Es heißt, dass zumindest die Jim-Jim Falls noch geöffnet sind, eine
endgültige Aussage aber nur am Bowali Information Center zu erhalten sei.
Dennoch beginnen wir unsere heutige Rundfahrt mit einer Fahrt nach Ubirr, wo spektakuläre Felsenmalereien auf uns
warten. Vom Parkplatz führt uns ein leicht begehbarer Weg zu den Galerien, wo uralte Bilder von Wallabies (wie kleine
Kängurus in Australien heißen), Opossums aber auch Menschen zu bewundern sind. Die ältesten Bilder sind 20.000 Jahre alt!
Ein leichter Aufstieg auf einen Felsen führt uns zu einem Aussichtspunkt, der herrliche Ausblicke über grüne Auen bietet.
Urlaub ist bekanntlich kein Vergnügen und so geht es schnell weiter. Wenige Kilometer entfernt steigen wir in ein kleines
Boot und unternehmen eine knapp zweistündige Fahrt auf dem East Alligator River. Neben den Naturschönheiten steht
ein Einblick in die Aboriginal Kultur auf dem Programm, so zum Beispiel erste Versuche, auf dem Didgeridoo zu spielen.
Seinem Namen macht der Fluss zu dieser Jahreszeit nicht alle Ehre. Wir sehen nur ein mickriges kleines Krokodil. Aber die
einsame Landschaft ist dennoch einen Besuch wert.
Gegen Mittag fahren wir dann zum Hauptquartier des Parks, gleichzeitig das Informationszentrum des Parks. Hier erfahren wir
zu unserer grossen Freude, das die -dirt road- zu den Jim-Jim Falls noch befahrbar ist. Leider sind die noch etwas weiter
im Parkinneren liegenden Twin Falls dagegen bereits geschlossen. Vom geteerten Kakadu Highway geht es ab auf die Schotterpiste.
Vorher schalten wir erst einmal den Allradantrieb ein. Dann werden wir 60 km lang gut durchgeschaukelt, die letzten 10 km
davon geht es über Baumwurzeln und durch Wasserlöcher. Man muss sich erst daran gewöhnen, dass man hier wirklich durchkommen
kann. Am Parkplatz angekommen finden wir nur wenige andere Fahrzeuge vor. Den letzten Kilometer müssen wir wandern.
Belästigt durch unzählige Mücken und Fliegen, vor denen wir uns kaum schützen können, marschieren wir durch einen Monsunwald
und über Felsen zum Wasserfall und dem darunter liegenden Pool. Da die Sonne gerade von hinten genau in die Schlucht
scheint, erleben wir einen Regenbogen vor dem Wasserfall. Als wir am schönen kühlen Pool ankommen, sind wir bereits alleine,
da in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit die übrigen Besucher sich wieder auf den Rückweg gemacht haben. Das Wasser
stürzt über 215 m hinab und da die Regenzeit begonnen hat, gibt es auch schon wieder welches, denn gegen Ende der
Trockenzeit kommt es auch schon einmal vor, dass der Wasserfall -anders als der Twin Falls- ausgetrocknet ist. Als es
bereits leicht zu dämmern beginnt, reißen wir uns endlich los und kehren zum Wagen zurück. Auf dem Rückweg lesen wir noch
einen Straßenarbeiter auf, dessen LKW eine Panne hat. Hocherfreut, dass er nicht in seinem Wagen übernachten muss, erzählt
er uns während der Rückfahrt im Dunkeln (gefühlt noch holpriger als auf dem Hinweg) etwas aus seinem Leben in dieser
Einsamkeit. An der Gagudju Cooinda Lodge, wo wir nach einem langen Tag auch unser Nachtquartier beziehen, trennen
sich unsere Wege wieder.
Tag 7: Kakadu National Park - Katherine Gorge
Früh am nächsten Morgen sind wir bereits wieder fit für die anstehenden Aktivitäten. Los geht es wieder mit einer Bootsfahrt,
diesmal in die Yellow Water wetlands, eine Aue des South Alligator River. Die Tatsache, dass es sich bei diesem
Ausflug um die beliebteste und ganzjährig zugängliche Aktivität im Nationalpark handelt, verspricht viel, hält es aber auch.
Neben Krokodilen (Süßwasserkrokodile, die es nur in Australien gibt) bewundern wir vor allem zahlreiche Wasservögel wie
z.B. Schlangenhalsvögel, die ihre Flügel in der Sonne trocknen, Kraniche, Wildenten, Seeadler, Gänsearten u.v.m. Besonders
angetan hat es uns der -Jesus Bird- (engl. Jacana, keine Übersetzung gefunden), der aufgrund seines niedrigen Gewichts auf
im Wasser schwimmenden Blättern stehen kann. Außerdem gibt es viele Bäume zu sehen, die im Wasser stehen, sowie Blumen
(Lotus- und Wasserlilien). Insgesamt ein toller Trip mit sehr kompetenter und motivierter Reiseleitung. Ein Muss!
Nach zwei Stunden Bootsfahrt fahren wir einige Kilometer weiter zum Warradjan Aboriginal Cultural Center, wo wir
viel Informatives zum Leben und der Kultur der Ureinwohner erfahren.
Nächstes Ziel in großer Mittagshitze ist dann Nourlangie. Hier gibt es einen großen Felsen, wo uns wieder
Felsenmalereien erwarten. Der Platz gilt den Einheimischen als mysteriös und heilig. Auf dem 1,5 km langen -Art site walk-
betreten wir zunächst eine Art offenen Schutzraum, in dem bis zu 30 Menschen Zuflucht finden konnten.
Seit 6.000 Jahren ist dieser Platz in Benutzung. Die zahlreichen Malereien, von denen uns besonders der -Lightning Man-
gefällt, einer Figur, die für die Blitze während der Regenzeit verantwortlich gemacht wurde, wurden in den 60er Jahren
nachgemalt, so dass sie heutzutage sehr gut zu erkennen sind. Weiter geht es mal wieder zu einem Aussichtspunkt auf dem
Felsen, von dem aus man einen herrlichen Blick über das -Arnhem- Land hat, alles Eigentum der Aboriginals und nur mit einer
speziellen Genehmigung zu betreten.
Aufgrund der Hitze verzichten wir auf weitere kleine Spaziergänge und fahren statt dessen weiter in Richtung Süden.
Links des Highways geht es dann ab auf eine Schotterpiste, die unglaublich rot aussieht und die uns zum Parkplatz der
Gunlom Camping Area führt. Ein schöner Wasserfall fällt in einen ebenso schönen kleinen See, in dem man
herrlich schwimmen kann und im Wasser auch die vielen Mücken vorübergehend vergessen kann. Nach der Erfrischung steigen wir
auf einem ziemlich steilen Weg hoch zur Spitze des Wasserfalls, der oben treppenförmig angelegt ist, was man von unten
nicht sehen kann. Von dort aus haben wir einen tollen Blick über den grünen südlichen Part des Kakadu Nationalparks.
Am späten Nachmittag überlegen wir uns, wie es weitergehen soll. Wir haben zwar viele kleinere Spots des Parks ausgelassen,
beschließen dann aber doch, den Park nach Süden hin in Richtung Katherine zu verlassen. Es ist -wie an vielen Stellen im
Northern Territory- sehr schade, dass wir so wenig Zeit haben. Eine Woche könnte man sicher locker im fantastischen Kakadu
Nationalpark verbringen ohne sich auch nur im geringsten zu langweilen.
Nach dem Parkausgang geht es zunächst durch Wälder, in denen kleinere Buschfeuer lodern, und durch die kleine Siedlung
Pine Creek, immerhin schon mehr als 150 km vorher ausgeschildert, ein Überbleibsel aus Goldrauschzeiten, wo uns nur
der schöne kleine Bahnhof auffällt.
Obwohl nur 1 km weit entfernt von der einzigen richtigen Nord-Süd Verbindung, dem Stuart Highway, ist alles sehr
ruhig und wir fragen uns, wovon denn die Menschen leben mögen. Wir fahren weiter nach Katherine und biegen links ab in
Richtung Katherine Gorge. Spät abends erreichen wir unser Quartier, den -Gorge Caravan Park-.
Tag 8: Katherine Gorge - Tennant Creek
Schon wieder recht früh am Morgen -so lange kann man in so einem Bushcamper nicht schlafen- starten wir zu unserer
Bootstour in die Katherine Gorge, eine 13 km lange Schlucht, die durch den gleichnamigen Fluss ausgespült wird. Der Fluss wird
durch eine Vielzahl von Stromschnellen unterbrochen.
Die wunderschöne Landschaft liegt im Nitmiluk National Park,
rund 30 km von der Stadt Katherine entfernt. Zwei Stunden dauert die Tour durch den Canyon, auf der wir einmal das Boot
wechseln und dabei eine Stromschnelle umwandern müssen. Außerdem erfahren wir, dass der erste australische Farbfilm hier
gedreht wurde und bewundern wieder Felsenmalereien der Eingeborener. Besser gewesen wäre es aber wohl, sich ein Kanu zu
mieten und in aller Stille und allein durch die Landschaft zu fahren. Auch zu den unzähligen möglichen Wanderungen in
dieser Gegend kommen wir leider nicht.
Auf unserem Weg weiter Richtung Süden fahren wir nach Mataranka, wo 7 km abseits des Highways der gleichnamige
Mataranka Pool Nature Park liegt. Eine kristallklare Thermalquelle erwartet uns und trotz des heißen Wetters nehmen
im 34 Grad warmen Wasser ein Bad. 16.000 Liter Wasser pro Minute speisen den Pool. Anschließend schlendern noch etwas durch den umgebenden Regenwald.
Entspannt und erfrischt begeben wir uns wieder auf den Highway und fahren weiter nach Süden. Unser nächstes Ziel ist eine
verlassene Ortschaft namens Newcastle Waters am alten Stuart Highway. Ein verlassenes Hotel und ein ebenso
verlassenes Geschäft erinnern an bessere Zeiten, als hier die Telegraphenleitungen entlang liefen. Ein, zwei noch bewohnte
Häuser beherbergen Familien, die für einer Wasserfirma arbeiten. Was für eine Einöde, denn die Landschaft ist inzwischen
schon ziemlich karg geworden. Weiter südlich in Elliot treffen wir beim Tanken einen Berliner Tankwart, der aus deutscher
Nostalgie heraus immerhin überteuerte Kinder-Überraschungseier verkauft. Vor lauter Heimatgefühle vergessen wir unseren
Tankdeckel, was uns leider aber erst viele Kilometer später auffällt. Unser Übernachtungsziel Tennant Creek erreichen
wir wenig später. Schlappe 3.550 Einwohner wohnen hier in einer kleinen Stadt, die immerhin auf fast jedem Globus erwähnt
wird und in der es doch tatsächlich sogar ein Mobilfunknetz gibt. Im Outback Caravan Park etwas abseits des Highways
beziehen wir unser Quartier.
Tag 9: Tennant Creek - Alice Springs- West MacDonnell National Park
Heute steht ein längerer Fahrtag nach Alice Springs an. Die im Reiseführer erwähnten Sehenswürdigkeiten in und um
Tennant Creek lassen wir weg. Die Städte, so sie sich denn so nennen, sind für europäische Verhältnisse eher uninteressant.
Auf dem Stuart Highway kommen wir nach 100 km zunächst zum Devil´s Marbles Conservation Reserve. Direkt an der
Strasse liegen riesige Granitfelsbrocken, die angeblich schon seit 1.800 Millionen Jahren der Atmosphäre ausgesetzt sind
und durch die Witterungsbedingungen abgeschliffen sind. Nach kurzem Stopp geht es weiter.
In Wycliffe Well sind auf einem kleinen Parkplatz einige Autowracks aufgereiht. Es wäre bestimmt interessant,
die Geschichte der Fahrzeuge von der Produktion bis heute nachzuvollziehen.
Etwas später kommen wir nach Barrow Creek, wo wir an einer Tankstelle eine dazugehörige kleine Bar aus den 30er
Jahren betreten und uns über Wände voll von Geldscheinen aus aller Welt wundern. Wer mehr Zeit hat, kann noch die
Telegraphenstation von 1872 nebenan besichtigen.
Einige Stunden später erreichen wir dann Alice Springs, zwei Tage bevor wir unseren Bush Camper abgeben müssen.
Die hinter uns liegenden 1.481 km zwischen Darwin und Alice Springs (ohne all die Umwege in die Nationalparks) waren
wesentlich weniger anstrengend als gedacht. Es war faszinierend zu beobachten, wie sich im Laufe der Fahrt die Vegetation
verändert hat - vom Regenwald im Norden hin zu einer wüstenähnlichen Landschaft fast ohne Pflanzen. In Alice Springs
steuern wir zunächst das Touristenbüro an, um uns Anregungen für Aktivitäten der nächsten beiden Tage zu holen und um
unsere Weiterreise nach Ayers Rock zu organisieren. Unseren Weiterflug haben wir ab Ayers Rock gebucht. Unseren Bush Camper,
der uns bereits ans Herz gewachsen ist, müssen in Alice Springs zurückgeben, da der Vermieter leider keine Station in
Ayers Rock hat. In der Touristeninformation empfiehlt uns eine Holländerin sehr freundlich -aber nicht ganz uneigennützig-
eine Camping-Bustour, denn der Inhaber des Unternehmens ist ihr Ehemann (später mehr dazu).
Aber ihre Empfehlungen für die kommenden beiden Tagen entpuppen sich als Volltreffer. Auch gelingt es uns, den Mietwagen
noch für zwei Tage zu verlängern.
Nachdem wir den fehlenden Tankdeckel nachgekauft haben, setzen wir uns am Nachmittag
wieder in Bewegung und zwar in Richtung West MacDonnell National Park Im Vorfeld des Urlaubes hatten wir uns
auf die Umgebung von Alice Springs nicht vorbereitet. Umso begeisterter sind wir von den Eindrücken, die uns im folgenden erwarten. Dieser Nationalpark wurde
erst Anfang der 90er Jahre eingerichtet und umfasst auf einer Länge von 170 km zahlreiche Schluchten und Wasserlöcher.
Noch kurz vor dem Parkeingang besuchen wir Simpsons Gap, eine rote Schlucht mit emporragenden Klippen. Danach
biegen wir ab zur Standley Chasm, benannt nach einer Lehrerin, die als erste Europäerin diese Erdspalte zu Gesicht
bekam. Optimaler Zeitpunkt für die Besichtigung ist der Mittag, da dann die Sonne die schmale Spalte erleuchtet. Auch
wenn das Timing nicht optimal ist, ist unser kleiner Spaziergang durch die Schlucht und die dahinter liegenden Gebiete
sehr sehenswert. Kleine Wallabies begleiten uns zeitweise.
Da die Sonne uns langsam verlässt, suchen wir uns einen sehr einfachen Campingplatz (mit Plumpsklo, das auf Englich
übrigens pit toilets heisst) am Ellery Creek Bighole, wo es einen populären Schwimmplatz gibt, von wo aus wir den
Sonnenuntergang bewundern. Als wir abends unter Mondschein draußen sitzen und zu Abend essen, beginnen die Dingos
(australischer Wildhund) zu heulen. Als von der anderen Seite direkt eine heulende Antwort kommt, wird es uns dann doch
etwas unheimlich und wir ziehen uns in unseren Camper zurück.
Tag 10: West Mac Donnell National Park - Rainbow Valley
Die erste Schlucht am nächsten Morgen, die wir besuchen, ist die Serpentine Gorge. Eine kurze Wanderung führt uns
zu einem bitterkalten See. Das Bad verkneifen wir uns, obwohl man nach dem Durchschwimmen am anderen Ende hätte
weiterwandern können. Statt dessen klettern wir hoch zu einem Aussichtspunkt und bewundern die Landschaft von oben.
Anschließend geht es weiter zu den Ochre Pits, wundervollen Felsformationen, in denen sich über Millionen von Jahren
schichtweise Kalksteinablagerungen gebildet haben, die aufgrund unterschiedlichen Eisengehaltes in verschiedenen Farben
schillern. Für die Aboriginals hat der Ocker (nicht die Farbe!) eine besondere Bedeutung sowohl für medizinische Zwecke
(ein Balsam wurde hieraus gewonnen ) als auch als Handelsware.
Weiter auf unserer Parkrundfahrt kommen wir zur Ormiston Gorge, wo uns schon wieder ein schöner See erwartet, in
dem wir immerhin ein Fußbad nehmen. Viele Tiere soll es hier geben, aber außer ein paar Vögeln bleiben sie uns verborgen.
Aber bei stahlblauem Himmel kontrastieren die steil aufragenden rötlichen Felsen wunderbar.
Etwas schluchtenmüde streifen wir die Glen Helen Gorge nur kurz und fahren über eine Schotterpiste weiter zum
Tnorala (Gosse Bluff) Conservation Reserve. Hier ist vor 130 Millionen ein Komet eingeschlagen und hat einen
riesigen Krater mit einem Durchmesser von ursprünglich 20 km hinterlassen. Heute beträgt er nur noch 5 km und liegt auch
nicht mehr 2 km unterhalb der umgebenden Erdoberfläche - aber immer noch sehr sehenswert und etwas mystisch.
Diese Gegend ist für die Aboriginals heilig und Teile des Reservats sind nur mit einer Genehmigung zugänglich.
Inzwischen ist es Nachmittag und wir überlegen uns, wie wir den Rest des Tages verbringen wollen. Nach einigem Abwägen
entscheiden wir uns für eine stressige Variante. Wir steuern das Rainbow Valley Conservation Reserve an, was nicht
nur bedeutet, nach Alice Springs zurückzufahren (150 km), sondern von dort auch noch weitere 120 km Richtung Süden.
Von hier aus könnte man aber auch über den Kings Canyon nach Ayers Rock fahren, aber leider müssen wir ja unseren Wagen
am folgenden Tag abgeben. Die Herausforderung ist nun, das Rainbow Valley noch pünktlich um Sonneuntergang zu erreichen,
denn dann soll es dort am schönsten sein. Mit Geschwindigkeiten bis zu 130 km/h brettern wir los. Vom Stuart Highway geht
es dann die letzten 22 km wieder über eine Schotterpiste. Auch die Abzweigung findet nur, wer einen guten Reiseführer hat
und die Kilometer auf dem Highway abzählt, denn es gibt kein Schild an der Strasse. Wir schaffen es so gerade noch
rechtzeitig bis zum Parkplatz und setzen uns - mit einem Whiskeyglas in der Hand - auf unsere Campingstühle und bewundern
den Sonnenuntergang, der die Sandsteinfelsformation in ein Atem beraubendes Licht taucht. Wir sind alleine auf weiter Flur
(alle organisierten Touren sind schon wieder weg) und das bleibt auch so bis zum nächsten Morgen, denn hier beziehen wir
unser Nachtquartier. Die Pasta und der Rotwein schmecken besonders lecker bei Mondschein und unter dem unglaublichen
Sternenhimmel. Ein Klavierkonzert von Beethoven begleitet uns aus der Fahrerkabine. Ein absoluter Traum. Diesen
zauberhaften Platz sollte keiner verpassen. Hätte man mehr Zeit, dann könnte man auch einige Tage bleiben und sich die
Landschaft der anrainenden James Ranges wandernd erschließen.
Tag 11: Alice Springs
Den nächsten Tag beginnen wir mit einem Abstecher zum Henbury Meteorite Craters Conservation Center. Ebenfalls nicht
allzu weit vom Highway entfernt liegt hier eine Anhäufung von 12 kleinen Kratern, die ebenfalls von einem Meteoriteneinschlag
verursacht wurde. Viel gibt es leider nicht zu sehen, sondern nur zu erahnen - man muss nicht unbedingt hierher kommen.
Wir machen uns auf den Rückweg nach Alice Springs. Beim Toyota Händler, wo wir bereits unseren Tankdeckel gekauft haben,
haben wir einen Termin für eine Autowäsche vereinbart, denn den Camper müssen wir gereinigt zurück geben. Leider bleibt uns
die Innenreinigung bei Temperaturen von gefühlt 50 Grad nicht erspart. Bei der Rückgabe des Autos heißt es dann noch, wir
sollten die Teerflecken mit Spiritus reinigen. Aber wir weigern uns erfolgreich mit Hinweis auf die erfolgte professionelle
Reinigung durch Toyota. Natürlich wissen wir, dass besagte Flecken von unseren hohen Geschwindigkeiten auf frisch geteerten
Strassen kommen. Aber wir hatten uns schon vorher etwas geärgert, denn bei kleineren Vermietern vor Ort hätten wir
vergleichbare Fahrzeuge für deutlich weniger Geld bekommen können. Dennoch befällt uns Wehmut, als wir per Taxi aufmachen
zu unserem Bed & Breakfast namens Bed Rock, das der bereits erwähnten Holländerin aus dem Touristenbüro und ihrem Mann
gehört.
Wir genießen nach langer Zeit wieder eine komfortable Dusche in dem wunderschönen, mit viel Liebe eingerichtetem Haus.
Anschließend machen wir uns in die Stadt auf. Zunächst bummeln wir durch die Stadt und gucken uns in einigen Geschäften um.
Abends freuen wir uns auf ein Essen in einem Restaurant (wir können keine Sandwiches mehr sehen) um uns dort mit Krokodil-,
Emu-, Känguru- und Kamelfleisch den Magen (zu) voll schlagen. Dann freuen wir uns schon auf ein richtiges Bett...
Tag 12: Kings Canyon
Leider müssen wir früh am Morgen bereits um 5.30 Uhr schon wieder aufstehen. Nach kurzem Frühstück werden wir um 6.00 Uhr
abgeholt vom Tourbus von Adventure Tours, dem Reiseunternehmen unserer umtriebigen Vermieter. Nachdem noch einige andere
Gäste eingesammelt wurden (vor allem junge Engländer), geht es los. Erster Zwischenstopp ist eine unangenehm touristische
Kamelfarm, wo sich einige Gruppenmitglieder tatsächlich auf einem Kamel auf einem lächerlichen Rundkurs im Kreis herumführen
lassen. Nachdem es endlich weitergeht gelangen wir in praller Mittagshitze zum Kings Canyon.
Gelegen im Watarrka National Park findet sich mal wieder eine 1 km lange Schlucht, die wunderbare Wander- und
Fotogelegenheiten bietet. Vor 20.000 Jahren sollen hier schon Ureinwohner gelebt haben. 600 verschiedene Pflanzenarten soll m
an hier finden können, was für diese trockene Gegend schon beeindruckend ist. Die meisten finden sich im -Garden of Eden-,
den man auf dem vierstündigen Kings Canyon Wanderweg erreichen kann. Früh am Morgen ist die beste Zeit für diese Wanderung,
denn es beginnt mit einem rechts steilen Aufstieg. Unser junger Reiseleiter hat ganz offensichtlich keine Lust auf die
lange Wanderung in der Mittagshitze, so dass es die Gruppe davon überzeugt, dass auch der Weg entlang des kleinen Flusses
unten in der Schlucht toll sei und man am Ende belohnt wird mit einem Bad in einem kleinen Pool. Etwas widerwillig folgen
wir der Gruppe. Aber nach einiger Zeit wird deutlich, dass es sich doch eher um ein abenteuerliches Klettern über
Felsbrocken handelt, so dass Detlef die Wanderung vorzeitig abbricht und ziemlich angefressen zurückkehrt. Die Aussicht
ist mit Sicherheit bei weitem nicht so schön wie sie oben an der Klippe wäre.
Am späten Nachmittag erreichen wir bereits unser Quartier, die Kings Creek Station, natürlich nicht ohne vorher
entsprechende Biervorräte für die mitreisenden Engländer zu kaufen (das gepflegte Vorurteil wird bestätigt!). Unangenehm
berührt erfahren wir, dass wir keine eigenen Schlafsäcke für die 3 Nächte erhalten, sondern uns aus einem Pool gebrauchter
und nicht frisch gewaschener Exemplare bedienen müssen. Angeekelt schleichen wir in unser Zelt, das wir immerhin nicht
auch noch mit anderen teilen müssen. Ja, wir sind manchmal furchtbar spießig! Anschließend müssen wir auch beim Kochen
helfen, was bei den eingesetzten Kochgeschirr nicht gerade unseren Hunger steigert. Unsere Stimmung steigert sich etwas,
als wir die auf dem Gelände des Campingplatzes befindlichen Kängurus in ihrem Gehege beobachten und dabei auch einen
schönen Sonnenuntergang erleben. Die Nacht wird erwartungsgemäß unruhig. Wir ärgern uns, dass wir aus Kostengründen diese
Tour gebucht haben. Noch besser wäre es gewesen, den Mietwagen zu behalten, auch wenn wir nach Alice Springs hätten
zurückbringen müssen.
Tag 13: Uluru-Kata Tjuta National Park (Olgas)
Um 5.30 Uhr stehen wir auf und machen uns auf die Busfahrt nach Ayers Rock in den Uluru-Kata Tjuta National Park.
Die Fahrt ist zwar nicht so furchtbar weit, aber viele kurze Stopps ziehen sie in die Länge. Immerhin hat unser Reiseführer
schon ein großes Wissen über seine Heimat und erzählt uns auch interessante Geschichte hierüber. Als erstes steuern wir
den Campingplatz und die bereits aufgebauten Zelte für die nächste Nacht an, den Ayers Rock Campground.
Nach dem Ausladen
steigen wir wieder in den Bus und fahren einige Kilometer weiter nach Kata Tjuta, auch genannt die Olgas.
Eine Ansammlung kleinerer und größerer runder Felsen laden zu Wanderungen ein und bieten sensationelle Farben und Formen.
Verglichen mit Ayers Rock geht es hier beschaulich zu. Geschickt hatte unser Guide die Zeit herausgezögert, um nun wieder
mit dem Argument zu kommen, dass es nun zu heiß und zu spät sei, um die dreistündige Wanderung durch das Valley of the Winds
zu unternehmen. Statt dessen schlendern wir nur einige hundert Meter in die Olga Gorge, was uns aber trotzdem gut gefällt,
auch wenn wir zugegebenermaßen immer wütender werden über die bewusst schlechte Planung.
Nach dem Lunch auf dem Campingplatz besuchen wir das Besucherzentrum in Yulara, dem Ort, wo sich die zahlreichen
Hotels für die Tausende von Touristen befinden. Schöne Bilder vom Ayers Rock bei verschiedenen Witterungsbedingungen gibt
es zu sehen. Als die anderen mal wieder einen Swimmingpool aufsuchen, steigen wir auf zu einem Aussichtspunkt nahe des
Campingplatzes und sehen Uluru (=Ayers Rock) immerhin einmal im Sonnenschein. Ansonsten fehlt uns die Mobilität und wir
vertändeln einige Stunden auf dem Campingplatz. Um ein erneutes selbst gekochtes Gruppenabendessen zu vermeiden, lassen
wir uns vom Reiseleiter wieder nach Yulara fahren, wo wir ziemlich wütend ein ordentliches Abendessen verspeisen und einige
Postkarten schreiben (eben, wir sind etwas spießig). Die Nacht wird ein Gräuel, da andere Campingplatzbewohner eine Art
Technomusik die ganze Nacht dröhnen lassen und wir uns in den gebrauchten Schlafsäcken wälzen.
Tag 14: Uluru-Kata Tjuta National Park (Ayers Rock) - Sydney
Der Nationalpark gehört sicherlich zu den besonderen Sehenswürdigkeiten Australiens, auch wenn wir zu Anfang dachten,
dass wir nicht dahin fahren wollen, wo alle hinfahren und dass auch nur, um einen Felsen zu besichtigen. Das wäre aber
definitiv ein Fehler gewesen!
Den Aboriginals bedeutet der Park kulturell besonders viel. Seit mindestens 10.000 Jahren leben sie in dieser Gegend und
auch heute ist der Park in ihrem Eigentum, aber an den australischen Staat vermietet worden. Zahlreiche Legenden ranken
sich um Uluru und die Entstehung. Geologisch jedoch handelt es sich um einen grobkörnigen Sandsteinfelsen, der sich über
einen Zeitraum von 600 Millionen Jahren aus den Ablagerungen von Granitfelsen gebildet hat. 348 Meter ragt Uluru aus der
ihn umgebenen Ebene auf bei einem Umfang am Boden von 9,4 km. Die heutigen Oberflächenformen kamen durch Wasser, Wind und
Erosion zustande.
Mal wieder extrem früh stehen wir auf (4 Uhr), um den Sonnenaufgang zu bewundern, der den Erzählungen nach eine Vielfalt
von Farben auf den Ayers Rock zaubern soll. Zusammen mit einigen Tausend Bustouristen (vorwiegend japanischer Provenienz)
und wenigen Individualurlaubern warten wir vergeblich auf das Naturspektakel. Dichte Wolken lassen nur einmal kurz erahnen,
wie es bei schönem Wetter aussehen würde.
Trotz des Wetters, der Übermüdung und dem Verstoß gegen die Sitten der Aboriginals entschließen wir uns, den Aufstieg zu
wagen. Das ist nicht ganz ungefährlich, denn selbst an der flachsten Stelle ist der Aufstieg extrem steil und das auf
glattem Untergrund. Eine Kette in Kniehöhe ist nur eine Hilfe für Kleinwüchsige. Wir wundern uns ob der Massen an gänzlich
unerfahrenen Bergsteigern. Das erklärt aber, dass in den letzten 30 Jahren 28 Menschen ihr Leben lassen mussten. Sollte
Regen drohen oder die Hitze zu hoch werden (größer 38 Grad), ist der Aufstieg verboten. Bei uns ist es eher umgekehrt.
Bekleidet lediglich mit einem T-Shirt beginnen wir auf dem Gipfel angekommen schnell zu frieren. Aber der spektakuläre
Ausblick auf die Ebene und die in 30 km Entfernung liegenden Olgas belohnen uns für die Anstrengung. Der Abstieg schont
zwar das Herz, nicht aber die Knie und die Muskeln. Menschen mit Höhenangst ist der Aufstieg nicht zu empfehlen.
Nach unserem glücklichen Abstieg treffen wir unseren Reiseleiter wieder, der mit uns noch einen kleinen Teil des Rundweges macht und dabei viel über die Sagen und Mythen der Aboriginals erzählt. Auch von unten ist der Monolith faszinierend in seiner Vielfalt an Formen und Farben. Im Anschluss daran besuchen wir noch das Culture Center des Nationalparks und genießen neben dem üblichen Kunsthandwerk für japanische Besucher, aber auch guten Informationen über den Park vor allem ein kleines verspätetes Frühstück und ruhen unsere müden Muskeln aus.
Mittags lassen wir uns dann am kleinen Flughafen von Yulara absetzen. Den Mitfahrern, die noch zurück nach Alice Springs
müssen, trauern wir nicht nach. Es sei allen empfohlen, in dieser Gegend nicht nur individuell zu reisen, sondern auch
ausreichend Zeit einzuplanen, denn 3 volle Tage kann man sicherlich sehr gut beschäftigen.
Ansett Australia transportiert uns sicher nach Sydney. Unterwegs bewundern wir wieder die absolute Einsamkeit über der
Wüste, die wir überfliegen. Nach dem Einchecken ins Hotel Rex am Kings Cross reicht es nur noch für ein günstiges und gutes
indisches Abendessen in der Nähe, bevor wird völlig ermüdet in die Federn sinken.
Tag 15: Sydney - Hobart (Tasmanien)
Am folgenden Morgen nutzen wir zunächst den hoteleigenen Swimming Pool, bevor es zum französischen Frühstück ums Eck geht.
Anschließend folgt ein erster kurzen Stadtbummel. Vom Hotel aus geht es los Richtung Hafen. Durch die hübschen königlichen
botanischen Gärten mit vielen importierten exotischen Pflanzen schlendern wir zum berühmtesten Gebäude der Stadt, dem
Opernhaus. Exponiert gelegen ragen die Dachmuscheln hoch in den Himmel zum Wasser hin ausgerichtet. Zahlreiche
Veranstaltungen in mehreren Räumlichkeiten bieten unterschiedliche Möglichkeiten, das Gebäude nicht nur von außen zu
bewundern. Beim vorherigen Besuch 1995 hatte Detlef die Gelegenheit genutzt und sich Turandot von Puccini angeschaut. Wenn
dann noch die Sonne über der Harbour Bridge untergeht, ist die Stadtidylle fast perfekt. Ein dänischer Architekt gewann
1957 den Wettbewerb für das Opernhaus, aber erst 1973 und nach vielen Schwierigkeiten bei der Realisierung wurde dann die
Einweihung gefeiert. Uns treibt es bald per Einschienenbahn weiter zum Darling Harbour, einem neuen, quirligen Stadtteil
für junge Leute mit vielen Restaurants, Bars, aber auch Museen. Zu mehr als einem kurzem Kaffee reicht es aber nicht, denn
wir müssen schon wieder zum Flughafen. Aber wir werden ja in einer Woche wiederkommen.
Am Nachmittag fliegen wir dann weiter nach Hobart, der Hauptstadt des australischen Bundeslandes Tasmanien.
240 km südlich von Melbourne, vom Festland durch die rauhe Bass Strait getrennt, liegt der kleinste Bundesstaat Australiens.
Die Insel mit den für australische Verhältnisse winzigen Ausmaßen von maximal 315 km Breite und 296 km Länge und knapp 69.000 qkm
(zum Vergleich: Schweiz 41.300 qkm) Fläche gilt als ein noch recht unbekanntes Ziel im internationalen Tourismus.
Reizvoll wird Tasmanien für Australienreisende
durch ein stark ozeanisch geprägtes Klima und Landschaften, die man so nirgends sonst in Australien findet.
Extreme Temperaturen wie auf dem
Festland gibt es in Tasmanien nicht. Tasmanien besitzt ein gemässigtes Klima. Die Durchschnittstemperatur liegt im Sommer
(Dezember bis Februar) bei 21 ºC, im Winter (Juni bis August) bei 12 ºC. Die jährlichen Regenfälle variieren von 3000 mm
an der Westküste (die Zahl der niederschlagsfreien Tage ist kaum einer Erwähnung wert) bis 600 mm in Hobart, das lediglich
120 km weiter östlich liegt und die zweittrockenste australische Hauptstadt ist. Das Klima an der Ostküste ist angenehm
trocken und mild.
Die von Seeleuten gefürchteten Westwinde, die Roaring Forties, sorgen dafür, dass Tasmanien zum reinen
Wasser absolut saubere Luft hat. Ein Grossteil der Insel ist Nationalpark. Insbesondere der Südwesten ist in weiten
Gebieten unter Schutz gestellt. Die höchsten Berge ragen rund 1.600 m hinauf.
Die Insel hat ihren Namen von Abel J. Tasman, der das von Aborigines bewohnte Land 1642 "entdeckte". Doch bis 1846 wurde
Tasmanien nach einem holländischen Seefahrer Van Diemen's Land genannt. Der Name wurde aber später auf Tasmanien geändert,
weil im Commonwealth das Van Diemens Land einen schlechten Ruf als Sträflingskolonie erhielt. Ab 1803 wurde die
Strafkolonie der englischen Krone auch von freien Schafzüchtern besiedelt. Seit 1900 gehört Tasmanien zu Australien.
Mit nicht einmal einer halben Million Einwohnern ist Tasmanien sehr dünn besiedelt und hat zudem unter Abwanderung zu
leiden. Die beiden grössten Städte sind Launceston (90 000 Einwohner) im Norden und Hobart (185 000 Einwohner, zweitälteste
Siedlung Australiens) im Süden der Insel. Beide liegen an breiten Flussmündungen, die sich zum Meer hin öffnen.
Nachdem wir unseren koreanischen Mietwagen in Empfang genommen haben, fahren wir in die Stadt und suchen uns eine
Unterkunft. Fündig werden wir bei einer B&B Unterkunft am Battery Point. Unser Zimmer bietet einen wunderbaren Blick auf
das Wasser. Am Abend fahren wir noch kurz zum Salamanca Place, wo wir speisen, einen kräftigen Whiskey konsumieren und der
ein oder anderen noch geöffneten Kunstgalerie einen Besuch abstatten.
450.000 Menschen vorwiegend britischer Herkunft leben auf Tasmanien, die meisten davon in der Hauptstadt Hobart.
Die Fläche der Insel entspricht etwa der Größe Bayerns. Ernähren können sich die Menschen durch Bergbau und Landwirtschaft
(Äpfel).
Tag 16: Mount Field National Park - Gordon River
Wie meistens ins Australien lohnt es sich nicht wirklich, lange Zeit in den Städten zu verbringen, da hat Europa sicherlich
eindeutig mehr zu bieten. Also steuern wir wieder die Natur an. Westlich von Hobart machen wir einen ersten kurzen Stopp in
New Norfolk, um die älteste tasmanische Kirche aus dem Jahr 1823 zu besichtigen. Aber ehrlich gesagt, man kann sich
den Abstecher auch sparen.
Unser ersten Tagesziel ist der Mount Field National Park, der nur 80 km von Hobart entfernt liegt. Vielfältige
Wandermöglichkeiten, eine herrliche Berglandschaft, Regenwald und Moorlandschaften bietet der Park. Wir entscheiden uns
für eine leichte, zweistündige Wanderung, die uns zunächst zu den Russell Falls führt. Umrahmt von Farnen und
Eukalyptusbäumen fällt das Wasser über 40 m stufenförmig herab. Weiter führt uns der Weg zu den weniger spektakulären
Horseshoe Falls und dann durch einen Wald mit riesigen Eukalyptusbäumen, zu deren Spitzen man mittels bereitstehender
Ferngläsern hochschauen kann. Der dritte Wasserfall auf unserer Runde ist der Lady Barron Falls, bevor wir nach zwei
Stunden zurück zum Ausgangspunkt gelangen.
Auf einer 16 km langen Schotterpiste (Lake Dobson Road) fahren wir dann bergauf durch verschiedene Waldarten und subalpines
-woodland- zunächst zum Lake Fenton, dann bis zum Lake Gordon. Da es doch recht feuchtkalt ist, halten wir
uns aber nicht sehr lange auf, sondern spazieren noch einige Minuten durch so genannte alpine Mosaiken, die uns sehr an die
Lüneburger Heide erinnern, wenn diese denn in einer Alpenlandschaft liegen würde.
Nun ist es kurz nach Mittag und überlegen uns das weitere Tagesprogramm. Da wir die Insel im Uhrzeigersinn umrunden wollen,
schauen wir kurz auf die Karte, finden auch eine Strasse und machen uns auf den Weg. Das wird ein Fehler sein, aber dazu
später mehr.
Es geht zunächst viele Kilometer über eine extrem kurvige, aber immerhin geteerte Strasse, vorbei am Lake Pedder zum Lake
Gordon und insbesondere zum Gordon Dam, mitten in der Wildnis des tasmanischen Südwesten. Die von uns benutzte
Strasse wurde seinerzeit gebaut, um das riesige Wasserkraftwerk zu bauen und zu bedienen. Sonst gibt es nichts hier. Die
Landschaft wurde das Staudammprojekt dramatisch verändert und es heißt, dass es nur durchgezogen wurde, weil hierdurch über
mehrere Jahre Arbeitsplätze geschaffen wurden. Dennoch wirkt es auf uns sehr natürlich und herrlich einsam. Am
Besucherzentrum neben dem riesigen Gordon Staudamm informieren wir uns über das Projekt und können auf dem Damm entlang
laufen. Dieser Damm ist einer von vieren, aber mit einer Höhe von 140 m und gelegen zwischen zwei Felsen besonders
beeindruckend.
Mit Schrecken und ziemlich ungläubig müssen wir dann realisieren, dass die Strasse hier endet. Die kleine Siedlung
Strathgordon beherbergt heute noch 14 Menschen, verständlicherweise sind die meisten der in Spitzenzeiten 2.000
Menschen wieder weggezogen, nachdem das Projekt abgeschlossen war. Das einzige verfügbare Quartier, das Lake Pedder Motor
Inn ist so öde, dass wir nach langem Hin und Her beschließen, diese 100 km lange Sackgasse doch wieder zurückzufahren.
Ziemlich gestresst und nach zweimal vergeblicher Quartiersuche landen wir schließlich in Hamilton. Der historische
Gasthof Hamilton Inn bietet uns sogar noch ein Abendessen zum Bier und zum hauseigenen Mineralwasser und das unmittelbar
bevor die Küche schließt. Es ist 19.30 Uhr! Lärmende Vögel auf dem Dach verhindern einen ruhigen Schlaf.
Tag 17: Hamilton - Strahan
Entsprechend unausgeschlafen starten wir an diesem Morgen, um weitere Nationalparks -abzuklappern-. Es geht in Richtung
Nordwesten entlang der A 10. Unzählige Kurven begleiten uns auch heute wieder, bevor wir den Franklin-Gordon Wild Rivers
National Park erreichen. Die Landschaft ist weitläufig, hügelig bis bergig und unglaublich grün. Am Lake St. Clair
stoppen wir kurz und beobachten zahlreiche Wanderer, die am Anfang oder am Ende des Overland Tracks sind, einer mehrtägigen
Wanderung durch den Cradle Mountain - Lake St. Clair National Park. Das muss ein tolles Erlebnis sein, die Schönheit
der Landschaft sehen wir am folgenden Tag dann von oben.
Von der Strasse aus hat man auch einen schönen Blick auf Frenchmans Cap, ein von Gletschern geschaffener Berg,
der Tasmaniens höchste Kliffs bietet. Vier bis fünf Tage würde eine Besteigung dauern. Auch Rafting auf dem F
Homepage: http://www.schlingels.de |
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