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Ägypten

Ägypten

Hinflug: 29.01.97 von Tegel um 08.50 Uhr Ankunft: Luxor 14.40 Uhr
Rückflug: 05.02.97 von Luxor um 15.30 Uhr Ankunft: Tegel 21.05 Uhr
Aero Lloyd Flug Nr. 3256 Berlin Tegel = TXL
Veranstalter: ITS Reisen
Ägypten Pharaon Hotel 3 Sterne (dazu komme ich noch)

Also bin ich am 29.01. mit meiner kleinen Tochter, 11 Jahre alt, für eine Woche nach Luxor geflogen. Meine Frau bekommt nicht so viel Urlaub wie ich und darum habe ich mich nur mit meiner Tochter auf die Socken gemacht.

Um 08.50 Uhr ging es pünktlich von Tegel los, statt nach Lt nach Luxor sondern erst mal nach Leipzig. Das war in 15 Minuten geschafft. Also gleich ans Telefon und meine Frau angerufen. Die hat sich natürlich gewundert und gedacht wir sitzen noch immer in Berlin. Nein denkste, wir waren ja Luxor ein kleines Stückchen näher gekommen. Na gut ist eben so. Weil wir auf dem Rückflug noch mal kurz in Hurgada reingeschaut haben, sind wir also vier mal gestartet und gelandet. Für meine Tochter, die das erste mal geflogen ist, war ine schöne Abwechslung.

Eine Stunde später, nun aber ab nach Luxor und um 14.30 Uhr Ortszeit (eine Stunde früher als bei uns) glücklich gelandet. Schon beim aussteigen aus dem Flugzeug und dem 23 Grad schönen Wetter, war uns klargeworden, wir sind in Afrika.

Am Zoll gab es bereits die ersten Verständigungsprobleme. Der Zollbeamte in Luxor wollte immer wissen was für eine Videokamera ich besitze. Den Namen Blaupunkt kannte er jedenfalls nicht und so haben wir uns auf Sony geeignet. Das wurde in meinem Paß, natürlich auf arabisch, eingetragen. Ist aber völlig egal, denn hier in Deutschland kann es ja sowieso keiner lesen. Trotzdem habe ich aber immer daran denken müssen, weil ich ja nach einer Woche wieder zurück wollte und dann mit einer Sony Kamera mit der Aufschrift Blaupunkt. Aber das hat zum Glück beim Rückflug keinen interessiert. Im Flughafengebäude habe ich 500,- DM umgetauscht und denke noch heute, daß ich das richtig gemacht habe.

Im Hotel konnte man aber auch bei Ausflügen in die Landschaft mit DM bezahlen. Als wir das Flughafengebäude verlassen hatten kam es zum ersten Kontakt mit den "Bakschisch-Jägern" bzw. mit den Kofferträgern. Die sind sehr schnell und haben dir im Handumdrehen deinen Koffer abgenommen. Im ersten Moment ist man sehr verängstigt und denkt: "Na der will doch nicht etwa damit abhauen"! Aber die Heerscharen von Kofferträgern wollen sich nur etwas Bakschisch verdienen. An diese Tatsache sollte man sich sehr schnell gewöhnen. Es vergeht keine Stunde in Ägypten wo man nicht daran erinnert wird. Auch ist es ratsam immer Kleingeld in der Tasche zu haben, besonders dann wenn man zu Fuß unterwegs ist. Vom Flugplatz, in den Bus, zum Hotel.

Unser Hotel lag am Rande von Luxor nur 5 Minuten zum Tempel Karnak entfernt, aber und nun kommt's, merkt euch bitte den Namen Hotel Pharaon. Bitte niemals, ich wiederhole niemals, in dieses Hotel reisen. So alt wie der Name ist, so alt ist auch das Hotel. Es liegt zwar genau am Nil aber mitten in den etwas verkommenen Lehmhütten. Das Hotel wird von Wachpersonal unter Kontrolle gehalten, aber außerhalb des Hotels kann man sich nicht, ohne ständige angebettelt zu werden, zu Fuß bewegen.

So haben wir unsere Ausflüge mit der Pferdekutsche, oder auch (zwei mal) mit dem Fahrrad gemacht. Das ist alles relativ Preiswert. Für die 5 Kilometer mit der Pferdekutsche in die Stadt 2,50 DM. Der Tagespreis für ein Fahrrad 5,- DM. Man muß natürlich um den Preis immer etwas handeln. Das gehört dazu. In unserer Urlaubswoche war das Wetter jeden Tag gleich. Es schien immer die Sonne und am Himmel war nie eine Wolke zu sehen, aber es war auch immer etwas windig. Somit hatten wir täglich eine Temperatur von 23 Grad. In der Sonne war es aber sehr heiß. Wir haben uns beide einen Sonnenbrand geholt. Sobald die Sonne untergeht (so gegen 17.00 Uhr) wird es aber schnell kalt. Da muß man um 20 Uhr die Heizung im Zimmer anmachen. Einen Swimmingpool hatte das Hotel auch, aber das Wasser war zu kalt zum baden da es Nachts so 10 Grad kalt ist.

In Luxor gibt es keine Pyramiden, aber das Tal der Könige, den Tempel von Karnak und den Tempel von Luxor. Somit waren schon drei Tage vom Urlaub verplant. Dazu kommt noch eine Fahrt auf dem Nil, einmal Kamelreiten und ein Besuch auf der Bananeninsel und der Urlaub ist vorbei. Nun aber der Reihe nach.

Am Morgen unseres ersten Tag in Luxor bin ich durch sehr helle Sonnenstrahlen, die durch die vielen Türritzen ins Zimmer viel, aufgewacht. Ich weckte meine Tochter und wir gingen zur Tür. Den Anblick werde ich nie wieder vergessen. Eine riesige golden Sonne schien uns mit wähmenden Strahlen direkt ins Gesicht. Sofort die Videokamera rausgeholt und gefilmt was das Zeug hält. Zu diesem Zeitpunkt haben wir ja noch nicht gewußt, das es jeden Morgen so sein wird.

An Regen ist da überhaupt nicht zu denken. Wenn ich den Reiseführer richtig verstanden habe, hat es vor fünf Jahren das letzte Mal geregnet. Dieser Sonnenschein hat uns jedesmal die Türritzen und die bescheidene Einrichtung unseres Hotelzimmers vergessen lassen. Also mit guter Laune und unternehmungslustig schnell gewaschen, gefrühstückt und raus aus dem Hotel. Zuvor noch ein paar mahnende Worte an meine Tochter, immer schön bei Papa bleiben und nicht wegrennen. Die ersten fünf Meter gingen noch doch beim nächsten Schritt waren die Bakschisch-Jäger bereits da. Die warten vor dem Hotel bis jemand kommt und wollen einen gleich alles mögliche verkaufen. Eine Pferdekutsche fährt einem hinterher, obwohl man den Kutscher zu verstehen gegeben hat, daß man lieber zu Fuß unterwegs ist. Also schnellen Schrittes in Richtung Zentrum. Und was soll ich sagen, da sehen wir doch eine riesige alte Ruine, den Tempel von Karnak. Das wir so dicht vom Tempel entfernt übernachtet hatten, haben wir beide bis dahin nicht gewußt.

Somit hatten wir unser erstes Tagesziel mehr durch Zufall gefunden. Eintrittskarten gekauft und rein in den Tempel unter all die Touristen mit ihren Kameras. Somit waren wir die Bakschisch-Jäger los. Der Tempel von Karnak ist der Tempel mit den vielen großen dicken Säulen, die man in Spielfilmen schon gesehen hat. Es ist wie ein Wald aus Steinsäulen. Wir haben uns bei der Besichtigung sehr viel Zeit gelassen und sind den Touristenströmen nach Möglichkeit immer aus dem Weg gegangen. In einem kleinen Nebenraum, der fast völlig dunkel lag, kommt doch plötzlich ein Ägypter auf uns zu und zieht mich an der Hand weiter nach hinten in einen noch kleineren und dunkleren Raum. An einer Wand bleibt er stehen und berührt abwechselnd die Wand und meinen Körper unter leisen Gemurmel. Ich denke er hat mich damit unsterblich gemacht und reiche ihm den entsprechenden Lohn in Form von Bakschisch. Somit sind wir beide glücklich und gehen getrennter Wege.

Auf dem Nachhauseweg das gleiche Spiel. Eine Pferdekutsche folgt uns, jedoch nehmen wir diesmal das Angebot an und lassen uns das kleine Stück ins Hotel fahren. Das hat den Vorteil, daß man von Bakschisch-Jägern verschont bleibt. Dies war der Moment an dem wir uns gesagt haben, ab heute nur noch mit Kutsche.

Zum Tal der Könige sind wir mit dem Fahrrad gefahren. Die Idee mit dem Fahrrad zum Tal der Könige zu fahren war goldrichtig. Es war das schönste Tageserlebnis unserer Urlaubsreise. Immerhin sind das so ca. 30 Km hin und zurück. Also um 7.30 Uhr aufgestanden, Sonne bewundern, frühstücken und ab zum Fahrradvermieter der 20 Meter vorm Hotel seine Zuhause hat. Der war jedoch noch nicht mal aufgestanden. Aber kein Problem für ein wenig Bakschisch wird er von einen kleinen Jungen geweckt. In völliger Schlaftrunkenheit übergibt er uns zwei Fahrräder bei denen Hinten so gut wie keine Luft auf den Reifen ist. Aber auch kein Problem für wenig Bakschisch wird Luft aufgepumpt. Also Rucksack umgeschnallt und ab in das Zentrum von Luxor zur Fähre.

In Luxor gibt es eine Stadt der Lebenden und eine Stadt der Toten. Beide werden durch den Nil getrennt. Wir waren also auf der Seite der Lebenden Stadt und mußten über den Nil. Bis zur Fähre sind wir jedoch nicht gekommen, weil uns ein Ägypter mit seiner Felucke (kleines Segelboot) überzeugt hat, uns von ihm zur anderen Seite des Nil zu bringen. Er half uns auch bei der Verladung unserer Fahrräder. Abgemacht waren 5.- DM. Die Überfahrt war eine schönes Erlebnis so unter Segel.

Auf der andern Seite des Nil waren auch gleich wieder hilfsbereite Bakschisch-Jäger zum hochtragen der Fahrräder bereit. Unser Fährmeister wollte natürlich noch mal 5,- DM von uns haben, war doch kl doch klar. Der muß ja schließlich wieder zurück. Das hatten wir völlig vergessen. Von da ab sind es bestimmt noch 10 Km bis zum Tal der Könige. Es ist aber eine gute Straße und alles eben, bis man in das kleine Gebirge, am Tal der Könige kommt. Vor diesem leichten Anstieg haben wir uns an einem schattigen Platz ausgeruht. Wir waren relativ weit von den nächsten Wohnhäusern entfernt, hatten aber bald fünf Kinder und einen völlig verhungerten Hund s. Meines. Meine Tochter, 11 Jahre alt, hat dieses Erlebnis noch heute in Erinnerung. Sie mußte sich entscheiden, wer nun die mitgebrachte Verpflegung bekommt. Ich hatte überhaupt keine Chance etwas abzubekommen. War ja auch weit und breit der Dickste. Aber da waren noch die Kinder und der Hund. Für einen Erwachsenen ist da die Entscheidung sicher leicht, aber für ein 11 Jahre altes Kind? Ich habe mich bewußt nicht eingemischt und so hat der Hund den ersten Happen bekommen.ch auch ch auch verwundert hat, ist die Tatsache, daß wenn man einen Kind etwas zu essen gibt, es nicht mit den anderen Kindern teilt und die anderen Kinder nicht versuchen es dem Kind wegzunehmen. Somit wurde durch meine Tochter alles gerecht aufgeteilt ich natürlich ausgenommen. Als es dann aber an das Trinken ging habe ich meinen Protest kundgetan. Es war ja in der Sonne bestimmt 30 Grad warm. Das Trinkproblem wurde auf ganz andere Art und Weise geklärt. Ein ?tzt misetzt mit zwei Männern fuhr genau auf unseren Rastplatz zu und hielt mit quietschenden Bremsen. Die Kinder und der Hund verschwanden sofort. Die beiden bedrängten uns die Fahrräder auf dem PKW zu laden und uns zum Tal der Könige zu fahren. Ich hatte mehr Angst als alles andere und willigte ein. So sind wir die letzten 8 Km mit dem Auto gefahren. Wir waren aber auch recht froh darüber, denn es ging an manchen Stellen ganz schön bergauf. Bei der Bezahlung wieder dasiel. Abeiel. Aber lassen wir das.

Nun Standen wir vorm Tal der Könige. Die Fahrräder ließen wir bei einem Polizisten stehen und er wollte gut aufpassen. Den Rest des Weges sind wir dann, so wie alle Touristen zu Fuß gegangen. Kurz vor dem eigentlichen Eingang muß man noch mal starke Nerven zeigen. Links und Rechts der Straße stehen Händler. Da muß man erst mal durch. Das geht nur mit der Affenmethode. Nichts sehen, nichts hören und nicht sprechen. überr überraschend war aber die Tatsache, daß ich am Eingang zum Tal der Könige meine Blaupunkt (Sony) Kamera abgeben mußte. Einen vernünftigen Grund konnte ich dafür nicht erkennen. Einen Fotoapparat konnte man mitnehmen. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, gibt es im Tal der Könige so an die 65 Grabkammern. Mit der Eintrittskarte kann man 3 Grabkammern betreten. Die Überprüfung und Kontrolle ist ganz einfach. Erst wird die eine Ecke der Eintrittskarann dieann die andere Ecke der Eintrittskarte abgerissen und zum Schluß das Mittlere Stück. Macht 3 Grabkammern. Uns hat es aber auch gereicht. Bei einer Grabkammer mußten wir über eine Eisenleiter zwischen den Felswänden bestimmt 30 Meter hoch und auf der anderen Seite steil abwärts gehen. Innen war es teilweise sehr eng und man konnte nur in gebückter Stellung gehen. Es war zwar Februar aber im Inneren war eine Affenhitze. Im Sommer kann man da bestimmt nicht rein gen viel zn viel zu sehen gibt es da nicht mehr. Ich war etwas enttäuscht. Wahrscheinlich bin ich auch ein Kunstbanause.

Die Rückfahrt verlief recht gut, weil es ja bergab ging. Da ist uns aber etwas passiert worüber wir heute noch lachen. Bei einer Rast sehe ich doch einen Ägypter auf einem Esel reiten und hole schnell die Kamera raus. Na und als ich so filme da verlangt der doch, na was wohl, na Bakschisch. War bestimmt ein großer Künstler den wir nur nicht erkannt aber auf dem Video sehr schön zu sehen und zu hören.

Für die Rückfahrt über dem Nil haben wir dann die Personenfähre benutzt. Ist zwar nicht so schön wie mit dem Segler aber bedeutend einfacher. Drei Kilometer vor unserem Hotel waren wir dann platt. Ich meine Natürlich die Fahrräder. So haben wir uns zu Fuß zu unserm Hotel durchgeschlagen. Bei der Übergabe der Fahrräder gab es wie immer Probleme. Wir haben aber so getan als ob wir nichts ve und sind die letzten 20 Meter schnellen Fußes ins Hotel gelaufen. Ich hatte so richtig Hunger.

An dieser Stelle mal was zur Verpflegung. Wir hatten Halbpension und das Essen war noch verträglich. Zum Frühstück blaue Eier, Marmelade, Käse, besonders leicht verträglichen Kaffee. Ich habe in dieser Zeit kein Stück Wurst gesehen, geschweige gegessen. Das Abendbrot ging aber. Es gab immer etwas warmes zum aussuchen. Über die Besuche im Tempel von er Nilfaer Nilfahrt und der Besuch auf der Bananeninsel möchte ich später berichten.

Zusammenfassung:

Ägypten ist recht preiswert, immer Sonne, Nachts kalt, baden im Februar nicht möglich, zum Frühstück eine harte Wurst mitnehmen, niemals ins Hotel Pharaon, zwei große Tüten Bonbons für die Kinder mitnehmen, (manche nehmen auch Kugelschreiber mit, find ich völlig beknackt) keinen Rrm mirm mitnehmen, nicht vom Hotel nach Hause telefonieren (3 Minuten von Ägypten nach Potsdam 25,- DM von Potsdam nach Ägypten 5,- DM meine Frau hat uns jeden Tag angerufen), Bootsfahrt mit einer Felucke auf dem Nil machen, zum Tal der Könige mit dem Fahrrad fahren und immer viel Kleingeld in der Tasche haben.

Karl-Heinz Böhm


 
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Info Reisebericht
Reiseland: Ägypten
Datum der Reise: 29.01.1997
Dauer der Reise: 1 Woche
Autor: Karl-Heinz Böhm
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