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Trans Afrika

Trans Afrika
Wir sind um 9.ººUhr völlig übermüdet hier in Capetown gelandet, es war nur 12ºC und leichter Nieselregen, irgendwie fehlt die rechte Freude die wir uns vorgenommen hatten. Die XT`s sind nicht wie versprochen einen Tag später am Flughafen, niemand hier weiss wann und wo Sie verschollen sind, lediglich die Frachtpapiere finden sich. Zwei Tage später sind Sie dann doch da, und uns fällt ein Stein vom Herzen. Wir geniessen das Flair dieser tollen Stadt am Ende Afrikas. Dennoch, es ist uns noch nicht so richtig bewusst was wir uns vorgenommen haben.

Endlich geht es los, wir lassen das Kap hinter uns. Der krasse Unterschied zwischen den Villen der Weissen und den Hütten der Schwarzen schockiert uns und macht uns unsicher. Man warnt uns vor der Transkei auf dem Weg in Richtung Swasiland, so entschliessen wir uns dazu auf der N2 die Region in einem Tag zu durchqueren, doch weder schlechte Strassen, noch gefährliche Situationen begegnen uns. Doch für uns ein erster Eindruck von Schwarzafrika, der Unterschied zwischen den Welten ist einfach zu fremd für uns.
Wir sind hier im Winter unterwegs, es ist Mai und inzwischen sind wir 1500m hoch, es war nachts so kalt das im Essgeschirr vor dem Zelt 1cm Eis gefroren ist.

Nach 6 Wochen fiebern wir dem Frühling entgegen.

Sehr hartes Wellblech schüttelt uns gewaltig durch, die Landschaft wechselt von hellen in tiefroten Sand.
Wir streifen die Kalahari auf dem Weg nach Namibia, noch 185km Piste, Lisa hat arg Probleme ihre XT auf Kurs zu halten zumal sie gesundheitlich nicht gut drauf ist.

Sossuvslei:
Vor Sonnenaufgang stehen wir auf und fahren die 50km Schotterpiste im Halbdunklen zu den höchsten Dünen im südlichen Afrika um von dort das Ereignis des Farbenspiels zum Sonnenaufgang zu geniessen. Wir sind sprachlos bei der Schönheit dieses Momentes.

Es geht nach Walvisbay, 1.-2.Gang stehend in den Fussrasten, es nervt, die Piste ist miserabel, man hat kaum einen Blick für die schöne Landschaft durch die man sich quält.
Wir übernachten im Namib-Naukluftpark. Wolken und Nieselregen kommen zur abendlichen Kälte, Regen in der Wüste, wir staunen.

Damaraland:
Auf der Fahrt nach Norden liegt viel Elefantendung auf der Straße, jeden Moment steht so ein Koloß vor uns, geht es uns durch den Kopf.
Heute morgen haben wir die 6000 Jahre alten Felsgravuren der Buschmänner gesehen, wir sind beeindruckt. Karge Steinwüste und Savanne, dann feiner Mehlstaub, ich halte Abstand zu Lisa die voraus fährt. Die letzten Kilometer zum Tagesziel fährt meine XT kaum noch und ich reinige zum wiederholten male heute den Luftfilter.

Wir sind im Land der Himbas, die andere Seite des Flusses ist bereits Angola und das es hier Krokodile gibt zeigt sich als mittags ein Kalb ins Schilf neben unser Zelt einbricht und ein 2m-Geselle dieser Art auf uns zuschwimmt. Das geplante Bad im Fluss fällt also aus.
Einge Tage verweilen wir hier und versuchen mit den Himbas etwas Kontakt zu bekommen was sich als überaus schwierig erweisst, wollen Sie doch lieber unter sich bleiben.
Wir sind in Botswana, hier soll es für einige Tage ins Okavangodelta gehen. Wir lassen die XT`s in einem Camp und nehmen eine Mitfahrgelegenheit auf einem 4x4 Truck gerne an um ins Delta zu gelangen.
In einem kleinen Dorf steigen wir in ein Mokoro um, wie hier die üblichen Einbäume genannt werden. Edwin unser Führer, soll uns für die nächsten 5 Tage durch die engen und unübersichtlichen Kanäle staken.
Einen wunderschönen Platz umsäumt von Palmen haben wir zu unserem Camp erkoren, noch lange sitzen wir am Lagerfeuer und horchen den Stimmen der nächtlichen Tierwelt.
Morgens starten wir zu einer Erkundung der Umgebung zu Fuss, müssen aber nach einer Stunde abbrechen weil wir einfach zu vielen Elefanten begegnen. Zurück am Zelt baden wir im Fluß, nebenan, 200m weiter tun zwei Elefanten selbiges, ein irres Gefühl. Später kommen Sie bis auf Steinwurfentfernung heran, so das wir überlegen reissaus zu nehmen.

In dieser Nacht werden wir wach als einige Elefanten 40m weiter den Fluss durchwaten und dabei trompetend die Stille durchschneiden.

Kaum wieder eingeschlafen weckt uns Löwengebrüll, es wird so laut und nah das es uns durch Mark und Bein geht. Wir werfen viel Holz auf`s Lagerfeuer bis der Spuk vorbei ist und sich das Gebrüll wieder weit entfernt, unruhig versuchen wir wieder Schlaf zu finden.
Morgens entdecke ich die Tatzenabdrücke der Löwen nur 15 Schritte vom Zelt, mir wird ganz komisch im Bauch. Wir packen zusammen und schauen nach einem ruhigerem Plätzchen für die nächste Nacht, welch eine trügerische Hoffnung.

Drei Tage später in Maun, dem grössten Ort am Delte blicken wir auf die bis dahin eindruckreichsten Tiererlebnisse zurück.



Homepage: http://www.motorrad-fernreisen.de/trans_afrika/trans_afrika.htm

 
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Info Reisebericht
Reiseland: Südafrika
Datum der Reise:
Dauer der Reise: 13 Monate
Autor: Christian Frei
Aufrufe bisher: 2133

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