Eine Reise in den Norden
Dänemark...
...nicht weit entfernt, angrenzend an Deutschland, hat sich in den letzten Jahren immer mehr vom Geheimtip für einen Urlaub entfernt. Mittlerweile schätzt man die schöne und sehr abwechslungsreiche Landschaft auf der Halbinsel Jütland, sowie den Inseln Fünen und Seeland. Natürlich wollen wir auch nicht die vielen kleinen Inseln rundherum vergessen, die auch ein sehr schönes Segelparadies darstellen. Nordjütland wollen wir Ihnen mit den kommenden Informationen in Bild und Schrift einmal etwas näherbringen und vielleicht können wir den einen oder anderen ja auch davon überzeugen, daß es im kühlen Norden recht interessant sein kann.
Wir haben uns als Ausgangspunkt den Ort Egense ausgesucht. Er liegt in der Nähe von Aalborg direkt am Langerak Fjord. In einem schön gelegenen Gelände gibt es dort Ferienhäuser zu mieten, die, je nach Preis, sehr gut ausgestattet sind. Für unsere 70 Quadratmeter zahlen wir rund 700 DM die Woche. Platz ist darin für 4-6 Personen. Eine Terasse mit Sitzgelegenheit, die eigene Garage, Küche incl. Microwelle, ein offener Kamin, ein Boot am Fjord und ein großer Rasen sind dabei aber schon Standard.
Der Einkauf wird mit der Fähre erledigt, denn leider liegt Hals auf der anderen Seite und damit auch das Einkaufszentrum. Nach 2 Überfahrten wird man schlau und kauft direkt die 10er Karte. Hals ist einer der typischen gemütlich kleinen Orte in denen man etwas bummelt und irgendwo einen Kaffee genießen kann. Interessant ist der Toreingang mit dem Kiefer eines Blauwales.
In gemütlichen Tagestouren kann man nun Nordjütland ohne Streß erkunden und dabei "Land und Leute" kennenlernen. Dazu gehört natürlich auch der Besuch von Aalborg. Die Stadt am Limfjord bietet eine Vielzahl von alten und gut erhaltenen Häusern. Den besten Blick über die Stadt hat man vom Aalborg-Turm aus. Aalborg bietet Sightseeing und Shopping in einem.
Außerdem sollten Nostalgie-Fans nicht versäumen eine Fahrt mit der Limfjordsbahnen zu unternehmen. Dieser Zug wird von einem Privatverein unterhalten, der zu bestimmten Zeiten (14.6. - 6.9. ohne Gewähr) Fahrten für Eisenbahnfreunde zum Preis von ca. 40 dänischen Kronen an.
Rechtzeitiges Erscheinen sichert Plätze, denn diese Touren sind sehr beliebt - Abfahrt ist am Hauptbahnhof.
Monsted Kalkgruben - was sich auf den ersten Blick ziemlich uninteressant anhört bietet eine kulinarische Rarität. Schauen Sie doch demnächst an Ihrer Käsetheke einmal woher der dänische Höhlenkäse kommt. Einer der wenigen Anbieter stammt aus Monsted. In den ehemaligen Kalkgruben lagern über 200 Tonnen Käse. Ferner gibt es ein Fledermausmuseum und ein Spaziergang durch Park und Höhlengänge ist auch möglich.
Auf der Insel Mors gibt es eine Mohairziegen-Farm, die neben der Besichtigung auch einen Verkaufsladen für diese Produkte betreibt. Diese Insel hat aber auch landschaftlich einiges zu bieten und wird daher das "Juwel des Limfjord" genannt.
Frederikshaven - Zwischenstation auf dem weiteren Weg nach Norden per Fähre. Der Ort hat sicherlich einen Namen und auch einige schöne alte Häuser. Leider wird der Eindruck aber etwas getrübt von den vielen, speziell auf die durchreisenden Touristen abgestimmten, Einkaufsläden, die sich am Hafengelände aneinandereihen.
Ein paar Kilometer weiter gibt es zwar immer noch die Touristen, doch am "Ende der Welt" verläuft man sich wenigstens etwas. Der Leuchtturm von Grenen ist das letzte Gebäude auf dem Festland und nach ein paar hundert Metern ist wirklich Ende. Nord- und Ostsse treffen dort aufeinander und es ist schon ein beeindruckendes Schauspiel, dort zu stehen und die Natur zu erleben. Für die "Bequemen" gibt es eine kleine Strandbahn, die bis zur Spitze hinausfährt.
Auf dem Rückweg lohnt nach soviel Wasser ein Stop bei der Rabjerg Mile.
Sie ist die größte Wanderdüne Nordeuropas. 45 Meter hoch und pro Jahr dehnt sie sich 8 Meter nach Osten aus. Einige Gebäude hat sie schon unter sich begraben, wie z.B. bei einem Sandsturm 1775 die Kirche, dessen letzter Rest, der Kirchturm, als "Tilsandenden Kirke" eine Touristenattraktion ist.
Tja, wie Sie sehen - es gibt eine Menge zu erleben in Dänemark. Da wäre noch das Naturschutz- und Waldgebiet Roldskov, das Nordseemuseum in Hirthals, die vielen kleinen Bernsteinschmieden (z.B. in Mygdal oder Gera), die nicht nur verkaufen, sondern auch informieren wollen oder die Kerzenfabriken, in denen man auch selbst etwas gestalten kann (z.B. in Blokhus Lys).
Die Wikingerburg Fyrkat lädt zum Besuch in die Vergangenheit ein und auf der Mageriten-Route bewegen Sie sich auf landschaftlich besonders schönen Strecken durch Jütland und entdecken vielleicht auch etwas, daß wir noch nicht erwähnt haben.
Und am Abend, wenn man wieder gemütlich in seinem Haus sitzt, wird der Kamin befeuert und bei einem schönen Glas Rotwein kann man den herrlichen Tag noch einmal Revue passieren lassen. Dann wird sicher mancher am Ende seines Urlaubes feststellen, daß man gerne nochmals zurückkommen wird.
Farvel Dänemark, det var hyggeligt. Vi ses!