Nepal (27.10.-24.11.2001)
Nachdem wir nun 4x hintereinander in Lateinamerika gewesen waren, wollte Micha unbedingt mal was anderes machen, nun ich hatte nach der Misti-Besteigung sozusagen Blut geleckt und war einem Hochgebirgstrekking nicht abgeneigt. So stand das nächste Reiseziel ziemlich schnell fest - Nepal.
27.10. – 28.10.
9:00 aufgestanden, gemütlich gefrühstückt und 10:45 los per Bus und Bahn zum Düsseldorfer Flughafen, Aeroflot hatte 1:45 Std. Verspätung, aber sie ließen sich nicht lumpen und gaben jedem von uns einen Verzehrgutschein von 25,- DM, zur Krönung entdeckte ich auch noch ein Internetcafé, und so verging die Zeit wie im Flug, wir wussten ja auch, dass wir in Moskau genug Zeit zum Umsteigen hatten und uns keine Sorgen wegen unseres Anschlussfluges nach Kathmandu machen mussten.
16:00 starteten wir dann und erreichten Moskau 21:00 Ortszeit (zu Hause wäre es 19:00 gewesen), der Bordservice war ganz ok, es gab Hühnchen oder Fisch, es schmeckte auch wirklich gut, nur mit den Getränken waren sie etwas geizig, die Maschine machte auch nicht den besten Eindruck, es war ein Airbus A 310, und ich fragte mich, wie wohl dann erst die Tupolev 154 aussehen würde, die uns nach Kathmandu bringen sollte.
Wir besorgten uns erst mal die Bordkarten für den Weiterflug nach Kathmandu, das Gepäck hatten wir von Düsseldorf durchchecken können (hoffentlich...) und machten noch ne Runde durch die Duty Free Shops, 23:55 starteten wir dann pünktlich, und zum Glück war meine Sorge bezüglich der TU 154 unbegründet gewesen, sie war in einem viel besseren Zustand als der Airbus und auch nicht sehr voll, so dass wir uns richtig breit machen konnten, mit Sergej und seinem Kumpel tranken wir Wodka, sie hatten in Kathmandu eine Trekking Agentur, zu essen gab es dasselbe wie mittags, aber es war wirklich reichlich und schmeckte auch, die Zwischenlandung in Dubai verschlief ich komplett, aber ich werde wohl nichts verpasst haben, es war ja mitten in der Nacht, zum Frühstück gab es Rührei und Würstchen, und 13:00 landeten wir pünktlich in Kathmandu, beim Anflug sahen wir schon die ersten schneebedeckten Berge.
Die Zeitverschiebung war noch mal 3:45 Std. zur Moskauer Zeit, also 5:45 zur MESZ
Die Einreiseformalitäten verliefen reibungslos, obwohl wir uns erst am Flughafen unser Visum besorgten, draußen wurden wir schon von den Leuten der Trekking Agentur erwartet, die für uns die Wanderung organisiert hatte, wir hatten dies mal diesen Weg gewählt, um in Kathmandu nicht Zeit damit zu verschwenden, verschiedene Agenturen abzuklappern und das beste Angebot rauszusuchen, das hatte ich dies mal bereits von zu Hause via Internet organisiert
Wir bekamen einen Blumenkranz umgehängt, „Willkommen in Nepal“, fuhren dann zu einem Hotel, wo wir Sachen, die wir nicht brauchen würden beim Trekking, abstellen konnten und dann per Taxi nach Besi Sahar, das wir 18:45 in der Dunkelheit erreichten, ca. 18:00 wurde es dunkel.
Die anderen 5, die mit uns gemeinsam trekken würden, waren schon da, sie waren mit dem Bus gefahren, und es muss wohl recht voll gewesen sein, ich musste nur an Mexiko denken, und konnte mir das schon lebhaft vorstellen
Wir aßen gleich Abendbrot (Zwiebelsuppe, gebratener Reis mit Gemüse, Frühlingsrolle und Tee) und gönnten uns dann noch ein Bier, es gab hier Tuborg, San Miguel und Carlsberg. Auch das einheimische konnte man durchaus trinken, es schmeckte nur sehr nach Gerste.
Die Unterkunft war extrem einfach, die Zimmer waren eher Bretterverschläge, und so hörte man jeden Mucks von nebenan, und natürlich schnarchten unsere Nachbarn...
Auch an die hiesigen Toiletten würde man sich wohl gewöhnen müssen, es waren solche zum Hinhocken, und während der gesamten Wanderung bis Pokhara gab es nur diese...
Aber irgendwie hatten wir das ja alles vorher gewusst, und sagten uns „Jammern hilft da nicht“. Hier gab es wenigstens noch elektrisches Licht.
Miternacht legten wir uns hin, richtig gut schlafen konnten wir nicht.
29.10.
Nachdem ich 1:30 endlich eingeschlafen war, ging 5:40 ein tierischer Lärm los, 7:00 standen wir dann auf, frühstückten 7:30 (Bananen-Honig-Eierkuchen) und liefen 8:15 los. Besi Sahar liegt auf 823 m Höhe, und dementsprechend heiß war es schon in den Morgenstunden, es ging ständig hoch und runter, 14:00 war Mittagspause in Ngadi, wir probierten mal eine Knoblauchsuppe und ein Gemüsecurry mit Reis, zu trinken gab es immer schwarzen Tee
16:30 erreichten wir die Unterkunft in Bahundanda (1311 m), ich hatte mir schon 2 fette Blasen und nen Wolf gelaufen, prima... Außerdem meldete sich mein verstauchter Fuß... So verzichtete ich auf die 30 min Wanderung zu den heißen Quellen und duschte kalt, brrrr... (Allerdings ging niemand mehr zu den heißen Quellen von den anderen)
Es war aber noch so warm, dass man abends draußen sitzen konnte, wir tranken erst mal ein Bier, und dann gab es Abendbrot, wir probierten mal Momos, ein tibetisches Gericht (Fleisch- oder Gemüseklöße, gedämpft oder gebraten), sehr lecker und nahmen noch ne Pilzsuppe und frittierte Apfelringe, abnehmen würde ich hier sicher nicht, das Essen war immer dermaßen lecker, und irgendwie hatte ich auch immer Hunger
22:30 legten wir uns dann hin
Auch hier gab es durchgehend elektrisches Licht.
30.10.
6:15 aufgestanden, wir waren natürlich schon wieder vorher wach, da 4:50 ein Hahn krähte und sich gar nicht beruhigen konnte, ab 5:45 war auch wieder Lärm draußen, die Leute hier standen mit den Hühnern auf und waren abends aber auch schon sonst wie zeitig im Bett
7:00 Frühstück (ich: Apfel-Eierkuchen, Micha: Käse-Omelett) und 7:45 los, es war noch anstrengender als gestern, immer hoch und runter und immer noch so heiß, ich freute mich schon auf die höheren Lagen, wenn es kälter werden würde! Außerdem war der Weg fast nur mit Felsbrocken übersäht, man musste auf jeden Schritt achten, damit man nicht umknickte
Wir sahen auch noch keine hohen Berge, Micha war schon ganz enttäuscht, nur Reisterrassen
Ca. 14:00 machten wir Mittag in Jagdt (1314 m), ich war total frustriert, immer nur hoch und runter und immer noch auf demselben Höhenlevel wie heute früh... Trotzdem ließen wir uns das Eier-Curry und die Knoblauchsuppe schmecken, wir hatten es uns verdient!
Aber es ging genauso stressig weiter wie bisher, nur hoch und runter, meine Blasen drückten, und 18:30 in der Dunkelheit erreichten wir endlich Tal (ca. 1800 m), es soll ein sehr schönes Dorf sein, leider sahen wir ja nun nichts davon und würden auch morgen keine Gelegenheit dazu haben, denn unsere Unterkunft war am Ortsausgang.
Hier war es nun mit elektrischem Licht vorbei, denn der Generator war kaputt. Da es hier aber schon etwas kühler war, fand ich die Kerosinlampen im Speiseraum gar nicht so schlecht, sie spendeten gleichzeitig richtig Wärme, in den Zimmern waren dann Kerzen und Taschenlampe angesagt. Die Zimmer waren aber sonst echt ok, wir hatten ein 2-Mann-Zimmer, wie überall, aber hier war mal bisschen mehr Platz als in den vorherigen.
Nach diesem Stresstag hatten wir uns unsere Zwiebelsuppe, Gemüsemomos und hinterher noch einen super lecker Apfelkuchen mit Zimt auch wirklich verdient und gönnten uns hinterher noch ein Bier. 22:30 legten wir uns hin.
31.10.
6:15 aufgestanden, dies mal hatte ich wirklich gut geschlafen, es war kein Krach, es krähte kein Hahn, perfekt! 6:45 dann Frühstück (es musste noch mal der leckere Apfelkuchen sein und frittierte Apfelringe) und 7:20 los, erst war es noch immer so felsig, und mein Fuß schmerzte zwischenzeitlich extrem, aber die homöopathischen Pillen halfen, und kurz vor der Teepause 11:00 wurde der Weg endlich besser!!! Hier wurde mir bewusst, wie gut doch ein Snickers schmecken kann.
12:00 dann Mittagspause kurz vor Temang (ca. 2000 m) mit Gemüse-Nudel-Suppe und Frühlingsrolle im herrlichsten Sonnenschein und 13:30 weiter, ohne Pause liefen wir durch, der Weg war nun wesentlich besser als gestern, nicht mehr so felsig, und es ging nicht mehr ständig hoch und runter. Gestern hatte ich mich noch gefragt, warum ich mich auf diese Trekkingtour eingelassen hatte, nun kehrte die Freude am Wandern langsam zurück. Außerdem boten sich uns nun erstmals Ausblicke auf schneebedeckte Gipfel, wie z.B. den Tilje Peak.
17:00 erreichten wir die Unterkunft in Chame (2713 m), und es gab sogar eine richtig heiße Dusche, das erste Mal hier!!! Es war hier nun schon richtig kalt, und es regnete den ganzen Abend, aber wir saßen sowieso im Speisesaal am warmen Ofen.
19:00 gab es Abendbrot. Wir nahmen ne Tomatensuppe, ich Spaghetti mit Thunfisch, Käse und Tomatensauce und Micha ne Thunfisch-Pizza. Wir probierten einheimischen Whisky, sie servierten ihn warm und verdünnt, na ja...
Bis 21:00 saßen wir im Speiseraum und gingen dann ins Zimmer, weil irgendwie alle gingen. Hier gab es aber wieder elektrisches Licht, und wir lasen noch ein bisschen, 22:30 fielen mir aber regelrecht die Augen zu.
Ich hatte x Blasen an den Füßen, aber das Blasenpflaster wirkte ganz gut, außerdem war mein verstauchtes Gelenk ziemlich geschwollen, aber meine Bandage hatte bis jetzt ganz gut geholfen, und ich war zuversichtlich, dass es auch so bleiben würde.
1.11.
7:00 aufgestanden, ich hatte super gut geschlafen, 7:30 Frühstück (frittierte Apfelringe) und 8:15 los, es war noch ziemlich frisch und daher Handschuhe angesagt, ohne größere Pause liefen wir durch bis ca. 45 min. vor Pisang, wo wir 13:00 Mittag machten (Knoblauch-Zwiebel-Suppe und Gemüsecurry mit Reis). 13:45 gingen wir weiter und erreichten 14:30 Pisang (3185 m). Nach der Mittagspause war es schon relativ windig und kühl geworden, aber der Weg war leicht. Außerdem fiel mir auf, dass wir nun oft an Gebetsmühlen und Gebetsfahnen vorbeikamen, hier lebten mehr Buddhisten, auch viele Flüchtlinge aus Tibet, während weiter unten die Hindus in der Mehrheit waren.
Die Unterkunft war wieder ganz nett, aber es gab keine Elektrizität, sondern wieder Kerosinlampen im Speiseraum, aber keine Kerzen fürs Zimmer.
15:30 brachen wir auf zu einem Heiligtum, ca. 250 m oberhalb von Pisang gelegen, ganz interessant, 16:45 waren wir wieder an der Unterkunft, 18:30 gab es Abendbrot (Kartoffelsuppe und gebratene Nudeln). Wir spielten bis 20:45 Karten, dann war die Kerosinlampe alle, und es war wohl der Wink mit dem Baumstamm, dass wir gehen sollten, und so gingen wir auch gleich ins Bett.
2.11.
7:00 aufgestanden, ich hatte wieder super geschlafen, 7:45 Frühstück und 8:30 los, Micha, Gerhard und ich wählten den einfachen Weg nach Manang, schließlich sollte das hier ja nicht in Stress ausarten, den hatte ich die ersten Tage genug gehabt, die anderen 4 wählten den Höhenweg wegen der schöneren Ausblicke auf das Annapurna-Massiv.
Wir mussten eigentlich nur knapp 200 Höhenmeter überwinden, hatten einen guten Weg ohne groß hoch und runter zu müssen und daher einen lockeren Tag, 1x machten wir eine Teepause und erreichten 13:15 Manang. Wir gönnten uns eine Zwiebel-Knoblauch-Suppe und Yak-Steak mit Gemüse und Pommes frittes, das war total lecker, richtig zart das Fleisch. Und dann gab es hier auch mal wieder ne heiße Dusche, eine Wohltat!!! Dann hieß es noch schnell die Sachen durchwaschen, bevor wir zu nem Aussichtspunkt hoch gingen und ein wenig den Ort erkundeten. Wir kauften noch Yak-Käse und einheimischen Whisky und waren 17:30 zurück an unserer Unterkunft. Heute gab es keinen Strom, den gab es hier nur alle 2 Tage, da einen Tag die eine und den anderen Tag die andere Seite des Tales Strom bekam. So hatten wir wieder die Kerosinlampen im Speiseraum und Kerzen im Zimmer.
Der Sonnenuntergang war aber herrlich, und 18:45 gab es dann Abendbrot (Tomaten-Suppe mit Ei und Käse-Momos). Wir spielten noch Mau-Mau und gingen 21:45 ins Bett.
Sobald die Sonne weg war, ca. 16:00 wurde es doch schon recht kalt, und trotz der Kerosinlampen saßen wir mit Fleeceklamotten im Speiseraum, nur gut, dass wir hier zur Toilette nicht über den Hof mussten, wie in den Unterkünften vorher, denn es war nachts wirklich eisig.
3.11.
7:00 aufgestanden, 7:30 Frühstück (kräftig mit tibetischem Brot, Rührei, Bratkartoffeln und Käsebällchen) und 8:15 los zu einem Lama, der uns für den Thorong La segnen sollte. Es ging über 300 m hoch, aber uns machte das zum Glück nichts aus, immerhin waren wir dort in ca. 3700 m Höhe. Der Lama war die Touristen offenbar gewöhnt, er hatte nichts dagegen, dass wir fotografierten und wollte von jedem einen Obolus, wir hatten uns sagen lassen, 100 Rupies (ca. 3 DM) pro Nase seien angemessen. Von dort oben hatten wir einen herrlichen Blick auf das Annapurna-Massiv und sahen gleich 2 Lawinen. Dann wieder runter, Micha wollte noch zu einem anderen buddhistischen Kloster hoch, ich wollte lieber meinen Fuß schonen, und außerdem hatte ich mir gestern den rechten Oberschenkel gezerrt, was ziemlich zwiebelte. Also setzte ich mich auf die Terrasse in die Sonne, jetzt war es richtig schön warm! 13:00 war dann Mittag, wir hatten zusammen chinesische Gemüse-Won-Ton-Suppe, Curry mit Reis und Spezial-Chow-Mein (ein chinesisches Nudelgericht mit Käse, Gemüse und Thunfisch)
Wir blieben noch ein bisschen auf der Terrasse sitzen und lasen, dann gingen wir noch mal los. Wir wollten zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man Gletscherspalten sehen konnte. Der Weg war mir aber echt zu heftig, also zu gefährlich, nur ganz schmal, und rechts und links ging es steil runter, hoch wär es ja noch gegangen, aber man musste den selben Weg auch wieder runter, und das war mir dann nichts, ich kehrte um und schlenderte durchs Dorf und machte ein paar Fotos. Micha ging hoch und war auch ganz begeistert, man war hautnah am Annapurna-Massiv dran, nur noch 5 km Luftlinie weg davon.
Ich nutzte gleich noch mal die heiße Dusche und wartete auf Micha, um dann mit ihm ins Dorf zu gehen, in eine Einheimischen-Kneipe, wo man am Lagerfeuer sitzen und Bier trinken konnte. Irgendwie hatte das was!!!
19:30 gab es Abendbrot (Zwiebelsuppe und Frühlingsrolle), und da es heute ja Strom gab, fiel die Wärme der Kerosinlampen weg, und wir legten uns 21:00 hin, weil uns einfach zu kalt war.
4.11.
7:00 aufgestanden, 7:30 Frühstück (dasselbe wie gestern, es war hervorragend gewesen) und 8:00 los, 10:30 machten wir eine kurze Pause und erreichten 12:00 schon die Unterkunft in Yak Kharka (ca. 4000 m), es gab gleich Mittag (Zwiebel-Knoblauch-Suppe und gemischtes Curry mit Reis), wir saßen in der Sonne und lasen, gingen noch ein paar Schritte, aber es gab hier eigentlich nichts zu sehen, außer ein paar Yaks, ca. 15:00 wurde es schon richtig kühl, und so saßen wir schon 15:40 im Aufenthalts- und Speiseraum, selbst hier in der totalen Einöde gab es frisch gebackenen Apfelkuchen, und auch wir kosteten mal ein Stück, wirklich lecker!
Wir schlugen irgendwie die Zeit tot, bis es Abendbrot gab (Curry und Reis), im Aufenthaltsraum gab es Licht aus nem Notstromaggregat, und es war erstaunlich hell, man konnte dabei lesen. Ein wenig Wärme spendeten die Bottiche mit glühenden Kohlen, die unter den Tischen standen. Trotzdem war es im Daunenschlafsack immer noch angenehmer, und so legten wir uns 20:00 hin.
Uns ging es auch richtig gut, keine Anzeichen von Höhenkrankheit, wir schliefen gut und hatten immer noch einen guten Appetit. Ich muss allerdings zugeben, dass ich seit Manang abends immer vorsorglich ein Aspirin nahm. Einer Frau einer anderen Gruppe ging es wirklich schlecht, sie hatte die Höhenkrankheit voll erwischt, ich gab ihr ein paar Aspirin und sagte ihr, sie solle viel schwarzen Tee trinken und Zucker oder Süßwaren essen, damit sich der Blutzuckerspiegel erhöht. Ich nahm hier auch immer Zucker in meinen Tee, was ich normalerweise nie mache.
5.11.
6:50 aufgestanden, 7:30 Frühstück (Schoko-Eierkuchen) und 8:00 los, mir machte die dünne Luft immer noch nichts aus, der Weg war ebenso wie gestern ok, viel Geröll, aber nicht felsig, das war offensichtlich nur unterhalb von 2500 m so. Bereits 10:30 erreichten wir Thorong Phedi auf ca. 4500 m Höhe. Trotz strahlendem Sonnenschein war es hier natürlich ziemlich kalt, aber wir setzten uns trotzdem draußen hin und aßen 12:00 zu Mittag (Nudelsuppe, ich: gemischtes Curry mit Reis, Micha: Bratkartoffeln mit Ei), noch rumgesessen und mich mit einer Engländerin unterhalten, die alleine mit 1 Träger und 1 Guide unterwegs war, 14:00 wurde es schon wieder kühl, und so machten sich Micha und ich auf zur wirklich letzten Übernachtungsmöglichkeit vor dem Pass auf ca. 4800 m Höhe, diesen Weg würden wir morgen im Dunkeln gehen, und da wir nur eine Taschenlampe hatten, wollten wir heute schon mal den Weg anschauen, sozusagen die Lage sondieren. Er machte einen guten Eindruck und würde auch bei spärlichem Licht nicht zu verfehlen sein, wir gingen dann noch zu einem Aussichtspunkt, wo wir 4 Kanadier trafen, die hier oben im Highcamp übernachteten und auch morgen über den Pass wollten.
16:30 waren wir zurück in Thorong Phedi und setzten uns in den Aufenthaltsraum, wo es wieder wie gestern Licht über ein Notstromaggregat gab, 18:30 gab es Abendbrot, Micha und ich hatten zusammen, Spaghetti, Frühlingsrolle und frittierte Apfelringe, der heiße Tee tat richtig gut, denn draußen war es garstig kalt, und hier mussten wir ins Freie, um zur Toilette zu gelangen, wie auch schon gestern, brrrr...
20:00 legten wir uns hin. Für die Nacht erwarteten wir –10°C.
6.11.
3:45 auf, ich hatte wieder mal wirklich gut geschlafen, 4:30 Frühstück (Apfelkuchen, sie hatten ihn sogar warm gemacht!), 5:00 dann los, den Weg bis zum Highcamp kannten wir ja schon, und es war auch das steilste Stück des gesamten Weges bis zum Pass, es war ein schöner Sternenhimmel, und als wir am Highcamp ankamen, war es schon hell, zum Glück! 8:00 erreichte ich den Pass (5415 m), es war windig und wirklich räudig kalt, aber, man sollte es kaum glauben, es gab hier oben eine Hütte, wo man sich heißen Tee kaufen konnte, der hatte zwar seinen Preis (1 Glas 2 DM), aber egal, er tat unheimlich gut!!! Wir machten noch die obligatorischen Gipfelfotos, denn dies hier war der höchste Punkt unserer Wanderung und kletterten noch auf einen Hügel, um von da zu fotografieren, dabei froren mir fast die Finger ab, dann machten wir uns an den Abstieg, zuerst ging es recht gemütlich runter, und es wurde immer wärmer, herrlich! Dann wurde der Abstieg aber noch mal richtig steil, und wir waren echt kaputt, als wir 13:00 Muktinath (3802 m) erreichten. Die Belohnung war aber ein tolles Hotel mit richtig heißer Dusche und Toilette im Haus! Hier packte ich zum ersten Mal nicht meinen Schlafsack aus, denn es gab ein richtig toll bezogenes Bett mit warmer Decke! Aber es kam noch besser, hier gab es neben verschiedenen Currys, Nudelgerichten und Pizzas auch mexikanisches und griechisches Essen. Eigentlich klar, dass ich mir Burritos bestellte! Es war super lecker und reichlich, ich war happy!!! So gestärkt konnte es 15:30 noch zu nem hinduistischen Heiligtum gehen, dazu mussten wir durch den ganzen langgestreckten Ort zurück, aber es war recht interessant, und ein buddhistischer Tempel war auch da. Am Hindu-Heiligtum bekamen wir (nachdem wir wieder was gespendet hatten...) einen orange Punkt auf die Stirn gemalt, das soll wohl Glück bringen, glaube ich.
Dann bummelten wir durch den Ort und kauften bisschen was, Apfelschnaps und „einheimischen Wein“, was aber nur verdünnter Schnaps war, nicht besonders lecker...
Wir trafen die 4 Kanadier von gestern wieder, sie hatten es also auch geschafft, sie waren erst 8:00 am Highcamp losgegangen und meinten, mittags war es ebenfalls garstig kalt und windig auf dem Thorong La gewesen. Die Frau mit der Höhenkrankheit trafen wir auch wieder, sie war auf einem Maultier über den Pass geritten, und nun ging es ihr schon viel besser.
17:30 waren wir zurück im Hotel und setzten uns in den Aufenthaltsraum, denn in den Zimmern war es doch ziemlich kalt, hier aber nicht. 19:00 gab es Abendbrot, ich probierte eine mexikanische Bohnensuppe (extrem scharf!) und Moussaka (ein griechischer Nudel-Hackfleisch-Auflauf, sehr lecker), und Micha nahm einen Taco, was wieder sehr reichlich war. 21:00 legten wir uns dann hin. Hier gab es wieder durchgehend elektrisches Licht.
7.11.
7:30 aufgestanden, aus dem Fenster geschaut, und es lag Schnee!!! Hatten wir ein Glück gehabt, ohne Schnee über den Pass zu kommen, Wahnsinn!!!
8:00 Frühstück (Omelett) und 8:30 los, der Weg war anfangs recht schlammig, denn der Schnee begann zu tauen, aber nicht besonders anstrengend, es ging eigentlich immer nur gemächlich bergab
in Kagbeni (ca. 2800 m) machten wir Mittag, der Abstieg dorthin war schon beeindruckend, man schaute von oben auf die Reisterrassen und Apfelplantagen, die in einem Tal lagen, umgeben von kahlen Berghängen, beeindruckend, ich konnte mich gar nicht satt sehen und hielt ständig an, um die Szenerie auf mich wirken zu lassen, Bauern pflügten ihre Felder und sangen dabei, es war unbeschreiblich schön. Die anderen rannten mal wieder, wie von der Tarantel gestochen runter, ohne einen Blick zu riskieren oder ein Foto zu machen, ich konnte das nicht verstehen...
Zu Mittag probierte Micha mal das Spezialangebot des Hauses, eine Suppe mit Kartoffeln und Pilzen nach Mustang Art (Wir waren hier an der Grenze zum Königreich Mustang), ich nahm Chow-Mein und ne Pilzsuppe. Es war wieder mal sehr lecker.
Kagbeni selber war auch sehr schön, mittelalterliche Gassen und ein Kloster besichtigt, was auch sehr interessant war, sie hatten dort ein jahrhunderte altes Gebetbuch aus Leder mit Goldschrift, das sie immer noch 1x pro Woche benutzen, unglaublich!
Wir gingen dann nur noch bis Eklebatthi, wo wir schon 14:45 waren, obwohl wir es noch locker bis Jomsom geschafft hätten, aber die anderen fanden es hier so toll, keine Ahnung, warum, es war ein totales Kaff, man konnte hier nichts machen, außer im Hotel sitzen, Micha und mir war das aber zu langweilig, und so gingen wir über eine ziemlich lange, schwankende Hängebrücke (es war mittlerweile (schon auf den letzten 2 Std. der Wanderung) recht windig geworden) und landeten in einem richtigen Einheimischen-Dorf ohne Läden, ohne Kneipe, ohne Hotel, das war auch mal ganz interessant anzuschauen, die Männer kamen gerade von der Feldarbeit nach Hause, einige Frauen bearbeiteten den geernteten Reis und Kinder spielten am Straßenrand, ich bedauerte, nichts weiter zum Verschenken einstecken zu haben...
Das Hotel war aber ganz nett, die Toiletten waren auch drinnen, und das Essen super lecker, 17:30 gab es nämlich schon Abendbrot, wir nahmen Käsesuppe und Burritos. Von 18:00-20:00 war Stromausfall, aber sonst hatten wir durchgehend elektrisches Licht, trotzdem legten wir uns 21:00 nach einem Bierchen und einem Mustang-Kaffee (da wurde mit Alkohol nicht gespart, hossa!) hin, denn es war wieder recht kalt, trotz des Bottichs mit den glühenden Kohlen unter dem Tisch
8.11.
6:00 aufgestanden, 6:30 Frühstück (wir hatten total leckere Zitronen-Eierkuchen) und 7:30 los, in Jomsom (2713 m) machten wir kurz Rast, weil es hier ein Internetcafé geben sollte, das stimmte auch, aber es hatte nur abends geöffnet, c‘est la vie...
und dann passierte was ziemlich witziges, hinter Jomsom trafen wir Sergej aus dem Flugzeug wieder, er kam uns entgegen und war mit einer russischen Gruppe nach Jomsom unterwegs, von da wollten sie dann zurück nach Kathmandu fliegen, die Welt ist wirklich klein...
schon 11:00 machten wir in Marpha Mittag (Enchiladas und Knoblauchsuppe, und dann machte ich einen folgenschweren Fehler, ich trank ein Schoko-Lassi, ein Joghurtgetränk, was auch wirklich lecker schmeckte, mir aber noch übel bekommen sollte)
dann weiter nach Tukuche, wo wir eine Schnapsbrennerei mit Verkostung besichtigten und auch was kauften (Orangen- und Karottenschnaps), dann ging es weiter durch ein trockenes Flussbett, und es war wieder extrem windig, und irgendwie wurde mir schon schlecht, dann ging es noch scheinbar endlos lange durch den Wald, zum Teil über nasse Wiesen bis nach Koketani (ca. 2500 m), das wir 17:00 erreichten, ich bekam nun Schüttelfrost und legte mich hin, natürlich musste ich mich dann auch noch mehrmals übergeben und trank zum Abendbrot nur Tee, ich konnte einfach nichts essen und legte mich 19:00 ins Bett. Hier gab es wieder mal keine Elektrizität, aber wir hatten noch Kerzen, und im Speiseraum hatten sie Kerosinlampen. Die Toilette war übern Hof. Und wir schliefen auch noch im ersten Stock.
Bisher war ja alles gut gegangen, ohne Magenverstimmung und Durchfall, nun hatte es mich also doch noch erwischt...
9.11.
7:00 aufgestanden, ich war noch ziemlich geschwächt, und nun hatte ich auch noch Durchfall, wie gut, dass es Immodium gibt!
Ich probierte es trotzdem mal mit nem Rührei, 8:00 dann los, und es ging heute mal wieder viel hoch und runter, und ich war ja auch irgendwie nicht so richtig fit... Ich war zwischenzeitlich total alle, aber Traubenzuckerdrops bauten mich wieder auf, 13:00 machten wir Mittag in der ersten Ortschaft nach Ghasa (ca. 2000 m), und ich versuchte es mit gebratenem Reis und ner Nudelsuppe, 14:00 dann weiter, und es wurde noch ein übelster Gewaltritt bis nach Tatopani (1189 m), wo wir 18:00 im Dunkeln ankamen und somit nicht mehr in die heißen Quellen konnte, darauf hatte ich mich doch schon tagelang gefreut!
Uns reichte es nun, und wir beschlossen, uns jetzt von den anderen zu trennen, denn ab hier hatten wir die Möglichkeit dazu. Die anderen wollten nämlich noch ins Annapurna Base Camp, wir hingegen hatten nur die Annapurna-Runde gebucht und hätten morgen schon in Richtung Birethanti absteigen können. Uns war aber freigestellt, auch nach Ghorepani (2874 m) aufzusteigen, um noch den Sonnenaufgang auf dem Poon Hill zu erleben, und dann von da nach Birethanti abzusteigen. Die Strecke von Tatopani nach Ghorepani war für einen Tag geplant, immerhin wären das ca. 1700 Höhenmeter, und das bei der hier schon wieder herrschenden Hitze. Nun hatten wir aber einen Tag gewonnen und beschlossen, den Weg zu splitten, früh noch in die heißen Quellen zu gehen und auf der Hälfte in Shika (1920 m) zu übernachten.
Wir hatten nämlich eine Strecke, die für 3 Tage geplant gewesen war, in 2 Tagen bewältigt, weil die anderen einen Tag sparen wollten, wir hatten das ja eigentlich nicht unbedingt gewollt, wir hatten genug Zeit, uns nutzte das im Grunde nichts. Aber da wir den Tag nun schon mal rausgeholt hatten, erschien uns die Idee, den Weg zu splitten, als gute Variante.
Irgendwie hatten wir eine andere Herangehensweise an diese ganze Tour als die anderen gehabt. Die anderen hatten sich offenbar in den Kopf gesetzt, wie von der Tarantel gestochen durch die Gegend zu hetzen und sahen das wohl als sportliche Herausforderung an, Micha und ich sahen das aber nicht so, wir wollten die Natur genießen, Fotos machen, Eindrücke auf uns wirken lassen, auch mal was von den Ortschaften sehen, wenn es hell ist und insbesondere hier unbedingt noch in die heißen Quellen. So gab es eigentlich auch unterwegs schon öfter mal Zoff, und nun war das Maß für uns endgültig voll. Schon in Tal hatte es mich geärgert, im Dunkeln anzukommen, dann hingegen hatten wir das eine Mal schon in Eklebatthi gestoppt, obwohl wir es locker noch bis Jomsom geschafft hätten, was viel schöner und größer war, eine richtig lebendige Ortschaft, die anderen hingegen fanden es ja in Eklebatthi richtig toll. Wir hatten einfach nicht die selbe Wellenlänge.
Trotzdem aßen wir noch gemeinsam Abendbrot, mir ging es wieder richtig gut, und ich nahm Tomatencremesuppe (super lecker!!!) und Enchiladas, die allerdings höllisch scharf waren... Wenn ich das sogar schon sage... Wir tranken noch 2 Bier, 21:00 machte die Gasti dicht, aber wir hatten ja noch unseren Orangenschnaps aus Tukuche im Zimmer im zweiten Stock, wo es auch wieder durchgehend elektrisches Licht gab. Dafür gab es nirgendwo Wasser, und auch die Toilette war erstens übern Hof und zweitens... (es gab ja kein Wasser...) 22:45 legten wir uns hin in der Gewissheit, morgen einen lockeren Tag zu haben.
10.11.
7:00 aufgestanden, noch zusammen mit den anderen Frühstück (Tomaten-Käse-Omelett), dann gemütlich durch den Ort geschlendert, T-Shirts gekauft und 9:30-10:30 in die heißen Quellen, war das herrlich!!! Es war auch wirklich sauber und eine richtige Wohltat für unsere geschundenen Glieder!
11:00 dann los mit Sushil, der nun Träger und Guide in einer Person für uns war, er war echt klasse, konnte viel besser Englisch, als unser eigentlicher Guide Pokhar und machte das hier als Ferienjob, er studierte BWL.
Wir ließen uns Zeit, zum Teil ging es echt steil bergauf, und es war auch schon wieder mächtig warm, aber die Landschaft war toll, wir hatten Ausblicke auf Reisterrassen und Ortschaften, im Hintergrund sahen wir die schneebedeckten Berge des Annapurna-Massivs, das wir auf dieser Wanderung 1x vollständig umrundet hatten
13:45 machten wir Mittag in einer idyllisch gelegenen Gaststätte, wir saßen draußen und ließen uns Knoblauchsuppe (die heftigste, die wir je hatten!!!) und gebratene Nudeln mit Gemüse und Käse schmecken
14:30 dann weiter, und 16:00 erreichten wir Shika (1920 m), ich musste erst mal meinen Trekkingrock waschen, denn ich war unterwegs ausgerutscht und in einen Kuhfladen oder so was in der Art gefallen, vielleicht bringt so was ja Glück ***grins***
dann schlenderten wir jedoch durch den Ort, sahen Wasserbüffel und Frauen beim Reis dreschen und einen schönen Sonnenuntergang, es war so herrlich entspannt, hätte es so nicht die ganze Tour sein können?!
18:00 gab es Abendbrot bei Kerzenschein, der Strom war mal wieder ausgefallen, wir hatten Tomaten-Käse-Suppe und Bratkartoffeln mit Ei und Käse, und dann passierte was Merkwürdiges, Sushil aß wie immer Dhal-Baat (Linsen mit Reis, das nepalesische Nationalgericht, wir haben es nicht 1x bestellt, nur mal am Anfang bei Gerhard probiert) Er bekam dazu eine Beilage und bot uns davon an, es sei getrocknetes Ziegenfleisch, nun ja, wir nahmen jeder ein Stück, ein besonderer Genuß war das nicht gerade, aber nach einer Weile wurde ich irgendwie richtig high, es kribbelte in den Fingern, meine Hände wurden schwerfällig, ich wurde erst lethargisch und später albern, auch Sushil benahm sich mit einem Mal anders als sonst, so wie angeheitert, und auch Micha meinte, er fühle sich eigenartig, aber Sushil blieb dabei-getrocknetes Ziegenfleisch... Nach ca. 1 Std. ließ die Wirkung zum Glück nach, mittlerweile gab es auch wieder Strom, und so entdeckten wir einen Mitbewohner in unserem Zimmer, eine Maus, und legten uns 21:30 ab.
Die Unterkunft war auch ganz ok, die Toilette war zwar draußen, aber gleich nebenan.
11.11.
7:30 aufgestanden, ich war zum ersten Mal tatsächlich noch müde, 8:00 Frühstück (Apfelkuchen mit Schokosauce, wieder mal super lecker) und 9:00 los, wir ließen uns wieder richtig Zeit, gingen es ganz gemütlich an, genossen die schönen Ausblicke und erreichten bereits 12:30 Ghorepani (2874 m), die anderen waren noch da und machten einen Ruhetag (was ich hier einen ganzen Tag hätte machen sollen, ich hätte es nicht gewusst..) und waren gerade mit dem Mittagessen fertig, wir aßen denn auch gleich was (Gemüse-Nudel-Suppe und Tomaten-Pilz-Pizza, beides wieder super lecker, die Tomaten schmeckten noch wirklich nach Tomaten, klasse!)
Wir entspannten in der Sonne und schlenderten dann durchs Dorf, als die Sonne 16:00 weg war, wurde es schon wieder richtig frisch, und wir setzten uns an den Ofen im Aufenthalts- und Speiseraum unserer Unterkunft, es gab auch Strom.
Draußen standen ein paar Esel, die hier als Lasttiere eingesetzt werden und machten sich an einem Stück Pappe zu schaffen, ich wunderte mich, was das wohl sollte und beobachtete die Tiere. Und sie fraßen dann die Pappe, ich war entsetzt... Sie konnten einem wirklich leid tun, die Rücken waren zerschunden, das Fell abgeschubbert, und dann hatten sie offenbar nicht mal was gescheites zu fressen.
Mit Mau-Mau und Lesen überbrückten wir die Zeit bis zum Abendbrot 18:30. Micha probierte Thukpo Thanduk, einen Eintopf mit Nudeln, Kartoffeln und Gemüse, ich nahm eine Tomaten-Crouton-Suppe und Spaghetti, wieder mal sehr lecker, der Eintopf hingegen war nicht so ganz meins...Die Nudeln waren mir zu sehr zerkocht.
Hier hatten sie übrigens einen Kassettenrecorder, und so lief nepalesische Musik, zu der unsere Träger tanzten und uns auch dazu aufforderten, ich machte auch mit, und es war ganz lustig.
21:00 legten wir uns dann hin.
Die Unterkunft war auch wieder ok, die Toilette war zwar wieder draußen, aber gleich nebenan.
Der Weg von Tatopani nach Ghorepani bestand übrigens aus vielen Stufen, nur selten konnte man auf einem normalen Weg gehen.
12.11.
5:00 aufgestanden und 5:30 mit der Taschenlampe bewaffnet los zum Poon Hill (3210 m), 6:30 waren wir oben, es war recht felsig und nicht so gut zu gehen.
Wir beobachteten den Sonnenaufgang, was schon ein beeindruckendes Szenario war, erst war alles noch in merkwürdig fahl-blaues Licht getaucht, dann ging die Sonne leuchtend auf, und langsam nahm alles Farben an.
7:30 waren wir wieder an unserer Unterkunft, packten unsere Sachen zusammen und frühstückten frittierte Bananen mit Vanillesauce, 9:00 dann los, ein langer Abstieg über viele Treppenstufen und zum Teil felsiges Gelände lag vor uns, und wir wollten Birethanti noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen. Aber die Landschaft war toll, der Weg führte uns durch zum Teil dschungelartigen Regenwald mit Wasserfällen, anfangs war der Weg noch angenehm, dann jedoch wurde es halt felsig und damit anstrengend. Und ich lief mir doch tatsächlich am letzten Tag noch eine neue Blase! Sushil begleitete uns wieder.
12:30 machten wir Mittag (Gemüse-Ei-Suppe und Spaghetti mit Gemüse, Tomaten und Käse, super lecker, und ich platzte fast!), 13:30 weiter, und 16:00 erreichten wir die Straße bei Birethanti (1097 m), wo wir uns ein Taxi für (600 Rps., ca. 17 DM) schnappten und nach Pokhara (884 m) fuhren, nach 1 Std. waren wir da, die Agentur hatte für uns in einem wirklich tollen Hotel ein Zimmer reserviert, wir hatten sogar ne Badewanne. Ich war happy und wollte gar nicht wieder raus kommen!!! Außerdem war ich total froh, das Trekking geschafft zu haben!!!
2 Übernachtungen in Pokhara waren in unserer Reise enthalten, ebenso wie noch 2 Übernachtungen in Kathmandu. Mittlerweile war es dunkel, und wir schlenderten in der Touristenmeile herum. Normalerweise hätte mich so was wohl nicht so begeistert, eher im Gegenteil, aber nach 2 Wochen Trekking im Himalaya fand ich es hier richtig klasse, wir kauften dies und das, u. a. CD`s, die hier wirklich billig waren. Außerdem gönnten wir uns jeder ½ l frisch gepressten Fruchtsaft für zusammen 6 DM und später noch ein Bier und einen Soja-Sprossen-Salat, der war zwar etwas scharf, aber sonst sehr lecker. 22:30, man klappte die Bürgersteige schon hoch, gingen wir zurück ins Hotel und aßen noch Yak-Käse und tranken Mt.-Everest-Whisky.
13.11.
Wir hatten uns nun überlegt gehabt, dass wir in den Royal Chitwan Nationalpark wollten, und so hatte uns unser Guide Pokhar telefonisch über die Agentur ein Arrangement organisiert. Übermorgen sollte es los gehen, aber es war noch was zu klären, und so standen wir bereits 7:45 auf, verabschiedeten uns 8:00 von Sushil, der zurück nach Kathmandu fuhr und gingen dann oben im Dachterrassen-Restaurant frühstücken, das war im Zimmerpreis enthalten. Wir hatten Toast, Butter, Marmelade, Frucht-Cocktail mit Joghurt und Schweinefilet mit Kartoffeln und Ei und Kaffee. Es war eigentlich schon eher Brunch, denn es gab richtig viel Fleisch! Das Fleisch war auch super zart, und auch der Frucht-Cocktail begeisterte mich sehr (ich empfinde das jetzt immer zu Hause nach!). Das ganze hätte 250 Rps. (ca. 7 DM) pro Nase gekostet, und das in diesem wirklich tollen Hotel. Hier oben hatten wir schon eine tollen Blick auf den Fewa-See und die Bergriesen des Annapurna- und Dhaulagiri-Massivs. Es war einfach Wahnsinn, hier zu sein, ich hätte heulen können vor Glück, und die Strapazen der letzten 2 Wochen waren fast vergessen!
Dann gingen wir zum See und mieteten für 4 Std. ein Ruderboot für 300 Rps. (8,60 DM), mit dem wir dann darauf herum fuhren. Es ergaben sich natürlich wieder tolle Ausblicke auf die Berge, aber gegen Mittag wurde es diesig und dann bewölkt, und die Berge verschwanden hinter den Wolken.
14:30 aßen wir Momos (eine Portion zusammen!!!) und fuhren dann per Taxi zu einer tibetischen Siedlung mit einer Teppich-Knüpferei, die Sachen waren alle toll, aber leider brauchten wir keinen Teppich. Wir schlenderten dann noch so herum, wir waren hier im Stadtteil mit dem Busbahnhof, und es war überhaupt nicht touristisch, und so fanden wir ein Internetcafé, wo wir für die Hälfte Gebühren, als in unserer Touristenmeile surfen konnten (2 Rps pro Minute). Die Verbindung war aber mehr als langsam, und so schickte ich nur paar Emails und ein Fax, mein Postfach konnte ich nicht durchschauen, das hätte wer weiß wie lange gedauert.
Per Taxi dann zurück zur Touristenmeile und bisschen was gekauft, ne Tasche, ne ganz kuschelige Fleecejacke und ein Poster mit den Bergriesen des Annapurna- und Dhaulagiri-Massivs und dem Fewa-See. Ich ging gleich noch zum Frisör, und dort ließen wir uns beide noch den Rücken massieren, zusammen bezahlten wir 650 Rps (18,50 DM) Micha war total begeistert, seine Rückenschmerzen waren weg, ich fand es auch ganz entspannend, muß ich sagen, aber ich hatte ja vorher keine Rückenschmerzen (zum Glück). Aber es war schon irre, manchmal dachte ich, gleich kugelt er mir den Arm aus... Dann noch was essen gegangen (indisch : Alu Paratha (in Öl gebackener Vollkornfladen mit Kartoffelfüllung) und Käsebällchen) Auch wieder sehr lecker! Dann unsere Sachen von der Wäscherei abgeholt, früh hatten wir sie abgegeben, wir hatten schon unsere ganzen schmutzigen Trekking-Sachen waschen lassen, und das alles kostete nun 5 DM. Wir kauften noch Yak-Käse und Mt.-Everest-Whisky und setzten uns damit ins Zimmer. 0:30 legten wir uns hin.
14.11.
Nun waren unsere 2 Nächte, die im Reisepreis enthalten waren, vorbei, und wir wollten ja noch eine Nacht länger in Pokhara bleiben. Das Hotel war wie gesagt super, aber es hatte seinen Preis, 35 $ (inclusive Frühstück). Das ist für nepalische Verhältnisse natürlich teuer, und auch sonst entspricht das nicht so ganz unserem Preisniveau auf Reisen. Trotzdem hatten wir uns entschieden zu bleiben und nicht wegen einer Übernachtung noch das Hotel zu wechseln.
7:45 aufgestanden, wieder Frühstück im Dachterrassenrestaurant (Fruchtsalat mit Joghurt, Orangensaft, Spiegelei, Toast, Butter, Marmelade), es war wieder hervorragend, und so gestärkt konnten wir los. Wir mieteten uns für den ganzen Tag ein Taxi für 1200 Rps. (ca. 35 DM) und fuhren zuerst nach Sarangkot, einem Aussichtspunkt, von dem man einen schönen Blick auf die Berge des Annapurna- und Dhaulagiri-Massivs und den See und die Stadt hat. Allerdings war es vom Parkplatz noch 30 min Fußweg und immer schön bergauf, und hier war es ja auch wieder richtig warm, aber nach dem Annapurna-Trek konnte uns das nicht mehr schocken ;-)) Leider zogen schon Wolken auf. Dann weiter zum Bindya-Vasini-Tempel, dem bekanntesten Tempel Pokharas. Von dort ging es dann zur Friedenspagode, einem buddhistischen Heiligtum. Leider war wieder ein 45-minütiger Fußmarsch immer schön bergauf und auf einem recht schlechten Weg voller Geröll (wir hatten das nicht erwartet und daher natürlich keine Wanderschuhe an) und in sengender Hitze angesagt, aber oben erwartete uns eine herrliche Aussicht auf den See mit den Bergen im Hintergrund. Leider war es schon wieder ziemlich bewölkt, wie offensichtlich immer ab der Mittagszeit. Am Ende hielten wir noch bei den Devis Falls, einem teilweise unterirdischen Wasserfall. Wenn man hier nicht hält, verpasst man auch nichts, aber er lag nun mal sowieso auf dem Weg. Der Taxifahrer sprach gut englisch, und wir unterhielten uns ein bisschen, auch über die politische Lage im Land und den Mord am überaus beliebten König und seiner Familie.
16:00 waren wir zurück am Hotel, verschnauften ein bisschen, nahmen in einer der zahlreichen Bars einen Happy Hour Drink, der sehr lecker war, und gingen dann zu Fuß nach Pardi Dam, wo sich viele Gurkhas niedergelassen haben. Dort gibt es auch viele Hotels, aber es war alles wesentlich ruhiger, als in unserer Gegend, und ich war froh, nicht hier ein Hotelzimmer zu haben, es war mir doch ein bisschen zu ruhig hier.
Auf dem Rückweg, es war mittlerweile dunkel, erstanden wir noch für jeden ein T-Shirt. Heute war der 2. Tag eines 4-tägigen hinduistischen Festes, der Tag der Lichter, so waren unzählige Kerzen entlang der Straßen, in den Läden und Gaststätten aufgestellt worden, ein toller, beeindruckender Anblick!
Wir gingen in die Gasti, wo wir vorhin den Happy Hour Drink gehabt hatten, und wollten heute mal die indische Küche testen, Micha nahm Fisch-Tikka und ich Reis mit einer totalen Gemüse-Kalorienbombe (in Sahne-Sauce und scharf und unheimlich lecker!!!) Wir gönnten uns jeder noch 4 Drinks, es war bis 20:00 Happy Hour und gingen dann noch ein bisschen shoppen und dann ins Hotel. Wegen des Feiertages wurden heute noch zeitiger als gestern die Bürgersteige hochgeklappt, dafür war im Hotel noch bis Mitternacht ziemlicher Rabatz. Feierfreudig waren die Menschen hier, das würden wir auch noch im Chitwan National Park sehen.
15.11.
6:00 aufgestanden, noch mal schön heiß geduscht, wer weiß, wie es im Chitwan National Park sein würde und 6:30 gefrühstückt, dasselbe wie gestern. 7:00 los zu Fuß zum Bus, der war ziemlich klein, es waren nur Touristen drin, aber die Sitzabstände waren für Micha wieder mal zu eng. 7:30 fuhr der Bus ab, und so richtig kamen wir aber nicht voran, da ständig singende, tanzende Kinder und Jugendliche die Straße blockierten und einen Obolus forderten wegen des Festes, das hatte schon was, ich fand es wirklich schön. 13:00 erreichten wir den Eingang vom Park und wurden mit einem Jeep abgeholt und zur Lodge gebracht, ich war positiv überrascht, wir hatten ein 2-Mann-Zimmer mit eigener Dusche/WC. Wir waren zusammen mit 6 Dänen dort untergebracht, die auch ganz nett waren. Es gab dann gleich Mittag (Gemüsesuppe, Gemüsesteak mit Pommes frittes und Gemüse (das war der totale Genuss, richtig knackig und voller Geschmack, kein Vergleich zu unseren Gewächshaustomaten, richtig super!!! Ich war total begeistert!) und Kaffee) Hier war es natürlich noch wärmer als in Pokhara, und wir setzten uns in den schönen großen hoteleigenen Garten. Wir gingen ein Stück und sahen die ersten Touristen auf Elefanten reiten, sah ziemlich schaukelig aus, und morgen stand uns das ja auch bevor, ich hatte gemischte Gefühle...
15:30 dann los mit einem Guide, zuerst zu einem Tharu-Dorf, das sind die Ureinwohner dieser Region, sie bauen die Häuser heute noch so wie vor 500 Jahren aus Gras, das bis zu 6 m hoch werden kann und Kuh-Dung, das Dach aus Gras hält dann 3-4 Jahre, das andere länger. 1x im Jahr dürfen sie daher für 2 Wochen in den Park zum Grasschneiden. Wir sahen noch Elefanten und das Besucherzentrum mit interessanten Schautafeln über das Leben der Tharu und die Tiere und Pflanzen im Park. Am interessantesten fand ich, dass sie sich wie auch die Maori in Neuseeland viel tätowieren, was zu ihrem Glauben gehört und verschiedene Bedeutungen hat, zum Bsp. böse Geister fernzuhalten. Die Fotos der gerade schlüpfenden Krokodiljungen fand ich auch außerordentlich niedlich!
Den Sonnenuntergang ließen wir am Fluss bei einem Bier auf uns wirken, es war wirklich stimmungsvoll. Wir drehten noch eine Runde durchs Dorf und nahmen noch 2 Happy Hour Drinks, die aber bei weitem nicht so lecker waren, wie die von gestern, aber abenteuerliche Namen hatten (Rhino Horn und Tiger Special), und 19:00 gab es Abendbrot (Gemüsesuppe, Hühnerbein in einer würzigen braunen Sauce (super lecker!!!) mit Kartoffeln, Gemüse und Reis, den Pudding schafften wir schon gar nicht mehr, so reichlich war das alles!)
Leider ging es Micha schlecht, eine üble Magen-Darm-Sache, und so ging ich allein noch mal ins Dorf, es war richtig was los wegen dieses Festes, Kinder und junge Leute tanzten, es machte Spaß zuzuschauen, aber ich war dann auch müde und legte mich 22:00 hin.
16.11
6:00 aufgestanden, 6:30 Frühstück (Toast, Butter, Marmelade, Omelett, Kaffee und Milch) und 7:15 los zum Fluss, wo wir gestern den Sonnenuntergang beobachtet hatten. Wir fuhren 45 min in einem Einbaum auf dem Fluss entlang und sahen viele Vögel, auch Eisvögel, schöne Tiere, aber keine Krokodile, aber ich fand das wirklich nicht schlimm... Dann auf zum Dschungle Walk. Ehrlich gesagt, hatte ich mir davon gar nichts versprochen, ich hatte gedacht, naja, sie fahren halt mit der Strömung den Fluss rauf, und zurück lassen sie die Touris laufen, weil sich das Boot gegen die Strömung schwerer bewegen lässt, aber ich wurde positiv überrascht. Wir sahen viele Vögel, Affen, ein Krokodil und sogar eine Nashorn-Mutter mit ihrem Jungen. Es war schon toll! 11:00 waren wir zurück im Dorf Sauratha, wo unsere Lodge war. Wir gingen eine Cola trinken, schlenderten durch den Ort und setzten uns in unseren schönen hoteleigenen Garten.
12:00 gab es Mittag (Gemüse-Nudel-Suppe und Spaghetti mit Tomaten-Sauce und Käse überbacken und frisches Gemüse dazu, ich muss nicht erwähnen, WIE lecker das wieder war!)
Dann Siesta und 14:45 los zu unserem Ritt auf einem Elefanten. Wir mussten uns zu viert mit noch 2 Engländern in ein Holzgestell auf dem Rücken des Elefanten setzen oder besser reinquetschen, bequem war das wirklich nicht, nun gut, wir wollten ja die Spitznashörner aus nächster Nähe sehen, und das geht halt nur vom Rücken eines Elefanten aus. Es schaukelte jedoch bei weitem nicht so schlimm, wie es gestern bei den anderen Touris ausgesehen hatte. Wir mussten erst mal durch den Ort und dann durch langgestreckte Tharu-Siedlungen, es war schon interessant, sich das alles von hier oben anzuschauen. Dann erreichten wir das Gras, das bis zu 6 m hoch werden kann, und dort waren sie – die Spitznashörner. Es war überwältigend, wie nah wir an sie rankamen und sie beobachten konnten, Wahnsinn einfach! Dann zurück, und 18:00 im Dunkeln erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt, der Ritt hatte 3 Std. gedauert, und uns tat alles weh, wir würden morgen sicher grün und blau sein, und der Engländer meinte ganz trocken „No pain, no gain“ Naja... Aber gelohnt hatte sich das allemal, eine interessante Erfahrung!
Aber nun brauchten wir einen Happy Hour Drink, oder besser 2, sie waren besser als gestern, sehr lecker und erfrischend. 19:30 gab es Abendbrot (Curry, Reis und Hühnchen in würziger Sauce), 20:00 gingen wir dann zum Kulturprogramm der Tharu. Das sind die Ureinwohner der Region, die diese im 13. Jh. besiedelten. Bis in die 60er Jahre war hier alles malariaverseucht, aber die Tharu überlebten im Gegensatz zu anderen Stämmen, die sich hier ansiedeln wollten. Ein Moderator führte durchs Programm und erläuterte die verschiedenen Tänze, wie Ernte-, Zeremonial-, Kriegs-, Pfauen- und Yaktanz. Beim letzten war denn auch Mitmachen erwünscht, und es traf auch mich ;-))
Dann noch mal durch’s Dorf geschlendert, die Leute waren wieder am Feiern und Tanzen, es war eine ganz tolle, mitreißende Atmosphäre. Wir waren aber recht kaputt und legten uns gegen 23:00 hin.
17.11.
6:00 aufgestanden, 6:30 Frühstück, und es hatte mich wieder erwischt, Durchfall, na prima... Das alte Spiel, 2 Immodium rein und gut, aber dies mal war es leider nicht gut, trotzdem erst mal zur Elefantenaufzuchtstation, wo wir 2 Babys sahen, ein Männchen und ein Weibchen, beide 4 Monate alt. Es war so süß, sie zu beobachten bei ihren tapsigen Versuchen zu fressen, wir konnten uns kaum losreißen, sie waren einfach beide so niedlich!!!
Dann zurück zur Lodge, noch mal zum Tharu-Dorf gegangen, dann Sachen gepackt und noch 2 Lopedium nachgelegt, immerhin stand uns eine lange Busfahrt bis Kathmandu bevor, da macht sich Durchfall nicht so gut...
9:45 dann im Jeep los zur Busstation und 10:15 los, sie hatten für uns die erste Reihe reserviert, und so hatte selbst Micha gut Platz, der Bus war auch größer als der von der Hinfahrt und auch wieder ein reiner Touristenbus.
Wir hatten für diese Tour mit allem drum und dran, auch die Fahrten ab Pokhara und nach Kathmandu 90 $ pro Nase bezahlt, da kann man wirklich nicht meckern.
Leider hatte ich von der Busfahrt nicht viel, obwohl die Ausblicke aus dem Fenster interessant waren, die Landschaft veränderte sich, bald sahen wir wieder Berge, aber mir ging es wirklich schlecht, ich wurde von heftigen Darmkoliken geschüttelt.
15:30 erreichten wir Kathmandu und wurden von einem Mitarbeiter der Agentur per Taxi abgeholt und zum Hotel gebracht, das für uns reserviert war, wir hatten ja hier noch 2 Nächte im Reisepreis inbegriffen. Dass wir jedoch am Bus abgeholt werden würden, hatte ich wirklich nicht erwartet, ich war begeistert, toller Service!!!
Das Hotel war super nobel, aber wir wollten erst mal das Tageslicht ausnutzen und schlenderten durch Thamel, das Touristenviertel Kathmandus mit x Souvenirläden, Gaststätten und Bars. Die vielen Menschen und hupenden Fahrzeuge irritierten mich ziemlich nach den Wochen der Ruhe und Abgeschiedenheit. Ich fühlte mich irgendwie erschlagen, hier würde ich einkaufsmäßig aber noch richtig zuschlagen, das wusste ich schon jetzt!
17:00 kam dann ein Mitarbeiter der Agentur ins Hotel und erkundigte sich, wie denn unsere Wanderung und auch der Aufenthalt im Chitwan National Park so gewesen wären, wir hatten ja keinen Grund für Beanstandungen, und so war auch er zufrieden. Wir klärten gleich, dass wir nach 2 Nächten das Hotel wechseln wollten, wir hatten dann immer noch 4 Übernachtungen hier, und 40 $ pro Nacht und Zimmer überstieg einfach unser Budget... Aber das sollte alles kein Problem sein, sogar um ein neues Hotel wollten sie sich für uns kümmern, ich war sprachlos! Wir besprachen auch, dass wir noch eine Tagestour per Taxi in die ehemaligen Königsstädte Bhaktapur und Patan machen wollten, was sie uns ebenfalls anboten zu organisieren.
Mittlerweile war es wieder dunkel, und wir gingen was essen (Tagliatelle mit Spinat und Micha ein Rumpsteak, es war auch super lecker, aber leider schlug es wieder durch bei mir). Daher gingen wir direkt zurück ins Hotel, ich nahm ein heißes Bad und legte mich dann gleich ins Bett, nicht mal mehr ein Internetcafé konnte ich aufsuchen.
18.11.
8:00 aufgestanden, Frühstück im Hotel, das war hier wieder inklusive und wieder sehr lecker und reichlich, per Fahrradrikscha ging es dann zum Dhurbar Platz, dem ehemaligen Tempelbezirk mit Königspalast (heute Museum, der heutige König wohnt woanders), man muss sich den ganzen Platz wie ein riesiges Freilichtmuseum vorstellen, dort sitzen auch die Saddhus, die Asketen bzw. heiligen Männer, die aber ganz unheilig für ein Foto 100 Rps. wollten (wohl dem, der ein gutes Tele hat ;-)) ) und Menschen bringen in einigen Tempeln Opfergaben dar. Leider gibt es auch jede Menge selbst ernannter Guides, die das Wort „no“ wohl nicht zu kennen scheinen und einem einreden wollen, dass nur sie eine vernünftige Führung machen können und dass der Reiseführer natürlich nicht ausreicht, das kostete ziemlich Nerven... Ebenso die fliegenden Händler. Trotzdem war es hier natürlich hochinteressant, die erotischen Schnitzereien an einem der Tempel waren besonders beeindruckend!
Dann noch zur New Road und der Freak Street, wo sich früher der Tourismus in Kathmandu abspielte und sich in den 60er Jahren die Hippies trafen. Dort legten wir erst mal eine Verschnaufpause ein und tranken Tee und Bier. Dann bewegten wir uns durch die Altstadt Richtung Thamel, bogen in kleine Gässchen ein und beobachteten das bunte Treiben. Es war ein unbeschreibliches Gewühle, zwischen den Menschenmassen schoben sich hupend Tuk-Tuks (3-rädrige Fahrzeuge mit einer Art Nähmaschinenmotor, die einen furchtbaren Gestank verursachen), Motorräder, Fahrradikschas und Autos hindurch, mir fällt dazu nur ein Wort ein: chaotisch! Der Linksverkehr sorgte noch zusätzlich für Verwirrung. Trotz allem hatten wir die ganze Zeit ein sicheres Gefühl, Taschendiebe scheint es hier nicht zu geben, überhaupt war uns schon aufgefallen, dass die Kriminalität hier sehr gering zu sein schien, ein entspannendes Gefühl!
Zurück in Thamel gaben wir bei einem Lederschneider eine Lederjacke für Micha in Auftrag. Es sollte eine Maßanfertigung werden und in 2 Tagen fertig sein.
Dann gingen wir was Kleines essen (Kartoffel-Chilie) und ins Internetcafé, 2 Std. gesurft und Emails beantwortet. Die Verbindung war zwar besser als in Pokhara, aber immer noch ziemlich langsam, dafür wesentlich billiger (25 Rps. pro Std.)
Dann noch mal schnell ins Hotel und was Dickeres angezogen, abends wurde es doch recht frisch, und man brauchte eine Jacke. Wir gingen in die gleiche Gasti von gestern essen, es war ja super gut gewesen, und ich nahm Sauer-Scharf-Suppe, die Betonung liegt wirklich auf scharf! und Chow-Mein und Micha Rumpsteak mit Gemüse und Pommes. Es war natürlich wieder alles sehr lecker, und mir ging es auch wieder gut, im Hotel noch mal gebadet und 0:30 ins Bett
19.11.
Ich wachte auf, und die gesamte linke Seite meines Nackens war verspannt (dachte ich, es sollte sich später herausstellen, dass es eine Lymphknotenschwellung war). Bei jedem Mal Herunterchlucken verspürte ich übelste Schmerzen. Naja, das wird schon wieder-dachte ich.
8:00 aufgestanden und frühstücken gegangen, ich bekam nur Obstsalat mit Joghurt und Honig und gebratene Eier herunter.
Die Leute von der Agentur warteten schon auf uns, charterten uns je eine Fahrradrikscha, wir hatten ja jeder unser ganzes Gepäck dabei, und fuhren selber mit dem Moped voraus zu unserem neuen Hotel in Chetrapati, dem Nachbarstadtteil Thamels, aber gleich an der Stadtteilgrenze. Das Hotel war ganz nett, wir hatten Dusche und WC im Zimmer. Es kostete 10 US$ pro Nacht..
Dann per Taxi zur Stupha von Bodnath. Sie ist eines der wichtigsten Heiligtümer Nepals. Ringsherum sind zahllose Läden mit Souvenirs und Gaststätten, die hauptsächlich von Tibetanern betrieben werden, die sich dort angesiedelt haben. Leider ging es mir immer schlechter, auch eine Rast bei einer Coke auf einer Terrasse im schönsten Sonnenschein brachte keine Besserung, und so fuhren wir zurück ins Hotel. Ich hatte nun auch noch Fieber bekommen und legte mich ins Bett, das ich den ganzen Tag nicht mehr verließ. Micha schlenderte alleine noch ein bisschen durch die Altstadt. Ich trank abends nur noch einen Tee, den man sich aufs Zimmer bringen lassen konnte, mehr bekam ich einfach nicht herunter.
20.11.
Mir ging es immer noch schlecht, aber das Fieber war weg. Ich blieb den ganzen Tag im Bett. 17:30 stand ich dann auf und ging mit Micha was essen. Ich bekam nur eine Tomatensuppe herunter, und es war die erste Nahrung seit gestern früh.
Wir besorgten dann in einer Apotheke noch Medikamente, denn die Schluckbeschwerden besserten sich trotz Lutschtabletten einfach nicht, und so versuchte ich es mit Schmerztabletten, ich wollte ja nicht den Rest des Urlaubes im Bett verbringen.
21.11.
Die Schmerztabletten wirkten zum Glück tatsächlich, und so standen wir 8:00 auf, frühstückten nur ne Banane und nen Milchkaffee und fuhren dann los, um Bhaktapur, Patan und Pashupatinath zu besichtigen. Wir hatten uns für den ganzen Tag ein Taxi gemietet zum Festpreis von 25 US$. Bhaktapur und Patan sind wie auch Kathmandu alte Königsstädte. Sie haben auch einen Durbar Platz, der mit Tempeln und Pagoden vollgestopft ist. Zuerst ging es jedoch nach Pashupatinath. Es ist Nepals wichtigstes hinduistisches Heiligtum und Zielort vieler Pilger und Saddhus. Dort gibt es natürlich auch jede Menge Tempel zu sehen. Der Hauptgrund, warum man aber dorthin fährt, ist ein anderer. Pashupatinath ist die Leichenverbrennungsstätte. Die Verbrennungen neigten sich aber schon dem Ende zu, und so verweilten wir nicht lange und beschlossen, lieber morgen noch einmal her zu kommen, und uns den ganzen Tag Zeit zu nehmen, denn Zeit hatten wir ja noch genug. Also ging es weiter nach Bhaktapur, das wir 10:40 erreichten. Es kostete zwar 10 US$ Eintritt, was für nepalische Verhältnisse natürlich heftig ist, dafür war aber auch alles gut in Schuss, aufgeräumt und sauber. Es gibt unheimlich viel zu sehen, und wir blieben bis 14:00. Natürlich gab es auch hier wieder zahllose Souvenirhändler und selbst ernannte Guides. Wären die nicht gewesen, man hätte manchmal meinen können, man wäre ins 16. Jhd. zurückversetzt worden.
Dann ging es weiter nach Patan oder auch Lalitpur (=die Stadt des Schönen), wo wir auch 2 Std. blieben und uns die Tempel anschauten, leider war der alte Königspalast nicht zugänglich, nun reichte es aber selbst mir mit Tempeln und Shiva-Figuren, und wir nahmen noch eine Cola und ein Bier in einem Dachterassenrestaurant und genossen die Aussicht über den Durbar Platz von Patan. Hier und auch in Bhaktapur war natürlich bei weitem nicht soviel Smog, wie in Kathmandu, eine Wohltat!
17:30 waren wir dann zurück am Hotel und gingen gleich was essen (Spaghetti und Enchilada, beides wieder sehr lecker! Und noch viel wichtiger: mir schmeckte es auch wieder)
Ein bisschen schlapp war ich dennoch, und mein Hals schmerzte immer noch stark, und es würde wohl auch nicht mehr besser werden bei diesem fürchterlichen Smog, der alles, was ich bisher kannte in den Schatten stellte. Dagegen ist Mexiko-Stadt der reinste Luftkurort!!!
Von 19:45-20:45 ging ich noch mal in ein Internetcafé, diesmal war die Verbindung wirklich gut, dann gingen wir aber gleich ins Hotel zurück, lasen noch ein wenig und legten uns 23:30 hin.
22.11.
7:30 auf, in die hoteleigene Gaststätte frühstücken gegangen (Kaffee und Obstsalat mit Yoghurt) und dann ca. 2 km zum Affentempel (Swayambhunath) gelaufen
Ich fand die Affen echt putzig, nun ja, uns überfielen sie ja auch nicht, einem Souvenirhändler klauten sie ein zusammengerolltes Plakat, er warf dann mit einer leeren Cola-Dose nach ihnen, und sie ließen ihre Beute fallen.
Der Tempel selber ist einer der heiligsten Orte im Kathmandu-Tal, es ist eine Stupha mit Souvenirläden ringsherum, nur auf kleinerem Raum als in Bodnath.
Dann zu Fuß zum Hotel zurück, der Smog war noch schlimmer als gestern und machte mir daher schwer zu schaffen, manchmal bekam ich schon gar keine Luft mehr und musste mich fast übergeben, so schlecht war mir.
Wir buchten dann erst mal unseren Fug über die Everest-Region, das wollten wir uns morgen anlässlich meines Geburtstages noch gönnen. Wir zahlten pro Person 82 US$ inklusive Transfer zum Flughafen und zurück.
Dann gingen wir zufrieden über diesen guten Preis ins Hotel was essen (Spinatcreme-Suppe und frittierte Bällchen mit Zwiebeln drin, ein chinesisches Gericht), natürlich war es wie immer sehr lecker, auch wenn ich nicht den richtigen Appetit hatte, was ich immer noch auf den Smog schob
13:00 dann los nach Pashupatinath, dort begann auch gerade eine Leichenverbrennung an der Stelle, wo die besser Betuchten ihre Angehörigen kremieren. Wie unzählige andere auch schauten wir ca. 1 Std. vom gegenüberliegenden Ufer zu, bevor der Scheiterhaufen mit dem Leichnam entzündet wurde, erfolgten erst noch rituelle Handlungen, dann klagten die Frauen und benetzten ihr Gesicht mit dem Wasser des als heilig geltenden Flusses, in den dann auch die Asche gekehrt wird, für uns war das schon etwas gewöhnungsbedürftig. Zum Glück stand aber der Wind für uns günstig, sonst hätten wir es wohl kaum 1 Std. dort ausghalten.
Wir liefen dann den Hügel hinauf, der auch von zahlreichen, teilweise aggressiven Affen bevölkert wird, die uns mit Nussschalen bewarfen, und sahen uns noch ein paar Tempel an. Wir sahen auch einige Sadhus bei ihren Yoga-Übungen, unglaublich, wie die sich verrenken konnten. Natürlich kostete jede gezeigte Übung einen kleinen Obolus, aber wir gaben es gerne!!! Am Ende baten uns ein paar Sadhus noch in ihre Unterkunft, und es war wirklich interessant, sie hatten doch tatsächlich einen DVD-Player und einen Fernseher. Das hatte ich von den heiligen Männern nun nicht erwartet. Sie erzählten, dass der berühmte Milk Baba, der sich angeblich ausschließlich von Milch ernährt, zur Zeit auf Einladung in den USA weilt.
Dann beobachteten wir am Ufer noch die Vorbereitungen und den Beginn einer erneuten Leichenverbrennung, diesmal an der Stelle der Ärmeren. Der Holzstapel war nicht wie bei den Reichen lang genug, um den Körper in der gesamten Länge drauf zu legen, die Beine hingen herunter... Wir sahen uns das ganze aber nicht bis zu Ende an, es wurde auch schon dunkel, und so fuhren wir per Taxi in die Stadt zurück. Der Taxifahrer war der gleiche, der uns auch nach Bodnath gefahren hatte. Er hatte wie auch in Bodnath die ganze Zeit auf uns gewartet. Dabei ist es kein Problem, ein Taxi zu bekommen. Wegen der wenigen Touristen jedoch waren die Taxifahrer über jeden Fahrgast dankbar.