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Venedig - die Stadt auf dem Wasser



Venedig - die Stadt auf dem Wasser

Als die Veneter von den Hunnen im Jahre 453 vom Festland vertrieben wurden, suchten sie Schutz vor der unvorteilhaftesten Lage. Auf der Flucht vor Barbarei begannen Flüchtlingsgemeinschaften sich auf mehreren kleinen, nahezu unbewohnten Inseln einzurichten. Diese lagen verstreut in einer Lagune und boten, gut vor der stürmischen Adria geschützt, einen idealen Fluchtort.



Auf dem Markusplatz mit Blick auf die Basilika und den Campanile.
Foto: Robert Himmrich

Jedoch war ihr schlammiger Boden ohne Festen Untergrund zum Bebauen alles andere als geeignet. Daher wurden Millionen von Baumstämmen zur Befestigung in den sumpfigen Boden gerammt.
Mehr als 100 ehemalige sumpfige Inseln wurden durch über 400 Brücken miteinander verbunden: Es entstand der Stadtstaat Venedig, der innerhalb kürzester Zeit an Reichtum und Macht gewann. Die Mißgunst der anderen Länder wuchs allerdings ebenso schnell.
Das Wappentier Venedigs ist der geflügelte Löwe von San Marco, der die Verbindung von Phantasie und Macht der Stadt verdeutlicht und den scheinbaren Sieg über die Schwerkraft darstellen soll.
Venedig besitzt ein reichhaltiges kulturelles Erbe. Zahlreiche Paläste schmücken das Ufer des Canale Grande und eine unbeschreibliche Vielfalt an Kirchen und Plätzen prägt das Stadtbild.
Not macht erfinderisch, und so erfanden die Venezianer in der Abgeschiedenheit nicht nur den Glasspiegel, sondern auch das Girobankwesen, die doppelte Buchführung sowie das Arsenal.



Die berühmte Rialto-Brücke ist ein beliebter Anziehungspunkt.
Foto: Robert Himmrich

In der von Wasserstraßen durchzogenen Stadt herrscht Bootsverkehr. Um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen, sollte man mit dem Boot fahren. Der Canale Grande ist die größte Straße Venedigs und wahrscheinlich eine der schönsten der Welt. Er schlängelt sich wie ein spiegelverkehrtes S durch die Stadt. Aus der Bootsperspektive lassen sich die vielen Paläste, von denen heute die meisten Museen sind, am besten bewundern. Die Fahrt in einer traditionellen Gondel ist recht teuer, lohnt sich aber durchaus. Venedig lässt sich jedoch auch per Vaporetto, eine Art "Bus auf dem Wasser", oder zu Fuß erkunden.
Mit ihren unzähligen Gassen gleicht die Stadt einem Irrgarten- wer als Neuling hierher kommt wird sich garantiert verlaufen. Daher sollte man sich nicht auf ein ausgefeiltes Programm versteifen. Venedig ist so verwinkelt, dass man sich nur in Schlangenlinien fortbewegen kann. Wer an diesen außergewöhnlichen Ort kommt, sollte sich einfach von seinem einzigartigen Flair leiten lassen.



Geschickt lenkt der Gondoliere die Gondel über den Canale Grande.
Foto: Robert Himmrich

Um das venezianische Lebensgefühl zu erfahren, darf man einen Besuch der drei wichtigsten Plätze nicht versäumen: den Campanile von San Giorgio, den San Marco und den Markt am Rialto. Hier herrscht ein reges Treiben und unzählige Gerüche liegen in der Luft. Auf dem Gemüsemarkt und auf dem Fischmarkt wird das vielfältige Warenangebot kunstvoll präsentiert.
Auf derPiazza San Marco befindet sich die im 9. Jahrhundert entstandene Markuskirche, die als "Dogenkapelle" errichtet wurde, um die Gebeine des Evangelisten Markus, dem Schutzheiligen der Stadt, zu beherbergen.
Venedig besteht aus sechs Stadtteilen, den sogenannten sestiere: San Marco, Castello, Dorsoduro, San Polo, Santa Croce und Cannaregio.
Die Straßennamen sind sich verwirrend ähnlich, manchmal gibt es sie sogar doppelt. Um sich in den engen Gassen zurechtzufinden, braucht man sich nicht zu scheuen, einen Einheimischen nach dem Weg zu fragen. Da die Stadt schon seit Jahrhunderten von ihren Besuchern lebt, ist sie besonders offen und die Menschen sehr hilfsbereit und freundlich.



Der Palazzo Ca' d'Oro - Ein Beispiel für die venezianische Gotik.
Foto: Robert Himmrich

Reizvolle Einkaufsviertel machen Shopping in Venedig zu einem besonderen Vergnügen. Die wichtigste Einkaufsstraßen der Stadt sind die Mercerie. Diese sind natürlich genauso verwirrend wie all die anderen Straßen: Sie wechseln nicht nur des öfteren die Richtung, sondern auch ihren Namen.
Der Markusplatz ist einer der schönsten Plätze der Welt. Nach einem ausgiebigen Spaziergang in den Marktarkaden, wo man die die teuersten Schmuck-, Glas-, und Bilderläden findet, kann man in einem der leider ziemlich teuren Cafés bei einem Kaffee oder Cappuccino verschnaufen und den wunderschönen Ausblick auf den Platz genießen.
Während seines Streifzuges durch die Stadt sollte man auf die kleinen, leicht zu übersehenden Schilder achten, denn manchmal verbirgt sich hier ein Geheimtipp für ein Restaurant, das in keinem Touristenführer genannt wird.
Es ist völlig gleich, wo man sich gerade in Venedig aufhält, überall warten überraschende Dinge und ob es eine Bar ist, ein Restaurant oder eine Brücke: Hier gibt es immer etwas Neues zu entdecken.

Um den Inselstaat Venedig gruppiert sich noch eine Vielfalt anderer Inseln. Die bekanntesten sind San Michele, Murano, Torcello, und Burano.
Die Insel San Michele ist der Friedhof des Inselstaates und wird auch die Toteninsel genannt. Der Platz ist hier so knapp bemessen, dass die Grabstätten übereinandergetürmt werden müssen.
Murano wird die Insel der Arbeit genannt, denn hier wird Glas hergestellt. Außerdem findet man das alte Kloster, in dem die venezianische Glasmacherkunst geschaffen wurde.
Auf der Insel Torcello hat bereits Hemingway gewohnt. Lange bevor Venedig entstand, war sie schon reich und mächtig und besaß zahlreiche Kirchen, Paläste und Häfen.

Auf der Nachbarinsel Burano ist die Heimat der geklöppelten Spitze, deren kunstvolle und traditionelle Herstellung mit dem Aufkommen der Maschinen sehr bald an Bedeutung verlor.
Der Lido und die angrenzende Insel Pellestrina bilden einen besonderen Schutzwall gegen die Adria, ohne den Venedig längst zerstört wäre. Dennoch besteht für die Stadt ständig die Gefahr der Überschwemmung. Im Jahr wird der Piazza San Marco etwa zwanzigmal überflutet. Das Zusammenspiel von Flut und Wind ist besonders zwischen Oktober und März eine große Gefahr. Im Jahre 1966 drohte Venedig von einer Sturmflut vernichtet zu werden und ist auch heute nicht davor gefeit, dass sich eine solche Katastrophe wiederholt.

 

Quelle: pairola-media




 
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Info Reisebericht
Reiseland: Italien
Datum der Reise: 2004
Dauer der Reise:
Autor: pairola
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