Nordzypern 28.12.95 bis 4.1.96
Wir waren 1991 für 2 Wochen in der Republik Zypern gewesen. Es hatte uns dort prima gefallen, und nun interessierte uns auch noch der andere Teil der geteilten Insel. Wolfer und Andreas waren schon 2 Tage früher geflogen als mein Freund Micha und ich und hatten schon einen Mietwagen besorgt.
28.12.
10:20 Uhr per U-Bahn von zu Hause los zum Bahnhof, 11:00 Uhr per S-Bahn nach Düsseldorf, 13:35 Start (mit 45 min Verspätung), Umsteigen in Istanbul (direkt per Bus in die andere Maschine), ca. 19:00 Landung in Ercan (Nordzypern), per Bus zum Hotel in Girne (Kyrenia) (ca. 1 Std. gefahren), Wolfer und Andreas getroffen, in die Stadt (15 min zu Fuß) was essen gegangen
Girne hat 7000 Einwohner und wird das St. Tropez Nordzyperns genannt. Das Herz der Stadt bildet der alte Hafen. Hier liegen kleine Boote, in denen Fischer am Morgen ihren fangfrischen Fisch aus den Netzen heben.
Wetter: in Istanbul Regen, aber mild, in Girne trocken, mild
Einbruch der Dunkelheit: 17:00 Uhr
29.12.
Fahrt auf der Karpaz-Halbinsel im Nordosten, Burg Kantara (Ruine) angeschaut, zerklüftete Küstenlinie, rauhe Landschaft, nicht bis zum Kap Zafer gefahren, nach der Besichtigung der Burg zurück gefahren, da 17:00 Termin im türkischen Bad mit Massage, war aber nicht so besonders, anders als wir es uns vorgestellt hatten, beides: Bad und Massage
Vielleicht hat auch der Reiseführer übersteigerte Erwartungen geweckt...
unterwegs gemischtes Kebap gegessen (Hackfleischbällchen, Stück vom Lamm, kleiner Spieß mit Lammstückchen, Salat, Reis, Pommes Frittes)
abends in die Stadt, am Hafen entlang gegangen, super essen gewesen, Fisch mit Bratkartoffeln, Zucchini und Spinat und Vorspeisen (Shrimps, Muscheln, gemischte Meerestiere), alles sehr lecker
30.12.
nach Magosa (Famagusta) gefahren und die Altstadt besichtigt, leider ziemlich ungepflegt, die zahlreichen alten Bauwerke sind zum Großteil dem Verfall preisgegeben, trotzdem beeindruckend, von der Othello-Festung schöner Blick zur Lala-Mustafa-Pasa-Moschee (ehemalige gotische Kathedrale, der in osmanischer Zeit ein Minarett aufgesetzt wurde), von der gegenüberliegenden Seite der Altstadtmauer guter Blick über die Altstadt zur Lala-Mustafa-Pasa-Moschee
in Magosa was gegessen (Döner Kebap und frisch gepreßten Orangensaft dazu)
danach zum St.-Barnabas-Kloster gefahren, heute beherbergt es eine Ikonenausstellung und ein archäologisches Museum, beides sehr interessant
Königsgräber angeschaut, aber nur noch Grundrisse erkennbar, außer beim Grab der hl. Katharina, bei einigen kann man noch die Skelette der geopferten Esel und Pferde erkennen
abends in der Stadt essen gewesen (Hühnchen-Spieß und Iskender-Kebap), danach im Hotel geblieben und Karten gespielt
31.12.
nach Salamis gefahren, großflächige Ausgrabung der antiken Stadt, die bis zu 100 000 Einwohner hatte, angeschaut und am Strand zurück spaziert, wo noch Reste der alten römischen Hafenanlage zu sehen sind und deren einstige Größe erahnen lassen
dort auch gegessen (Ofen-Kebap)
abends noch in Girne spazieren gegangen, vor Einbruch der Dunkelheit
dann Einstimmung auf Silvester, essen gegangen (dorthin, wo wir am 29.12. auch waren), dann zum Marktplatz, wo richtig was los war, Musik, ausgelassene Stimmung, Mitternacht gab es ein paar Knaller, aber bei weitem nicht so schlimm wie in Deutschland, und der Bürgermeister verteilte an jeden, der wollte, von einer großen Torte
Nach 1:00 war aber alles langsam in Auflösung begriffen, und wir gingen zurück zum Hotel, wo wir noch bis 3:00 weiter feierten.
Wetter in den Tagen vom 29.-31.12.: sonnig, warm (20-25°C), Wind jedoch kühl, nach Einbruch der Dunkelheit kühler, aber noch sehr angenehm, lange Sachen waren aber erforderlich
1.1.96
ab heute nur noch zu zweit, heute ohne Mietwagen
Besichtigung Girnes, der alten Burg mit Verließen mit dem Schiffswrackmuseum Hier sind die Reste eines 2400 Jahre alten Handelsschiffes ausgestellt, die in den 60er und 70er Jahren geborgen wurden. Auch die Ladung ist noch gut erhalten, sogar die Mandeln, die der Besatzung als Verpflegung dienten. Überwältigend!!
noch am Hafen und durch die Stadt geschlendert, mexikanisch essen gewesen
per Taxi zur Ruine des Klosters Bellapais, sehenswert. Man konnte noch einen guten Eindruck gewinnen, wie es mal ausgesehen hat.
abends noch mal in die Stadt und nur Omelett (ich) und Salat (Micha) gegessen, danach noch in eine Bar, war gut dort
Wetter: kühl, windig, aber kein Regen
2.1.
Fahrt Richtung Güzelyurt durch Orangen-, Zitronen- und Pampelmusenhaine, dann nach Soli, dort antike Ausgrabungen angeschaut, noch einige Mosaike erhalten, weiter nach Vouni zu Ausgrabungen (Ruinen einer Palastanlage) auf einem 250 m hohen Hügel, von dort auch Spitzenblick zum Troodosgebirge in Südzypern und auf´s Meer
Da es nun anfing zu regnen oder besser noch zu gießen, fuhren wir weiter nach Lefke, statt nach Nikosia, wie ursprünglich geplant. Eine Stadtbesichtigung im strömenden Regen ist sicher nicht das Wahre!
In Lefke sahen wir eine Moschee, die von Palmen umgeben ist und uns einen malerischen Anblick bot, außerdem traditionelle osmanische Häuser mit typischen Holzerkern.
noch zum nordwestlichen Kap der Insel gefahren, Kap Korucam, je näher das Kap kam, desto karger die Landschaft, das Kap selber sehr rauh. Hier hörte es auf zu regnen, und wir sahen sogar einen Regenbogen.
abends in Girne gewesen und essen gegangen, und zwar Meze, eine Auswahl an verschiedenen kalten und warmen Vorspeisen (eingelegte Pepperoni, gebackener Käse, Bohnen, Sardinen, Salat, Tzaziki, Oliven, Humus [Kichererbsencreme], etc.), sehr reichlich und lecker
3./4.1.
Fahrt auf der Karpaz-Halbinsel zum Kap Zafer, wieder im strömenden Regen, gerade am Kap regnete es mal 5 min nicht, am Kap starke Brandung, auf der Fahrt zum Kap auf einer anderen Straße als am 29.12. viele schöne Ausblicke auf die Küstenlinie und das Meer
unterwegs was gegessen in einem einsamen Gasthof, der aber - wohl wegen des schlechten Wetters - an diesem Tag Rekordumsätze machte. Die ganze Zeit goß es in Strömen!
zurück im Hotel Sachen gepackt und dann in die Stadt (inzwischen hatte es aufgehört zu regnen), mexikanisch essen gewesen, spazieren gegangen am Hafen und noch mal zum Ende der Mole, in einer Bar am Hafen einen Rumänen kennengelernt, der in Girne für 1 Jahr arbeitet, z.Z. in dieser Bar am Tresen
noch mal in die Bar, in der wir auch am 1.1. waren, dann (inzwischen war es 3:30 morgens) zum Hotel, noch gefrühstückt, per Bus 4:15 zum Flughafen Ercan
Der Flieger ging 6:30. Diesmal blieben wir in Istanbul in der Maschine sitzen. Die Passagiere nach den anderen deutschen Städten, die auch aus Ercan kamen, mußten umsteigen.
ca. 12.30 Landung in Düsseldorf, ca. 14:30 Ankunft zu Hause
Wir hatten Hotel mit Frühstück gebucht. Jeden Tag von 8:00-10:00 war Frühstücksbuffet mit Tomaten, Joghurt (natur), Schafskäse, Oliven, gekochten Eiern, Butter, Marmelade, Honig, Leberkäse. Außerdem gab es frisch getoastetes Brot, frisch gepreßten Orangensaft und Kaffee oder Tee.
Die Zeitverschiebung zu Deutschland beträgt 1 Std., wenn es in Deutschland 9:00 ist, ist es in Nordzypern bereits 10:00.
Wir hatten die ganze Zeit einen Mietwagen, außer am 1.1. Mietwagen wie auch Sprit sind billig, Renault 9: 36,- DM/Tag inklusive aller Versicherungen, Sprit: ca. 0,75 DM/l.
In ganz Zypern ist Linksverkehr, aber die Mietwagen sind an den Nummernschildern erkennbar, und die Einheimischen fahren sowieso rücksichtsvoll und haben Verständnis dafür, wenn einem mal ein Fehler beim Fahren unterläuft.
Alles in allem haben wir wieder sehr viel gesehen, und die Menschen dort sind wahnsinnig gastfreundlich. Es war ein sehr schöner Urlaub, und Nordzypern ist wirklich ein lohnendes Reiseziel. Es gibt noch viel zu entdecken, aber in 1 Woche schafft man einfach nicht alles.