
Rundgang durch MadridFür die Sehenswürdigkeiten der Stadt kann man sich sehr viel Zeit nehmen, es reichen aber auch gut zwei Tage, wenn man zu Fuß fit ist, um sich einen Überblick zu verschaffen. Die Gran Via, die Prachtstraße, entstand um die Jahrhunderwende. Hier reiht sich ein Café und Kino an das nächste. Die meisten Gebäude haben pompöse Fassaden. Das am Eingang kurz vor dem Cibeles-Platz gelegene Metropólis-Gebäude mit seinen korinthischen Säulen und seiner Keramikkuppel erinnert nur nicht wegen seines Namens an die Ästhetik der Fritz-Lang-Filme. Das Verwaltungsgebäude der "Telefónica" wurde 1929 eingeweiht und gilt als eines der ersten "Hochhäuser" Europas. Am Cibeles-Platz bekommt man große Augen, wenn man vor dem gleichnamigen Brunnen steht, der als einer der schönsten Madrids gilt und dann das imposante Gebäude dahinter sieht: Ein Palast denkt jeder, stimmt auch, aber kein königlicher, sondern der "Palacio de Communications" (Palast der Kommunikation)- das Hauptgebäude der Post.
Von hier aus gelangt man über die Plaza de la Independencia (Platz der Unabhängigkeit) schnell zum Retiro-Park. Flaniermeile, Laufsteg, Kleinkünstler-Bühne, Wiese zum Abschalten, Siesta machen oder Schmusen..., dieser Park mitten in der Stadt ist einfach alles. Auf dem kleinen See in der Mitte des Parkes liefern sich Jugendliche in ausgeliehenen Ruderbooten Seeschlachten, auf dem Weg drumherum gibt es Puppentheater, zeigen Zauberer und Trapezkünstlern ohne Trapez ihr Können und spielen Musiker aus allen möglichen Ländern auf traditionellen und modernen Instrumenten. Auf den Liegewiesen lässt sich nach anstrengenden Museumsbesuchen und langen Stadtspaziergängen wunderbar ausruhen. Verläßt man den Park duch den Ausgang an der Straße Alfonso XII, läuft man direkt auf das Prado-Mueseum zu. Es beherbert die bedeutenste Sammlung spanischer Gemälde mit Werken bis zum 19. Jahrhundert und ist ein Muß für jeden Kunstliebhaber. Allein in diesem riesigen Museum kann man locker einen Tag verbringen.
114 Arkadenbögen und 377 Balkone prägen den schönsten Platz im Herzen Madrids, den Plaza Mayor. Besonders auffällig ist die "Casa de la Panadería", die ehemalige Hofbäckerei und Kornkammer. Ihre leuchtend-bunten Fresken mit halbnackten, mystischen Gestalten stammen aus dem späten 17. Jahrhundert. Der Platz war und ist Ort vieler Veranstaltungen, Feste und Theateraufführungen. Stierkämpfe finden hier aber mittlerweile nicht mehr statt. Vorsicht: Die Restaurants am Platz sind leider als ausgemachte "Touristenfallen" bekannt. Nicht weit davon entfernt liegt der Rathauplatz, die Plaza de la Ville. Er ist klein und intim, aber doch wird hier seit eh und je im Rathaus Stadtgeschichte gemacht. Hier verläuft die belebte Geschätstraße Calle Mayor, wo sich viele Bars und Restaurants zum Einkehren finden.
Folgt man dieser Straße gen Westen, gelangt man zum Königspalast (Palacio Real) - einen Palast von bombastischen Ausmaßen. Die Fassade ist über 150 Meter lang. Im Inneren gibt es über 3.000 Räume, die jedoch nicht bewohnt sind. Der Palast ersetzte den 1734 abgebrannten alten Festungspalast des Habsburger Herschergeschlechts. Eine Besichtigung mit Führer lohnt sich. Das Gebäude wird heute nur zu repräsentativen Zwecken bei großen internationalen Konferenzen und als edler Sitz einiger staatlicher Verwaltungen genutzt. Die Königsfamilie lebt hier übrigens nicht. Sie wohnt im Zarzuela-Palast vor den Toren Madrids.
Direkt daneben liegt die Plaza de Espana. Ein großer Platz (oder ein kleiner Park) mit vielen Bäumen und Bänken. Um den großen Brunnen an der Stirnseite ruhen von Hitze geplagte Passanten ein Weilchen aus und hoffen auf erfrischende Wasserspritzer. In der Mitte steht zum Gedanken an spanischen Schriftsteller Miguel de Cervanteseine eine monumentale Säule. Daneben sitzen hoch zu Ross dessen berühmter Romanheld Don Quijote und auf seinem Esel Diener Sancho Panza.
Quelle: pairola-media |